Das auf Tatsachen beruhende Drehbuch stammt aus der Feder von Paul Haggis, der für „L.A. Crash“ einen „Oscar“ gewann
Schreibhilfe
Ira, John und Rene kommt die PR-Tour allmählich fragwürdig vor
Bradley fasste die von ihm gesammelten Fakten in einem Buch zusammen, das irgendwann Steven Spielberg und Clint Eastwood in die Hände fiel. Beide waren sich allerdings einig, dass die Vorlage zwar exzellenten Lesestoff darstellte, aber nur schwer in ein Drehbuch zu verwandeln war. Für diesen Job wandte man sich an einen ausgewiesenen Spezialisten: Paul Haggis. Er hatte Eastwood bereits das „Oscar“-nominierte Skript zu „Million Dollar Baby“ geliefert und ist seit dem „Academy Award“ für den vom ihm inszenierten „L. A. Crash“ eine etablierte Größe. Haggis hatte zunächst nicht gewusst, wer dieser gewisse Steven war, den Clint in Gesprächen mit Paul immer wieder als seinen Partner erwähnte. Als er dann allerdings hinter das offene Geheimnis kam, ein Screenplay für zwei Hollywood-Ikonen abzuliefern, stieg die Last auf seinen Schultern merklich an.
Werbeträger
Werbetour: Die Helden von Iwojima reisen durch die gesamten USA
John Bradley (Ryan Phillippe), Rene Gagnon (Jesse Bradford) und der Indianer Ira Hayes (Adam Beach) sind die Helden der Nation. Durch ein Foto, auf dem sie das Sternenbanner über der eroberten japanischen Insel Iwojima hissen, wurden sie für die Armee der Vereinigten Staaten zu Hoffnungsträgern auf ein baldiges Ende des seit Jahren währenden Krieges. Auf einer Werbetour für das Militär reisen sie durch das ganze Land.
Die Öffentlichkeit ahnt nicht, dass die Aufnahme tatsächlich anders zustande kam und Gagnon gar nicht direkt daran beteiligt war. Zudem leidet Hayes zunehmend unter psychischem Druck, den man heute als posttraumatisches Stresssyndrom bezeichnet. Er greift immer häufiger zum Alkohol und wird so zum Problem für die PR-Kampagne. Auch Bradleys Zweifel an der Richtigkeit ihres Handelns verstärken sich. In nicht immer leicht verdaulichen Rückblenden auf Iwojima zeigt Eastwood dann, was wirklich geschehen ist.
Ausgleichende Gerechtigkeit
Trotz überwiegend guter Kritik ereilte sowohl „Flags of our Fathers“ als auch „Letters from Iwo Jima“ jenes eingangs beschriebene Schicksal von Kriegsfilmen, die im Kino kaum jemand sehen will, auf DVD aber reißenden Absatz finden. Weil er keine überteuerten Stars aufbietet, verschlang „Flags“ ein Budget von „nur“ 90 Mio. Dollar. Weltweit kamen aber lediglich 65 Mio. wieder herein. „Letters“ erwirtschaftete 68 Mio. bei Kosten von 19 Mio.
Versöhnliche Anekdote: In seiner Dankesrede für den „Golden Globe“, den Clint Eastwood als bester Regisseur für „Letters“ erhielt, bemerkte er trocken, dass sich niemand vorstellen könne, welche Genugtuung dieser Preis sei.
Nachbetrachtung
Disc 1 entspricht der separat erhältlichen Einzelausgabe und enthält neben dem in 21 Kapitel unterteilten Hauptfilm keinerlei Zusätze.
Vor das mit Musik unterlegte Hauptmenü wurden zwei Trailer („Prestige“, „Letters from Iwo Jima“) und ein Anti-Raubkopierer-Spot geschaltet. Filmbezogene Specials finden sich ausschließlich auf der Bonus-Scheibe. Begonnen wird mit einer Einleitung von Eastwood, in der wir auch einige historische Details über die Insel erfahren. Weiter geht’s mit der Featurette „Wörter auf Papier“, die James Bradley das Wort erteilt. Der Autor berichtet über seinen Vater und von der Recherche für das Buch. In „Sechs tapfere Männer“ wird das Schicksal der Fahnenaufsteller beleuchtet. Darüber hinaus äußern sich die jeweiligen Darsteller zu ihren Rollen. Näher mit der eigentlichen Produktion befasst sich das werbefreie Making of „Die Entstehung eines Epos“.
In B-Roll-Aufnahmen mischen sich hier Cast & Crew-Statements von Eastwood, seinem langjährigen Kameramann Tom Stern, Cutter Joel Cox, dem militärischen Berater James Dever, Art Director Jack Taylor und natürlich den Darstellern. Darunter gibt Paul Walker („The Fast and the Furious“) offen zu, unbedingt bei diesem Projekt dabei sein zu wollen und auch mit einer kleinen Rolle zufrieden gewesen zu sein.
„Das Hissen der Flagge“ widmet sich der Rekonstruktion der wichtigsten Szene, in „Die visuellen Effekte“ verblüffen die Pixel-Zauberer Michael Owens und Julian Levi von Digital Domain mit ihrer Arbeit. Abschließend gibt es noch den US-Kinotrailer sowie eine Wochenschau mit dem Titel „Ein Blick in die Vergangenheit“.
