Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia: Würdiger Abgesang auf den 3DS

Test Thomas Nickel
Ungleiches Paar: Die beiden Helden Alm und Celica inmitten des unbarmherzigen Bürgerkrieges in Valtentia
Quelle: Nintendo Entertainment

Um den Kontinent Valentia zu retten, ziehen die Jugendfreunde Alm und Celica in die Schlacht. Doch kämpfen sie gemeinsam?

Nur etwa ein Jahr nach dem Dreiteiler Fire Emblem Fates hat es Entwickler Intelligent Systems geschafft, mit Fire Emblem Echoes: Shadows of ­Valentia einen weiteren Teil der populären Fantasy-Reihe fertigzustellen. Der Taktikspaß für unterwegs ist ein Remake des japanischen Exklusiv­ablegers Fire Emblem Gaiden, ­welcher bereits 1992 erschien.

Bürgerkrieg in Valtentia

Auf dem Kontinent Valentia liegt so einiges im Argen: Nachdem Kanzler Desaix den König Lima IV. von Zofia ermordet, kommt es zum Bürgerkrieg zwischen den beiden Königreichen Rigel und Zofia. Mittendrin befinden sich Alm und Celica, die sich aus Kindertagen kennen. Während Alm gerade gekürter Anführer der Rebellenarmee gegen Kanzler Desaix ist, macht sich Celica auf den Weg zum Tempel der Göttin Mila, um Schutz für das geplagte Zofia zu erbitten. So kreuzen sich die Wege der beiden nun wieder. Nach einem kurzen Prolog der beiden Helden spielt ihr jeweils ein Kapitel mit Alm und mit Celica, bis die beiden sich im dritten Abschnitt wieder treffen. Von da an wechselt ihr beständig auf der Weltkarte zwischen den parallel stattfindenden Abenteuern von Alm und Celica und erlebt so das Szenario aus zwei ­verschiedenen Perspektiven.

Mehr RPG-Elemente

Level up: Dieser Stufenanstieg hat sich gelohnt: Leon steigert gleich vier Charakterwerte. Leider fällt nicht jeder Aufstieg so üppig aus wie dieser. Quelle: Nintendo Entertainment Level up: Dieser Stufenanstieg hat sich gelohnt: Leon steigert gleich vier Charakterwerte. Leider fällt nicht jeder Aufstieg so üppig aus wie dieser. Die Story mit ihrer Mischung aus Politik und Fantasy ist typisch Fire ­Emblem, spielerisch geht Echoes hingegen andere Wege als die beiden 3DS-Vorgänger. So fehlen einige liebgewonnene Elemente, wie der Ausbau der eigenen Basis und die Möglichkeit, gezielt Figuren miteinander zu verkuppeln und Nachwuchs zu zeugen. Auf Interaktion muss man dennoch nicht verzichten: Immer wieder dürft ihr im Eifer des Gefechts Dialoge zwischen befreundeten Figuren auslösen, die deren Beziehung vertiefen und für bessere Leistungen im Kampf sorgen, wenn sie nahe beieinanderstehen. Besonders überraschend: der Wegfall des Waffendreiecks. Schwerter, Äxte und Lanzen stehen nicht mehr im Stein-Schere-Papier-Prinzip zueinander, trotzdem fühlen sich die Kämpfe vertraut an. Rundenbasiert zieht ihr eure Söldner, Bogenschützen, Ritter und Magier über eine in quadratische Felder aufgeteilte Karte und greift den Feind an, wenn er in Reichweite ist. Um das Risiko eurerseits zu minimieren, seht ihr vorher eine Prognose zu Trefferquoten und möglichem Schaden. Aufpassen solltet ihr bei magisch orientierten Figuren: Das Auslösen mächtiger Zauber kostet einen Teil eurer Lebensenergie. So erlernt Celica beispielsweise einen effektiven Zauber gegen Untote, dessen Einsatz allerdings direkt auch vier Lebenspunkte kostet. Ein bei­stehender Heiler kann in einem solchen Falle Abhilfe schaffen und davon profitieren, da er im Gegenzug wertvolle Erfahrungspunkte erhält. Dörfer und Schlösser können in Standbildern erforscht werden. Dort redet ihr mit Passanten, nehmt Quests an oder sammelt herumliegende Gegenstände und Waffen ein. In 3D-Dungeons, die ihr wie in einem klassischen RPG erforscht, bekämpft ihr zahlreiche Gegner, zerschlagt Fässer und sucht nach geheimen Durchgängen oder wertvollen Schatzkisten. Tief im Dungeon findet ihr oft eine Götterstatue, bei der ihr - die entsprechende Stufe eurer Figur vorausgesetzt - einen Klassenwechsel vornehmt. Oft entdeckt ihr magische Quellen, wo ihr ein paar eurer Charakterwerte steigern dürft. Einer Ermüdung der Charaktere lässt sich entgegengewirken, indem ihr bei den erwähnten Statuen durch kleine Nahrungsspenden um göttlichen Beistand bittet.
In Dungeons findet ihr göttliche Statuen. Hier ändert ihr die Klasse eurer Figuren, ihr könnt euch aber auch ausruhen und das Zeitenrad einsetzen. Quelle: Nintendo Entertainment In Dungeons findet ihr göttliche Statuen. Hier ändert ihr die Klasse eurer Figuren, ihr könnt euch aber auch ausruhen und das Zeitenrad einsetzen.

