House of Wax

Test

Blutiges Horror-Remake eines alten B-Movie-Klassikers mit "The Simple Life"-Dummerchen Paris Hilton

House of Wax Auf dem Weg zu einem College-Football-Spiel wollen Carly (Elisha Cuthbert), Paige (Paris Hilton) und ihre Freunde Wade (Jared Padalecki) und Blake (Robert Ri'chard) eine Nacht im Zelt verbringen. Zu Wades Leidwesen haben sich leider auch Carlys vorbestrafter Bruder Nick (Chad Michael Murray) und sein beknackter Kumpel Dalton (Jon Abrahams) der Gruppe angeschlossen. Gerade als es sich die Teenager bierselig am Lagerfeuer gemütlich machen, werden sie von einem Fremden in einem Pick-up überrascht. Nick vertreibt den Störenfried mutig mit einem gezielten Bierdosen-Wurf.

Am nächsten Morgen ist plötzlich eines der Autos kaputt und die Gruppe muss sich auf die Suche nach Ersatzteilen machen. Ein unheimlicher Waldschrat nimmt Carly und Wade freundlicherweise in die nahe gelegene Kleinstadt Ambrose mit. Doch mit dem jungen Besitzer der einzigen Tankstelle am Ort scheint etwas nicht zu stimmen. Und auch sonst macht die Stadt einen unwirklichen Eindruck.

Besonders seltsam ist das scheinbar verlassene Wachsfigurenmuseum. Zu spät bemerken die Jugendlichen, dass sie mitten in einen blutigen Albtraum hineingestolpert sind. Denn in dem heimeligen Städtchen treibt seit Jahren ein grausamer Mörder sein Unwesen, der seine hilflosen Opfer zu Wachsfiguren umgestaltet ...

Gelungenes Remake?

Als Inspiration diente dem 31-jährigen Werbeclip-Regisseur Jaume Collet-Serras der Streifen "Das Kabinett des Professor Bondi" von 1953 mit Horror-Ikone Vincent Price in der Hauptrolle. In Warners altem B-Movie-Klassiker mimte der geniale Price einen irren Professor, der ebenfalls ungeliebte Zeitgenossen in Wachs goss. Der Horror-Schinken gipfelt in einem furiosen Finale, bei dem ein heftiger Brand das grausige Geheimnis der vermeintlichen Wachsfiguren offenbart.

Auch wenn von der ursprünglichen Story nicht mehr viel übrig geblieben ist, so haben sich Collet-Serras und Produzent Joel Silver ("Matrix"-Trilogie) auf ein ähnlich spektakuläres Ende verständigt. Im Bonusmaterial geben sie Auskunft über die Entstehung des Horrorfilms und die Spezialeffekte. Die Featurette "Das Haus aus Wachs" (ca. 10 Min.) handelt z.B. von den Schwierigkeiten, ein ganzes Haus inklusive der Einrichtung aus Wachs herzustellen.

Paris Hilton Superstar?

Stellenweise witzig ist auch der Beitrag "Kommentar der Schauspieler zu B-Roll und verpatzten Szenen" (ca. 26 Min.). Via Split-Screen kommentieren die Nachwuchsdarstellerin Elisha Cuthbert ("24"), das Millionärs-Schnuckelchen Paris Hilton, Chad Michael Murray und der Film-Bösewicht Brian Van Holt misslungene Szenen und Videoaufnahmen von den Dreharbeiten. Hobby-Schauspielerin Hilton sorgt auch hier wieder mal für unfreiwillige Lacher.

Im Beitrag "Eingewachst" (ca. 7 Min.) wird der Zuschauer Zeuge des Aufbaus der Filmkulissen. Production Designer Grace Walker ("Ghostship", "Gothika") hat beim Errichten der künstlichen Stadt ganze Arbeit geleistet. Darüber hinaus war ein komplettes Team ausschließlich mit der Herstellung der vielen Wachsfiguren beschäftigt. Sämtliche Special Features wurden lobenswerterweise mit deutschen Untertiteln ausgestattet.MK n

Fazit

Film-Check: Sechs Teenager treffen sich zu einem vergnüglichen Wochenendausflug und rennen dabei einem kunstverliebten Massenmörder ins gewetzte Messer. Angelehnt an den alten B-Movie-Klassiker mit Vincent Price, ist "House of Wax" ein typischer Vertreter der neuen Horror-Generation. Nicht besonders logisch, aber durchaus unterhaltsam und schön blutig.
DVD-Fazit: Diese Reanimation eines Klassikers von 1953 erfindet das Genre nicht neu. Stattdessen setzt man auf bewährte Klischees und gute Spezialeffekte. Auch die schauspielerische Leistung ist nicht gerade "Oscar"-verdächtig. Genrefans kommen dennoch auf ihre Kosten. Das Bild der DVD ist in Ordnung, der Ton überzeugend, die Extras sind durchaus interessant.

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