Ichi The Killer

Test

Miikes Schlitzer-Film wurde um 19 Minuten gekürzt -- eine Jugendfreigabe hat er aber nicht bekommen

Ichi The Killer Das Verschwinden des Anführers der berüchtigten Anjo-Gang kommt seinem sadistischen Handlanger Kakihara (Tadanobu Asano) gerade recht. Der rücksichtslose Killer glaubt nicht daran, dass sich sein Boss zusammen mit einer Hure abgesetzt haben soll. Kakihara vermutet, dass er von einer verfeindeten Gang entführt wurde. Er stellt in Tokios Untergrund Nachforschungen über den Verbleib seines Geldgebers an.

Dabei geht der blonde Stellvertreter nicht gerade zimperlich vor. Einen gegnerischen Yakuza foltert er so bestialisch, dass ihn das Syndikat sogar aus der Gemeinschaft ausschließt. Trotzdem lässt Kakihara nicht locker und erfährt endlich von einem Killer namens Ichi (Nao Omori). Der ist wegen seiner besonders grausamen Methoden gefürchtet. Wenn Ichi zuschlägt, richtet er unter den Opfern ein unbeschreibliches Blutbad an.

Kakihara indes ist überzeugt davon, dass Ichi und er ebenbürtige Gegner sind. Er will den Killer nicht nur tot sehen, sondern er sehnt sich förmlich nach einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit ihm. Doch ohne die Rückendeckung des Syndikats fürchten seine Untergebenen die Konfrontation mit dem Killer. Außer zwei Getreuen suchen die Gangster ihr Heil in der Flucht. Bis sich die Kontrahenten endlich persönlich gegenüberstehen, soll allerdings noch literweise Blut fließen ...

Tiefe Einschnitte

Gleichwohl die deutsche Fassung radikal gekürzt wurde, erhielt der Film immer noch keine Jugendfreigabe. Es entfielen sämtliche Szenen, die Miikes Werk -- zumindest im Lager schmerzfreier Splatterfans -- zum Kultfilm avancieren ließen. Dadurch wird die einstmals blutrünstige Schlitzerorgie zwar für Zartbesaitete erträglicher, gleichzeitig verliert der Film aber auch viel von seiner comicartigen Überspitztheit. Viele Filmfreunde werden demnach zögern, zu dieser Version zu greifen.

Im Bonusmaterial findet sich ein sechsminütiges Interview mit Filmemacher Takashi Miike (ca. 6 Min.), das lobenswerterweise ins Deutsche übersetzt wurde. Daneben gibt es eine ausführliche Trailershow mit 25 weiteren Titeln des Anbieters zu sehen. MK n

Fazit

Film-Check: Zieht man aufgrund der deutlich verstümmelten Fassung von "Ichi The Killer" den Kultfaktor für die brutalen Splatterszenen ab, dann hat Takashi Miikes Yakuza-Gemetzel nicht mehr viele Schauwerte zu bieten. Filmfans ohne Affinität für das asiatische Kino werden sich vermutlich sogar fragen, welches kranke Hirn sich so etwas ausdenkt.
DVD-Fazit: Miikes Film "Ichi The Killer" ist unter Insidern zwar ein Geheimtipp, doch die geschnittene Fassung behält dem Zuschauer die skandalösesten Szenen vor. Auch technisch vermag der Silberling nicht so recht zu überzeugen. Das Bild geht gerade noch so durch, beim Ton sollte man zum Vergleich mal auf die japanische DD5.1-Spur wechseln.

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