Zusätzlich zur normalen "Fantomas"-Trilogie bringt Universum nun eine Special Edition als ansehnliches Digi-Pak mit einigen Extras heraus. Ist dies ein Grund, vor Freude in die Luft zu gehen?
Cholerisch, aufbrausend, stur und wahnsinnig komisch -- treffender könnte man Louis de Funès nicht beschreiben. Der großen Durchbruch als Komiker gelang dem quirligen Franzosen mit den Filmen "Ein Herr aus besten Kreisen" (1962) und "Balduin, der Geldschrankknacker" (1963). Ein Jahr später übernahm er die Rolle als chaotischer Polizist in "Der Gendarm von St. Tropez", die ihn legendär machte. Diesen Charakter verkörperte de Funès in seinen knapp 140 Spielfilmen insgesamt fünfmal, bevor er im Januar 1983 einem Herzinfarkt erlag.
Als Vorlage zu den "Fantomas"-Streifen dienten Regisseur André Hunebelle die Groschenromane von Pierre Souvestre und Marcel Allain aus dem frühen 20. Jahrhundert. Damals waren Fantomas und Inspektor Juve knallharte, humorlose Kontrahenten. Diese Tatsache kümmerte den Filmemacher wenig: Er inszenierte die Geschichten nach eigenen Vorstellungen -- der Erfolg gab ihm Recht. Dass die wilden Abenteuer noch heute viele Menschen begeistern, beweisen die zahlreichen Vorbestellungen für die Special Edition bei DVD-Händlern und Online-Shops.
Fantomas (1964):
Der Journalist Fandor (Jean Marais) hat eine Lügengeschichte über den Verbrecher Fantomas veröffentlicht. Jetzt steht ihm das Wasser bis zum Hals, denn der beleidigte Meister der Verkleidung hat ihm ein Ultimatum gestellt: Fandor muss innerhalb von 24 Stunden ein Dementi bringen, sonst geht?s ihm an den Kragen. Dummerweise hält der eifrige Kommissar Juve (Louis de Funès) Fandor für Fantomas und sperrt ihn hinter Gitter. Damit gerät der schlaue Juve ins Visier des hinterlistigen Superganoven. Bei der Bildqualität der ersten DVD muss man einige Abstriche machen. Hintergrundrauschen und Grießeln lassen sich nicht verleugnen. Der deutsche Ton in Stereo bringt die Stimmen verständlich, dafür klingt die Filmmusik unangenehm schrill.
Fantomas gegen Interpol (1965):
Ein Jahr ist vergangen und Fantomas befindet sich noch immer auf freiem Fuß. Diesmal möchte er die Menschheit mit Hilfe einer Strahlenkanone unterjochen -- dazu braucht er die besten Wissenschaftler, die er kriegen kann. Unter den Forschern, die Fantomas entführen will, befindet sich Professor Marchand (Albert Dagnant). Doch was der Maskenmann kann, kann Fandor schon lange: Um Fantomas das Handwerk zu legen, verkleidet er sich als Marchand -- und bringt sich damit in Lebensgefahr. Unglücklicherweise wurde Kommissar Juve nicht in diesen genialen Plan eingeweiht ...
In technischer Hinsicht ist die zweite Disc mit der ersten identisch. Das Bonusmaterial mit Trailershow, einer Foto-Slideshow, den internationalen Filmplakaten und dem Original-Kinotrailer bietet kaum aufschlussreiche Informationen.
Fantomas bedroht die Welt (1967):
Jetzt schnappt Fantomas völlig über. In seinem neuen schottischen Domizil denkt er sich ein ungeheuerliches "Steuersystem" aus: Die reichsten Männer der Welt sollen Millionen blechen, damit er sie am Leben lässt. Nachdem der erste Zahlungsverweigerer das Zeitliche gesegnet hat, sieht sich Scotland Yard gezwungen, professionelle Hilfe aus Paris anzufordern. Ohne zu zögern reisen Juve und seine Crew nach Schottland. Schon am ersten Abend geschehen seltsame Dinge, die allen Beteiligten schwer zu schaffen machen. Wird Juve es dieses Mal schaffen, Fantomas hinter Schloss und Riegel zu bringen -- oder entgeht das Genie erneut seiner gerechten Strafe?
Visuell ist der letzte Teil der Trilogie aufgrund von starkem Rauschen und stärkerer Verschmutzung die am wenigsten gelungene Umsetzung.MN
