Ein Haus in Irland

Test

Zwei Frauen auf Selbstfindungstrip: Seichte Häusertausch-Geschichte nach einem Vorbild aus der Feder Maeve Binchys

Ein Haus in Irland Maeve Binchy ist das irische Pendant zu der englischen Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher und liefert ebenso wie ihre Kollegin in gängigen Motiven verhaftete, aber nichtsdestotrotz immens erfolgreiche Frauenromane. Der "Ein Haus in Irland" zugrunde liegende Binchy-Roman erzählt von zwei Frauen in Dublin und Neuengland, die in einer Lebenskrise beschließen, für einige Monate ihre Häuser zu tauschen.

Die Amerikanerin Marilyn (Andie MacDowell) und ihr Gatte Greg (August Zirner) verloren ihren einzigen Sohn bei einem Motorradunfall, die Irin Ria (Olivia Williams) erfährt, dass ihr Mann Danny (Iain Glen) mit seiner Geliebten (Heike Makatsch) ein Kind gezeugt hat. Nach einem Sommer im Haus der jeweils anderen kehren die beiden Frauen in ihr eigenes Domizil zurück -- die eine mit ihrem Mann, die andere ohne.

"Hausfrauenliteratur"

Trotz der prominenten Darstellernamen kam bei dieser wenig originellen Entwicklungsgeschichte nicht mehr als gediegene Unterhaltung voller Herz und Schmerz heraus, die eigentlich besser im Fernsehen aufgehoben wäre als auf der Kinoleinwand. Im Bonusmaterial der DVD finden sich ausführliche Interviews, unter denen vor allem das mit der Romanautorin Binchy interessant ist. Unter anderem spricht die Schriftstellerin über ihre Inspiration, die Besetzung und ihren Cameo-Auftritt (00:54:17).

Während Andy MacDowell, Olivia Williams und Iain Glen in erster Linie die Beweggründe ihrer Charaktere zu ergründen versuchen, verrät der irische Filmemacher Gillies MacKinnon, dass es nach "The Playboys" (1992) in erster Linie die Gelegenheit zur erneuten Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautoren Shane Connaughton war, die ihn zum Regieführen verleitete. SB n

Fazit

Film-Check: Dass die Handlung ziemlich vorhersehbar und mit Klischees beladen ist, nimmt man dieser harmlos-netten Literaturverfilmung nicht weiter übel. Das eigentliche Problem sind hier die Schauspieler, denn von den bekannten Namen hätte man mehr erwartet als eine Performance auf TV-Film-Niveau.Andie MacDowell wirkt deplaziert, Olivia Williams verleiht ihrer Figur keine Tiefe. Heike Makatschs Kurzauftritte bleiben glanzlos, und warum Iain Glen als Rias Ehemann nun gerade der Casanova schlechthin sein soll, erschließt sich den Zuschauern auch nicht. Wer mal wieder leichte Kost sehen möchte, liegt mit dieser irisch-deutschen Koproduktion richtig.
DVD-Fazit: Bei dieser aus dem Jahr 2005 stammenden Kinoproduktion ist die audiovisuelle Umsetzung erwartungsgemäß gut gelungen. Schön, dass man daran gedacht hat, die Specials komplett mit deutschen Untertiteln zu versehen.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk