Following

Test

Christopher Nolan beweist mit seinem Spielfilmdebüt, dass Originalität nicht von der Höhe des Budgets abhängt

Eines Tages beschließt der untalentierte, arbeitslose Schriftsteller Bill (Jeremy Theobald), willkürlich ausgewählten Menschen durch die Londoner Innenstadt zu folgen. Zunächst nur, um seine voyeuristische Neugier zu befriedigen. Doch schnell entwickelt sich sein neues Hobby zu einem krankhaften Zwang. Als Bill von einem der Beschatteten zur Rede gestellt wird, hat das fatale Folgen. Der Fremde heißt Cobb (Alex Haw), verdient seine Brötchen als Einbrecher und genießt es, in der Privatsphäre fremder Leute herumzuschnüffeln. Offensichtlich haben sich hier zwei gleich Gesinnte gesucht und gefunden. Bill begleitet Cobb fortan bei dessen Raubzügen und findet schnell Gefallen daran. Alles läuft wie am Schnürchen -- bis sich Bill in eines der Opfer (Lucy Russell) verliebt und einen schweren Fehler begeht. Die attraktive Dame scheint nämlich die Geliebte eines skrupellosen Gangsterbosses zu sein.

Ein Mann für alles

Weil der 1970 in London geborene Christopher Nolan sein erstes Werk in Spielfilmlänge komplett aus eigener Tasche finanzieren musste, übernahm er auch gleich die Aufgaben des Autors, des Kameramanns und des Cutters. Im ausführlichen retrospektiven Audiokommentar der Single-Disc plaudert Nolan ("Batman Begins", "Insomnia") angeregt über die Entstehung des No-Budget-Projekts, erklärt, mit welchen Schwierigkeiten er und sein Team zu kämpfen hatten und warum die Dreharbeiten ein gutes Jahr in Anspruch nahmen.

Weiter geht es im Bonusprogramm mit zwei interessanten, alternativen Filmfassungen von "Following". Zur Auswahl stehen eine "Chronologische Version" und eine "Drehbuch-Variante" (Laufzeit bei beiden je ca. 70 Min.). Bei letzterer kann man während des Films optional das jeweils passende Original-Skript zuschalten. SN n

Fazit

Film-Check: Mit "Following" schuf Christopher Nolan einen durchaus spannenden, originell inszenierten Thriller, der in seiner Machart ein wenig an alte Film-noir-Streifen erinnert. Obwohl die Geschichte über den Voyeur einige Längen aufweist und nicht chronologisch erzählt wird, hat der Zuschauer keine Probleme, dem Handlungsablauf zu folgen.Die beiden relativ unbekannten Hauptdarsteller Alex Haw und Jeremy Theobald liefern zwar keine "Oscar"-reifen Leistungen ab, wissen aber durchaus zu überzeugen. Wer keine starbesetzte Hollywood-Hochglanzproduktion erwartet, wird mit einem exzellent ausgeklügelten, überraschenden Ende belohnt.
DVD-Fazit: Wer sich von der mangelhaften Bildqualität und dem unspektakulären Sound in DD 5.1 nicht abschrecken lässt, kann sich einen aufschlussreichen Audiokommentar und zwei zusätzliche Filmfassungen zu Gemüte führen.

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