Elementarteilchen

Test Susanne Backmund

Oskar Roehler verfilmte Michel Houellebecqs Kultroman um die Nöte zweier Brüder mit Moritz Bleibtreu und Christian Ulmen.

Seelenverwandte

Spröde: Franka Potente mit Christian Ulmen Spröde: Franka Potente mit Christian Ulmen Dass Regisseur Roehler den Romanautor Michel Houllebecq aufgrund einiger Lebensparallelen als Bruder im Geiste sieht und die Vorlage des Enfant terribles der französischen Gegenwartsliteratur als "Schlüssel zum fundamentalen Verständnis unserer Gesellschaft" bezeichnet, erfährt man im Bonusmaterial der Scheibe. Die Aussagen der einzeln anwählbaren Cast & Crew-Interviews finden sich teilweise im halbstündigen Making wieder.

Hinter gleich drei Menüpunkten verbergen sich nichts anderes als Werbetrailer zu "Hui Buh", "Die wilden Hühner", "Mord im Pfarrhaus", "Vom Suchen und Finden der Liebe", "Der Räuber Hotzenplotz", "Handbuch der Liebe" und "Apocalypto". Darstellerinfos auf Texttafeln verraten neben Geburtsort und -jahr die Filmografien von Nina Hoss, Franka Potente, Martina Gedeck, Christian Ulmen und Moritz Bleibtreu. Beim "Blick hinter die Kulissen" handelt es sich um eine unkommentierte B-Roll. Interessanter ist da schon ein Blick auf "Casting/Probe" jener Szene, in der die beiden Halbbrüder sich erstmals gegenüberstehen.

Fazit

Film-Check: Die Intention von Regisseur Oskar Roehler und Produzent Bernd Eichinger war es, dem breiten Publikum einen schwer verdaulichen Stoff zugänglich zu machen. Dessen Verkürzung war dabei unvermeidbar. Dennoch: Das Beste an der Adaption ist die Besetzung.Unter den bis in die Nebenrollen prominenten Darstellern sticht Moritz Bleibtreu hervor, der eine in ihrer Zwanghaftigkeit tragikomische Figur verkörpert. Gegen seine und Martina Gedecks Präsenz können Christian Ulmen, der seine Rolle als Wissenschaftler ohne Gefühl mit einem jederzeit freundlich-neutralen Gesichtsausdruck bestreitet, und Filmpartnerin Franka Potente wenig ausrichten.
DVD-Fazit: Die DVD ist technisch gut umgesetzt. Die Ausstattung ist etwas zu kurz gekommen. Das Making of und die Interviews lohnen zwar einen Blick, gelöschte Szenen und ein Audiokommentar hätten aber tiefere Einblicke ermöglicht.

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