Komfort im Kampf

Per Amiibo beschwört ihr Helden früherer Episoden, die euch für eine Runde selbstständig unterstützen. Aber Vorsicht, das kostet viel Lebensenergie! Quelle: Nintendo Entertainment Per Amiibo beschwört ihr Helden früherer Episoden, die euch für eine Runde selbstständig unterstützen. Aber Vorsicht, das kostet viel Lebensenergie! Um dem Spieler das Leben zu erleichtern, wurden dem Taktik-Rollenspiel einige Komfortfunktionen spendiert. Vor Spielbeginn wählt ihr zwischen zwei Schwierigkeitsgraden und entscheidet, ob ihr sterbliche Helden wollt oder ob im Kampf gefallene Figuren in der nächsten Mission wieder mit von der Partie sein sollen. Noch komfortabler ist die recht früh im Spiel eingeführte Funktion, bereits getane Züge zurückzunehmen. Zunächst geht das nur einmal pro Kampf. Wenn ihr Ausschau nach entsprechenden Gegenständen haltet, dürft ihr die Funktion im Verlauf des Abenteuers allerdings auch öfters einsetzen. Auf diese Weise rettet ihr durchaus auch mal das Leben eines Mitstreiters, wenn dieser unglücklicherweise getötet wurde. Mit den beiden neuen Amiibo-­Figuren von Alm und Celica schaltet ihr jeweils eine optionale Herausforderung frei, andere Amiibo lassen euch ­hingegen Figuren im Kampf beschwören. Doch eine solche Aktion kostet stolze zehn ­Lebenspunkte - der Einsatz will im Gefecht also gut bedacht sein.

Saubere Inszenierung

Mit ihren detaillierten Figuren und den eleganten Animationen sind die Kampfsequenzen der grafische Höhepunkt des Abenteuers. Quelle: Nintendo Entertainment Mit ihren detaillierten Figuren und den eleganten Animationen sind die Kampfsequenzen der grafische Höhepunkt des Abenteuers. In der taktischen Kartenansicht werden verbündete und feindliche Einheiten als reduzierte Sprites dargestellt - nicht hübsch, aber übersichtlich. Kommt es zum Angriff, lässt der 3DS die Grafikmuskeln spielen: Ohne harten Schnitt fährt die Kamera aufs Schlachtfeld und zeigt die Figuren als detaillierte 3D-Modelle, die sich in einer spektakulären Sequenz gegenseitig verprügeln. Dabei werden nicht einfach stumpf die immer gleichen Animationen abgespult, sondern die Manöver passen sich der Situation an. Weicht euer Schwertmeister dem Angriff des feindlichen Axtschwingers aus, holt er noch in der Ausweichbewegung aus und startet einen Gegenangriff. Auch die übrige Präsentation überzeugt: Die Dungeons sind grafisch ansehnlich und müssen sich nicht hinter Mitstreietrn wie Shin Megami Tensei 4 verstecken. Die Musik untermalt das Geschehen mal dramatisch, mal heldenhaft, die Sprecher verkörpern ihre Rollen mit viel Elan. Apropos Sprecher: Auch in der deutschen Version gibt es nur englische Sprachausgabe. Dafür sind die deutschen Texte charmant geschrieben und überzeugen mit der richtigen Mischung aus Drama und Humor.

Wertung zu Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia (3DS)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Jede Menge interessante FigurenDie Rollenspielelemente sorgen für AbwechslungDas Spiel ist sehr umfangreichSchicke Präsentation, gute (englische) ­SprecherNützliche Komfortfunktionen
Manche Kämpfe wirken wie ­FüllmaterialSoziale Elemente fehlen
Fazit

Bis auf ein paar Detailmängel überzeugt das voraussichtlich letzte Fire Emblem auf dem 3DS.

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