Rechtzeitig zur Wahl kommt der als Doku getarnte Propagandafilm des Anti-Bush-Polemikers Michael Moore
Bereits mit dem kontrovers aufgenommenen "Bowling for Columbine" zeigte Michael Moore eine Seite Amerikas, über die viele lieber den Mantel des Schweigens ausgebreitet hätten. In "Fahrenheit 9/11" verarbeitete er dann seine offen ausgelebte Abneigung gegen die Bush-Administration. Erklärtes Ziel war es, Amerika die Augen zu öffnen und zu verhindern, dass George W. Bush am 02. November 2004 erneut ins Amt gewählt würde.
Um dieses Ziel zu erreichen, verzichtete Moore sogar auf eine mögliche "Oscar"-Nominierung. Nach den Regeln der Academy darf kein Film nominiert sein, der innerhalb von neun Monaten nach dem Kinostart bereits im Fernsehen zu sehen war. Moore aber möchte, dass der Film noch vor den Präsidentschaftswahlen im Fernsehen ausgestrahlt wird, damit ihn möglichst viele Amerikaner sehen können.
Die Suche nach Antworten
"Fahrenheit 9/11" beleuchtet im Moore-typischen Mix aus geschickten Auslassungen und zugespitzten, in eine von Moore gewollte Richtung lenkender Wahrheiten die Wahl Bushs zum Präsidenten, den 11. September 2001 und seine Konsequenzen. Der schwerste Terroranschlag, der jemals auf amerikanischen Boden verübt wurde, machte die Verletzlichkeit der bisher als unverwundbar geltenden Supermacht USA überdeutlich.
Moore präsentiert Aufnahmen und TV-Berichte über den Gegenschlag Amerikas und ihrer Koalition gegen den Drahtzieher Osama Bin Laden und stellt Fragen, auf die Bush und seine Regierung die Antworten schuldig blieben. Er geht u.a. Ungereimtheiten nach, die bei der Beziehung der Bush- und die Bin Laden-Familie bestehen, fragt, warum der Gegenschlag gegen Bin Laden so spät und nicht mit derselben Effizienz erfolgte, die man beim dritten Golfkrieg an den Tag legte, und er fordert Beweise, die den massiven Truppeneinsatz gegen den Irak rechtfertigen würden.
