Phätte Flügel, Aufmotz-Motor und bunte Lichter: Hier bauen wir unsere eigenen (T)raumschiffe.
Explorer 7 hat ein Problem. Sogar zwei: Zwei große feindliche Raumer am Heck. Seit drei Runden. Das kommt davon -- hätten wir Explorer 7 doch bloß einen Laser eingebaut! Aber nein, der dicke Sensor war uns wichtiger. Unser Computergegner war schlauer: kein Sensor, aber Laser. Jetzt können wir zwar weiter gucken, aber nicht schießen. Da hilft nur eins: schnelle Flucht zum nächsten eigenen Planeten, dort gleichzeitig ein dickes Kriegsschiff bauen (mit frisch entwickeltem Laser II!) und die Verfolger abfangen ...
Symbole schubsen
So spannend sich das auch lesen mag: Sie müssen schon viel Phantasie mitbringen, um dramatische Gefechte entstehen zu lassen. Galactic Civilizations 2 macht's nämlich nicht. Stattdessen schieben wir Raumschiffe rundenweise durchs All, pflastern auf besetzten Planeten Quadranten mit Fabriken, Labors, Märkten und Farmen zu. Und forschen uns durch einen dicken Technologiebaum.
Prallen zwei feindliche Schiffe oder Flotten aufeinander, passiert je nach Gefechtgröße zweierlei: a) winzige Laser britzeln über die galaktische Karte, der Verlierer platzt. Oder b) das Spiel schaltet in eine Nah-Ansicht, die Schiffe schwirren umher und ... siehe a).
Gut Spaß braucht Weile
Dieses Spielprinzip gibt's seit fast 15 Jahren -- siehe Spaceward Ho! und Master of Orion. Das Spielrad erfindet Galactic Civilizations 2 somit nicht neu, hat aber eine große Stärke: Es ist komplex, aber nicht kompliziert. Ruckzuck haben wir unsere eigenen Pötte entworfen (wie wär's mit einem Kampf-Aufklärer-Kolonie-Bauschiff?) oder komplette Planeten besiedelt. Nur Geduld müssen Sie mitbringen: Oft geschieht über zig Runden kaum etwas, weil's etwa bis zum nächsten Stapellauf ewig dauert.
Martin Deppe
