Ein Entwicklungshelfer gerät in Marokko in die Folterkammer einer islamistischen Terrorzelle und erlebt eine Überraschung
Endstation: Die Europäer Martijn und Gavin (Colm Meaney, re.) sitzen in der Falle
Die Anschläge des 11. September 2001 forderten viele Opfer -- darunter auch den Verlust der Freiheit. Alltägliche Gewohnheiten, die in der westlichen Welt vorher selbstverständlich waren, wurden seitdem einem radikalen Wandel unterzogen. Manche verschwanden gleich ganz. Entspanntes Einchecken bei einem Kurzstrecken-Linienflug? Keine Chance. Selbst wenn Sie nur in T-Shirt und Badehose übers Wochenende nach Mallorca möchten, haben Sie sich einen halben Tag vor dem Abflug am Airport einzufinden, um sich einem Security-Check nach dem anderen zu unterziehen.
Noch schlimmer wird es, wenn Sie ein dunkler Hauttyp und Bartträger sind. Dann sind Ihnen nicht nur verängstigte Blicke einiger Mitreisender sicher. Sie haben darüber hinaus gute Chancen, von nervösen Sicherheitsbeamten zu einer Sonderbefragung aus der Schlange gewunken zu werden. Aber das ist längst nicht alles.
Paranoia
Martijn (Ryan Phillippe) verliert seine Finger
Seit dem 11. September schwebt über jeder Großveranstaltung die Angst vor einem Terroranschlag. Mittlerweile ist es fast egal, ob irgendwo ein Flugzeug abstürzt, ein Zug entgleist oder eine Fliegerbombe aus dem II. Weltkrieg an einer Autobahnbaustelle explodiert. Wann immer etwas Schlimmes passiert, stellt sich zuerst die Frage, ob Islamisten dahinter stecken könnten.
Ahmat (Laurence Fishburne) mit einer AK-47
Bemerkenswert ist Hollywoods Umgang mit diesem Phänomen. War es früher keineswegs ungewöhnlich, dass durchgeknallte Araber von US-Stars wie Chuck Norris ("Delta Force") oder Arnold Schwarzenegger ("True Lies") mit einem coolen Spruch ins Jenseits geschickt wurden, werden Feindbilder heute -- wenn überhaupt -- wesentlich subtiler und differenzierter gezeichnet. In seinem zweiten Spielfilm nahm sich der Nachwuchsregisseur Laurence Malkin ("Soul Assassin: Spur in den Tod") ebenfalls dieses Themas an.
Quizshow
Laurence Fishburnes Frau Gina Torres als Aicha
Der niederländische Pianist Martijn (Ryan Phillippe) reist nach Marokko, um ein Entwicklungshilfeprojekt für Kinder zu unterstützen. Dort angekommen, werden er und sein Begleiter, der in solchen Trips erfahrene Gavin (Colm Meaney), von Einheimischen betäubt und verschleppt. Beide wachen mit verbundenen Augen und an Stühle gefesselt in einer Lagerhalle auf. Während Gavin für sein aufmüpfiges Verhalten vom Einheimischen Ahmat (Laurence Fishburne) und seinem Gefolge schnell mit dem Tod bestraft wird, hat Martijn noch eine Chance, diesem Schicksal zu entgehen. Er muss Ahmat dessen Fragen über seine wahre Identität beantworten. Weigert sich der Klaviervirtuose, verliert er einen Finger nach dem anderen ...
In der Featurette auf der DVD erläutern die Beteiligten, wie wichtig es ihnen war, diese außergewöhnliche Geschichte zu erzählen. Wie immer bei Set-Interviews nutzen alle Sprecher auch hier die Gelegenheit, sich gegenseitig als Ausnahmetalente zu loben, mit denen man schon seit frühester Kindheit zusammenarbeiten wollte. Für weitergehende Special Features hat es auf dieser DVD nicht gereicht. Abgesehen von einer umfangreichen Trailershow gibt es nur noch eine animierte Fotogalerie zu bewundern.
