Wenn ein Film über eine Milliarde Dollar einspielt, muss er verdammt viel Spaß machen. Jetzt entern Disneys Piraten auch die Heimkinos.
Johnny Depp und die Piraten sind wieder da. Der Nachfolger des Sommerhits von 2003 war erwartungsgemäß nur eine Frage der Zeit. Die phänomenale Rückkehr der Freibeuter war das Kinoereignis des Jahres 2006 und räumte endgültig mit dem Vorurteil auf, dass Fortsetzungen schlechter sein müssen als das Original.
Seit den frühen 80ern, als Wall Street-Broker in den Chefsesseln der maroden Hollywood-Studios Platz nahmen, um diese durch endlose Aufgüsse erfolgreicher Konzepte wieder liquide zu machen, traten Kritik und Publikum einem zweitem Teil grundsätzlich misstrauisch gegenüber. Nicht ganz grundlos. So zerstörten viele lieblose, rein aus Profitgier entstandene Sequels wie "Crodocile Dundee II" oder "City Slickers II" sogar den Zauber, der ihre Vorgänger zu Hits machte. Kommerz siegte über die Kunst.
Fortsetzung folgt
Heute sieht das anders aus. Läuft ein Streifen erfolgreich im Kino, wird die dazugehörige DVD den Händlern regelrecht aus den Händen gerissen. Anschließend erreicht der Film dann ein Heimkinopublikum, das in der Masse die Besucher der Multiplexe um ein Vielfaches übersteigt. Kehren die lieb gewonnenen Charaktere dann nach zwei bis drei Jahren auf die Leinwand zurück, sorgt die Summe aus jenen Zuschauern, die das Original im Kino mochten plus denen, die den Film auf DVD schätzen lernten, immer regelmäßiger dafür, dass Teil 1 an der Kasse übertroffen wird.
Beispiele gefällig? "Toy Story 2", "Shrek 2" und "Ice Age 2" vermeldeten Rekordergebnisse. Dass sich dieses Phänomen nicht nur auf das Genre der Animation beschränkt, beweisen "Blade 2", "Die Bourne Verschwörung", "Die Mumie kehrt zurück", "X-Men 2", "Saw II" oder die zweite Mission von "Austin Powers". Sie alle übertrumpften ihre Prequels mit Leichtigkeit.
