Die einen sind begeistert, die anderen gelangweilt: Heavy Rain polarisiert wie kaum ein anderes Spiel. Hier die gnadenlos subjektiven Meinungen der Cynamite-Redaktion.
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Thomas
Thomas Szedlak: Ohne Zweifel hat Heavy Rain spielerische Schwächen. Aber wenn (gefühlt) jede zweite Neuveröffentlichung ein Shooter ist, dann freue ich mich besonders über Games, die einfach anders sind. Und man merkt Heavy Rain in vielen Passagen an, dass die Entwickler mit Herzblut dabei waren - und Sony mit großem Budget zur Seite stand. Grafik, Soundtrack, Präsentation, alles top - Heavy Rain ist sein Geld wert. Quantic Dream konnte zwar nicht jedes im Vorfeld gemachte Versprechen einlösen - ich hatte mit deutlich mehr Handlungsfreiheit innerhalb der Episoden gerechnet - aber insgesamt habe ich mich auch beim zweiten und dritten Durchspielen sehr gut unterhalten gefühlt. Hoffentlich dauert es bis zum nächsten Quantic-Dream-Spiel nicht wieder fünf Jahre.
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Simon
Simon Fistrich: Heavy Rain werde ich so schnell nicht vergessen. Ein Videospiel nach klassischen Maßstäben ist es freilich nicht. Die Quicktime-Events stellen keine echte spielerische Herausforderung dar, es ist komplett linear, Rätsel sind höchstens angedeutet. Dazu ist die Story noch nicht einmal besonders gut oder originell – hat man alles so schon im Kino gesehen. Trotzdem hat es mich vor den Bildschirm gefesselt wie kaum ein anderer Titel in den letzten Monaten. Es ist, wie der bekannte Regisseur Terry Gilliam beim Launch-Event von Heavy Rain treffend formulierte, die Neugier darauf, was meine Entscheidung für den Verlauf der Geschichte bedeutet, die mich das Gamepad nicht mehr aus der Hand legen lässt.
Durch das Fehlen komplizierter Gameplay-Mechanismen steht das Erleben der Geschichte im Vordergrund wie in kaum einem anderen Spiel. Das Genre interaktiver Film genießt unter Zockern einen miserablen Ruf, zum Teil zu Recht, dank 90er-Machwerke wie Phantasmagoria oder The 7th Guest, in denen gelangweilte Darsteller vor digital billig hingeschmierten Kulissen um die Wette holzten. Oder wegen dieser unsäglichen DVD-Spielchen, die manchmal auf der Bonus-Disc eines Blockbusters schlummern, bei denen mir vor Langeweile beinahe die Batterien in meiner Fernbedienung ausgelaufen sind. Heavy Rain wirkt aber aus einem Guss, es fügt die Interaktivität geschickt ins Geschehen ein. Es ist für mich kein Meisterwerk, dazu stören mich Details wie Logiklöcher in der Story, der langatmige Beginn und die zum Teil eigenartigen Dialoge. Aber es ist dennoch ein Meilenstein, dass dem gebeutelten interaktiven Film in beeindruckender Weise seine Daseinsberechtigung zurückgibt. Danke, David Cage.
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Katrin (rechts)
Katrin Bichler: Zuerst fand ich den Gedanken, mich durch ein einziges großes Quicktime-Event zu spielen, nicht allzu verlockend. Doch schon bevor ich Heavy Rain in den Händen hielt, hatte mich die Story durch Trailer bereits so gepackt, dass der Titel für mich unumgehbar war. An einem freien Tag hatte ich dann endlich die Gelegenheit, mich in die Welt des Origami-Killers zu begeben. Eine halbe Stunde später war ich (im übertragenen Sinne) vor dem Bildschirm gefesselt und dort nicht mehr wegzubewegen. Die Geschichte der einzelnen Figuren hat mich komplett in ihren Bann gezogen. Eine wunderbare Mischung aus Die Sims, dem Film Saw und einem Edgar-Wallace-Roman. Rein spielerisch hätte ich mir noch etwas mehr Herausforderungen gewünscht. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad hätten wohl auch meine Kaninchen die Quicktime-Aufgaben bewältigen können. Trotzdem schön ein Spiel zu haben, bei dem man keine Sekunde verpassen will, aber dennoch mal Zeit hat, nebenbei was zu knabbern. Bis zum Ende hab ich mit meinen vier Helden mitgefiebert. Nicht zuletzt weil sie auch optisch so überzeugend wirken – vor allem der attraktive Agent Jayden ;) Dem hätte Quantic Dream ruhig ebenfalls eine Dusch-Szene gönnen dürfen!
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