Monster Hunter muss sich warm anziehen - es gibt einen neuen King!

Kolumne Daniel Link
Monster Hunter muss sich warm anziehen - es gibt einen neuen King!
Quelle: Cygames

Fantastischen Bosskämpfe, ein rasantes Kampfsystem, ein niedlicher Anime-Look und Progression à la Monster Hunter: Granblue Fantasy: Relink hat mich voll abgeholt.

Wild Hearts wurde leider eingestellt, Monster Hunter Wilds erscheint erst im Jahre 2025 und ansonsten gibt es im Bereich der Monster Hunter-Spiele leider echt wenig Auswahl. In meiner Suche nach einem Spiel, das mir dabei hilft, die Zeit bis zum nächsten Monster Hunter zu überbrücken, wäre ich fast verzweifelt. Doch wie aus dem Nichts trat dann Granblue Fantasy: Relink in mein Leben und hat es dann auch direkt eingenommen.

Nach der Haupt-Story begrüßte mich nämlich der Endgame-Loop à la Monster Hunter von Relink in Form eines Epilogs. Meine Tage verbringe ich also damit, Materialien zu sammeln, Waffen und Charaktere aufzuwerten, und Talentpunkte zu verteilen. Dann brauche ich auch noch Sockel für meine Waffen, die etwa meine Angriffskraft erhöhen oder mir einen Heal on Hit-Effekt gewähren.

Habe ich irgendwann alle Talente freigeschaltet, kann ich über die dazugehörenden Ressourcen zufällige Stat-Boni erwerben. Bis ich da ein Set der vier besten Attribute habe, werden definitiv noch einige Stunden ins Land streichen.

Und damit habe ich noch nicht einmal alle Upgrade-Mechaniken des Spiels angesprochen, denn unter anderem haben auch die Waffen selbst eine Art Talentbaum, der sogar dann aktiv bleibt, wenn ich die Waffe gar nicht ausgerüstet habe.

Nicht nur Capcom kann Monster Hunter

Bei der Suche nach den Unmengen an Materialien für die verschiedenen Systeme kommt die Online-Komponente von Granblue Fantasy (jetzt kaufen 50,84 € ): Relink ins Spiel. Alleine oder mit bis zu drei anderen Spielern erledige ich verschiedene Aufgaben, wie etwa Survival-Missionen, in denen ich eine bestimmte Zeit lang überleben muss und dadurch unter anderem mit Erfahrungspunkten belohnt werde.

Zwei Charaktere bekämpfen einen Greif. Quelle: Cygames Bosskämpfe geben wichtige Materialien und über Conquest - Kämpfe gegen mehrere Wellen an Gegnern - erhalte ich Materialien zum Aufwerten meiner Waffe. Dann darf ich gelegentlich noch einen bestimmten Punkt verteidigen, Münzen auf einer der Karten des Spiels einsammeln, oder einfach eine gewisse Anzahl an Gegnern besiegen.

Das mache ich so lange, bis ich genügend Materialien gesammelt habe und stark genug bin, den nächsten Boss zu bezwingen. Ich muss das Ganze jedoch für vier Charaktere machen. Wenn ihr zum Release dann online mit euren Freunden spielen könnt, also jeder von euch nur einen Charakter benötigt, wird das vermutlich wesentlich schneller von der Bühne gehen.

Allzu schlimm ist das aber nicht, denn mir macht das Endgame vom neuen Granblue einfach eine ganze Menge Spaß, nicht zuletzt dadurch, dass die Entwickler beim Schwierigkeitsgrad den Nagel auf den Kopf getroffen haben.

Ist Granblue Fantasy: Relink zu einfach?

Obwohl die Bosskämpfe allesamt ziemlich imposant aussehen und beim ersten Mal gelegentlich fast schon überfordernd sein können, bin ich lediglich ein einziges Mal an einer Mission gescheitert.

Nicht unähnlich der Monster Hunter-Reihe sind die Kämpfe anspruchsvoll genug, dass man sich nicht einfach im Autopiloten durchmetzeln kann, jedoch so fair gestaltet, dass man sie alle direkt beim ersten Versuch bezwingen kann - und danach fühlt man sich einfach verdammt gut.

Das fliegende Schiff der Crew hebt für sein nächstes Abenteuer ab. Quelle: Cygames An keiner Stelle ist das Spiel zu schwierig oder gar unfair. Granblue Fantasy: Relink hat das geschafft, woran viele Spiele kläglich scheitern: Einen verdammt guten Schwierigkeitsgrad einzubauen. Ich selbst habe auf Hard gespielt, also der vorerst höchsten Schwierigkeitsstufe und habe meine Entscheidung keine Sekunde bereut.

Ein passender Schwierigkeitsgrad ist für mich in Spielen ein ziemlich wichtiger Aspekt - ich habe eine ganze Kolumne darüber geschrieben! Doch tatsächlich wünsche ich mir, dass etwaige Updates nach dem Launch den Schwierigkeitsgrad noch einmal ordentlich anziehen.

Nachdem ich im Endgame-Loop meine liebsten Charaktere voll ausgerüstet habe, möchte ich mit dieser geballten Macht auch die herausforderndsten Bosse bezwingen, die das Granblue-Universum zu bieten hat.

Ich will, dass ich bei kleinsten Fehlern einfach prompt den Schädel eingeschlagen bekomme. Erst, wenn mir nach dem Kampf mein halbes Gebiss fehlt, bin ich zufrieden. Diese Meinung werden vermutlich nicht sonderlich viele Spieler teilen, aber wenn mir Cygames etwa ein nettes Geburtstagsgeschenk machen will, dann fügt doch zumindest einen wirklich bockschweren Bosskampf ein, schankedön!

Mit meinen 30 Stunden Spielzeit bin ich aber noch lange nicht am Ende. Erst kürzlich beendete ich die "Extreme"-Missionen und damit die Story vollständig durchgespielt, doch nun warten sogar noch herausforderndere Aufgaben auf mich.

Und selbst wenn ich damit durch bin, gibt es ja noch eine ganze Menge Charaktere, die ich gerne austesten möchte, oder einen brandneuen Schwierigkeitsgrad für die ganzen Story-Missionen des Spiels.

Bildergalerie

Zuletzt habe ich den flinken Schwertkämpfer Yodarha für mich entdeckt, der hängt jedoch in allen Bereichen - von Charakterstufe bis zur Ausrüstung - deutlich hinter meinen meistgenutzten Figuren her. Also heißt es für mich jetzt wieder: Ordentlich Materialien sammeln. Vielleicht bin ich ja schon bald Teil eurer Gruppe, wenn ich euch über das "Quick Quest"-Feature zufällig beitrete, sobald das Spiel am 1. Februar offiziell veröffentlicht wird.

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