In Deckung, Counter-Strike! Lauf, Rainbow Six! Versteck dich schnell, SWAT 4! Sonst lacht ihr euch tot ...
Das ist aber lieb! Davilex »garantiert« uns auf der Packungsrückseite Spielspaß in diesem »hochspannenden« Ego-Shooter. Damit lehnen sie sich allerdings etwas weit aus dem Fenster. Dass Actionliebhaber bei einer Runde GSG 9 Anti-Terror Force tatsächlich so etwas wie Freude empfinden, ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Orgasmus bei einer Wurzelbehandlung -- ohne Betäubung.
Achtung, Alkoholkontrolle!
Im Optionsmenü geht der »Spaß« schon los: Wir wollen die Standardeinstellung ändern (Schießen auf Maustaste zwei!?), doch vergisst das Programm die Konfiguration wieder. Wenigstens merkt es sich die Mausgeschwindigkeit. Doch ach, selbst das höchste Setting ist zu unsensibel. Wir wanken wie ein Betrunkener durch steril texturierte Räume, ballern mal rechts, mal links am Ziel vorbei. Oder drehen uns um die eigene Achse und verlieren die Orientierung. Das ist in der ersten Mission zum Glück noch nicht tödlich, denn die besteht aus langweiligen Schieß- und Turnübungen.
Sterbende Schwäne
Im ersten richtigen Einsatz zeigt GSG 9 dann seine ganze hässliche Fratze. Wir sollen mit einem Anti-Terror-Team das Büro des britischen Premiers in der Downing Street Nummer 10 stürmen und Geiseln befreien. Dabei stehen uns unsere KI-Kameraden die meiste Zeit im Weg oder geben uns mit blecherner Synchronstimme sinnlose Ratschläge. Die Gegner sind auch nicht besser, kleben stur an ihren Positionen oder staksen stupide Patrouillenrouten ab. Wenn wir sie von ihrem virtuellen Leiden erlösen, machen sie Kniebeugen oder bleiben einfach erstarrt in der Luft kleben. Zum Glück bremst ein Absturz unseren Lachanfall.
Hellsichtige Terroristen
In der dritten Mission bleibt uns das Lachen im Halse stecken, sollen wir doch an den Gegnern vorbei schleichen. Was gar nicht funktioniert -- mal erspähen sie uns durch Wände hindurch, ein andermal bringt sie ein Stepptanz vor ihrer Nase nicht aus der Ruhe.
Rüdiger Steidle
