Far Cry: Instincts

Test Thorsten Küchler

Panik im Paradies: Ubisoft entfuhrt Sie auf eine Tropeninsel voller Animateure. Deren gastfeindlicher Auftrag: Tod allen Touristen!

Vielmehr macht Ihr Held nach dem ersten Spieldrittel eine Mutation durch. Muskeln der Kategorie "Schwarzenegger", übermenschliche Sinneswahrnehmungen, leopardenschnelles Lauftempo -- der Gejagte wird zum instinktgetriebenen Jäger! Welche Fähigkeiten Jack im Einzelnen entwickelt, zeigt unser Kasten auf Seite 48. Diese Raubtier-Mentalität hält nicht nur bis zum Ende der Solo-Kampagne an, sie ist auch essenzieller Bestandteil des Mehrspieler-Angebots. Zu den üblichen Verdächtigen, Deathmatch (heißt hier "Chaos") und Capture the Flag ("Steal the Sample"), gesellt sich mit dem "Predator" eine spannende Modus-Innovation.

Der Clou: Ein Team tritt als stinknormale Söldnerformation an, das andere schlüpft in die genmanipulierte Haut von Mutanten. Auch die Missionsziele der beiden Mannschaften sind grundverschieden: Während die Menschlein einen (für die Mutanten tödlichen) Transmitter aktivieren müssen, geht's dem Monstermob einzig und allein ums Ausrotten der Eindringlinge.

Multiplayer-Mathematik

Nun zu den nackten Zahlen: Über Xbox Live! oder LAN-Netzwerk dürfen bis zu 16 Xbox-Besitzer an der "Far Cry"-Party teilnehmen. In der Splitscreen-Variante ist die Ballerei hingegen auf vier Spieler beschränkt. Als Austob-Areal stehen 15 Karten zur Verfügung. Wer mehr will, der bastelt sich selbst Mutliplayer-Spielplätze. Mit dem passenden Editor (siehe Kasten auf Seite 47) bauen Sie ohne große Einarbeitungszeit imposante Inseln zusammen. Die Kreationen lassen sich sogar über Xbox Live! verwenden, denn alle teilnehmenden Spieler laden sich die benötigten Daten automatisch auf ihre Konsole herunter.

FAZIT: Für Xbox-Schützen gibt's ab Ende September nur noch ein Urlaubsziel: "Far Cry: Instincts"! Ubisofts Regenwald-Rabatz bietet nicht nur die (bis auf kleine Ruckler und ins Bild ploppende Texturen) schönste Spielwelt aller Konsolentitel, auch inhaltlich herrschen paradiesische Zustände. Clevere Bösewichter, spannende Spezialfähigkeiten und rasante Fahrzeug-Intermezzi machen den Insel-Ballermann zum Fünf-Sterne-Tipp im Xbox-Reisekatalog.

Die große Stärke des virtuellen Überlebenskampfs ist aber das Spielareal: Zu Lande, zu Wasser oder in der Luft -- so viele Freiheiten bei der Wegfindung bot bislang höchstens "Halo 2". Umso ärgerlicher, dass der Story-Modus mit zehn Stunden Umfang arg kurz ausfällt -- zu gern wären wir in der Polygon-Karibik noch länger auf Sightseeing gegangen. Die cleveren Mehrspieler-Optionen und den mächtigen Karteneditor nehmen wir aber dankend als Entschädigung an. In diesem Sinne: Schöne Ferien auf "Far Cry"!

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