Krank oder genial? Der japanische Kultregisseur Takashi Miike wandelt auf den Spuren David Lynchs
Hierzulande hat sich Workaholic Takashi Miike v.a. durch "Ichi The Killer" (Test auf Seite 36) einen Namen gemacht. Der emsige Japaner dreht nicht selten fünf Filme im Jahr (TV-Produktionen nicht mitgerechnet), was die Veranstalter internationaler Filmfestivals vor die ernst zu nehmende Herausforderung stellt, alle seine aktuellen Werke überhaupt im Programm unterzubringen.
Yakuza Horror Theater ...
... so lautet der Untertitel von Miikes bizarrem Horrortrip in die seelischen Abgründe japanischer Mafiabosse und ihrer ergebenen Handlanger. Ozaki (Sho Aikawa) ist ein solcher Yakuza und hat zusammen mit seinem Partner Minami (Hideki Sone) für seinen Boss (Renji Ishibashi) schon so manche Gräueltat begangen.
Als er eines Tages brutal einen harmlosen Hund zerschmettert, den er für einen abgerichteten Killer verfeindeter Gangs hält, ist sein Chef allerdings davon überzeugt, dass Ozaki verrückt geworden ist. Er beauftragt Minami damit, seinen durchgedrehten Kumpel vorsichtshalber auf einem Schrottplatz unauffällig zu "entsorgen".
Doch auf dem Weg dorthin stirbt der Delinquent auf seltsame Weise. Das wäre ja an sich für Minami kein Problem, doch nachdem die Leiche dann auch noch auf unerklärliche Weise verschwindet, beginnt der junge Killer an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Auf der Suche nach dem Toten stolpert er in einen surrealen Albtraum voller bedeutungsschwangerer Visionen. In einem kleinen Hotel gipfelt der Horrortrip in einem bizarren Akt mit einem mysteriösen Mädchen ...
Wer sich für Miikes Intentionen interessiert, der findet im Bonusmaterial ein sehr ausführliches Interview (ca. 63 Min.) mit dem introvertierten Kultregisseur. Am Ende des eigens für die deutsche DVD aufgezeichneten Gesprächs äußert sich der Filmemacher z.B. recht eindeutig zum Thema Zensur. Das komplette Interview wurde ins Deutsche übersetzt. Beim Making of (ca. 20 Min.) hat man darauf verzichtet und leider auch keine deutschen Untertitel mitgeliefert. MK n
