Einmal mehr widmet sich Deepa Mehta den Problemen der indischen Gesellschaft. Im Zentrum stehen diesmal althergebrachte Familienwerte und damit nicht konform gehende Gefühle.
Trügerische Idylle: Rhada (Shabana Azmi)
Die junge Sita (Nandita Das) ist frisch verheiratet und doch nicht glücklich. Ihr Gatte Jatin (Jaaved Jaaferi) liebt sie nicht, sondern willigte nur aufgrund gesellschaftlicher Zwänge in die Hochzeit ein. Die in Delhi lebende Familie ihres Mannes ist ganz in den Traditionen verhaftet. So führt auch Jatins Bruder Ashok (Kulbhushan Kharbanda) eine Ehe ohne Liebe. Seine Frau Radha (Shabana Azmi) kann keine Kinder bekommen, was Ashok mit dem Entzug jeglicher Leidenschaft straft. Er verbringt mehr Zeit mit einem religiösen Prediger als in der Familie. Selbst das aufopferungsvolle Fasten der Gattinnen zum Wohle ihrer Männer scheint keine Bedeutung mehr zu haben. Nach und nach kommen sich die einsamen Frauen näher und entdecken eine grenzenlose Liebe. Als ihr Geheimnis bemerkt wird, müssen alle Beteiligten ihr Leben überdenken.
Alte Konventionen im klassischen Gewand
Die Zusatzausstattung wird der gesellschaftskritischen Thematik nicht gerecht. Obgleich die Interviewschnipsel einen ersten Eindruck der Ansichten und Arbeitsweise der Regisseurin vermitteln, bleiben viele Fragen offen.
