Doom Eternal in der Vorschau: Wir haben die höllische Ballerorgie erstmals angespielt
Special
Doom Eternal soll mehr Dämonen, mehr Action, mehr Spielspaß bieten. Das versprechen zumindest die Entwickler von id Software für den neuesten Teil der legendären Shooter-Reihe. Wir konnten uns davon erstmals selbst überzeugen, indem wir eine Stunde lange die Dämonen der Holle bekämpft haben. Alle Details dazu in dieser Vorschau.
Doom ist die Hölle. Was für die meisten Spiele eine niederschmetternde Kritik wäre, ist für die legendäre Shooter-Reihe von id Software nicht viel mehr als eine Inhaltsbeschreibung. Seit über 25 Jahren kämpft der namenlose, heute schlicht "Doom Slayer" genannte Held nun schon gegen Horden von Dämonen aus dem Reich der Verdammnis. Bereits im vergangenen Jahr kündigten die Macher mit Doom Eternal (jetzt kaufen 99,99 € ) den nun bereits fünften Teil der Serie im Rahmen der E3-Pressekonferenz von Bethesda an. Wenig später erfolgte die erste Vorstellung von Gameplay aus dem Ego-Shooter auf der QuakeCon 2018. Noch vor dem Auftakt der diesjährigen E3 hatten wir nun die Gelegenheit, das Spiel erstmals auch selbst anzuspielen und uns ein Bild von den Veränderungen gegenüber dem Vorgänger von 2016 zu machen.
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Modernste Technik
Doom Eternal ist ein direkter Nachfolger, der an die Ereignisse von Doom anknüpft. Diesmal geht es aber nicht nur auf dem Mars gegen die Dämonen, die Horden der Hölle fallen jetzt auch auf der Erde ein. Entwickelt wird das Spiel mit der brandneuen idTech-7-Engine, die hier erstmals zum Einsatz kommt. Der neue Grafikmotor soll zehnmal so viele geometrische Details sowie deutlich höhere Texturschärfe bieten. Für ein Doom besonders von Bedeutung ist das neue Feature, das die Entwickler "Zerstörbare Dämonen" nennen. Dieses erlaubt der Engine, schrittweise Zerstörung an den Körpern der Feinde basierend auf der Schadenseinwirkung darzustellen.
Quelle: Bethesda
Die als Unterarme dienenden dicken Kanonen des Mancubus lassen sich gezielt abschießen, um den Gegner zu schwächen.
Gelegenheit das auszuprobieren bekommt ihr reichlich. Das Spiel soll doppelt so viele verschiedene Dämonentypen bieten, damit auch im späteren Verlauf der Kampagne noch neue Herausforderungen warten. Das Schadensmodell für Dämonen findet dabei besonders bei den größeren Vertretern der Höllenbrut auch eine taktische Anwendung. So haben viele Gegner spezielle Schwachpunkte, die gezielt ausgenutzt werden können. Beim klassischen Mancubus lassen sich zum Beispiel die Waffen an beiden Armen wegballern, was euch einen klaren Vorteil verschafft.
Das Gameplay von Doom Eternal bezeichnen die Entwickler als "Power Fantasy Combat Puzzle". Die Entwickler wollen, "dass euch das Spiel permanent fordert und euch die Tools gibt, diese Herausforderungen zu überwinden". Lernen, Hindernisse überwinden und die Meisterung des Erlebnisses sollen im Mittelpunkt stehen. Um das zu erreichen, legen die Entwickler den Fokus noch etwas mehr auf das Ressourcen-Management. Lebenspunkte, Rüstung und Munition wollen ständig wieder aufgefüllt werden und noch stärker als im Vorgänger müsst ihr euch dafür der speziellen Fähigkeiten des Doom Slayers bedienen.
"Wenn ihr es braucht, dann nehmt es euch von den Dämonen", beschreiben die Entwickler die zugrunde liegende Philosophie. Also heißt es wieder Glory Kills für Lebenspunkte ausführen und die Kettensäge einsetzen, um an Munition zu kommen. Außerdem könnt ihr jetzt Feinde in Brand setzen, die dadurch Rüstung fallen lassen. "Welche Waffe ihr wählt, wie ihr einen Feind bekämpft, wie ihr euch bewegt, wann ihr die Kettensäge einsetzt, das alles ist wichtig", um im Kampf gegen die Höllenbrut zu überleben. Die Entwickler warnen uns aber auch direkt, dass wir vermutlich einige Male während der Demo sterben werden. Das gehöre aber zum Lernprozess dazu.
Quelle: Bethesda
Die Kettensäge ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Mit dieser kann man Gegner schnell ausschalten und dabei Munition einsammeln.
Big Fucking Fleischerhaken
Unser erster Ausflug in Doom Eternal führt uns auf die UAC Orbital Basis auf dem Mars-Mond Phobos. Hier befindet sich die BFG 10.000, eine gewaltige Abwehrkanone, die im Kampf gegen die immer größer werdenden Dämonenhorden eingesetzt wird. Unser Ziel ist es, eine Route zurück auf den Mars zu finden. Also kämpfen wir uns durch die Korridore der Mond-Basis und machen uns allmählich mit den zahlreichen Gameplay-Möglichkeiten vertraut. Da dieses Level bereits mitten in der eigentlichen Kampagne stattfindet, sehen wir uns mit einer sehr steilen Lernkurve konfrontiert.
Quelle: Bethesda
Ein Shooter alter Schule. Wir finden in den Levels Extraleben, die uns im Falle des virtuellen Ablebens das Laden eines Checkpoints ersparen.
Schnell fallen uns auch interessante Neuerungen auf. So finden wir im Level ein Extraleben, das uns im Falle des Ablebens direkt im Kampf wiederbelebt. Damit kehren die Entwickler also wieder ein wenig zur alten Schule der Ego-Shooter zurück, wo Extraleben zur Standardausstattung gehörten. Aus dem Vorgänger bekannt sind die Waffenmods. Diesmal sammeln wir jedoch keine Felddrohnen ein und suchen uns dabei ein gewünschtes Upgrade aus. Stattdessen ist bereits vorab festgelegt, welche Mod es wo zu finden gibt.
So sammeln wir an einer Stelle zum Beispiel das Fleischhaken-Upgrade für die Super Shotgun ein. Mit dieser nützlichen Modifikation können wir noch größeren Nutzen aus der zerstörerischen Feuerkraft der Schrotflinte auf kurze Distanz schlagen. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste feuern wir damit einen Greifhaken auf den anvisierten Gegner und ziehen uns dann in einer geschmeidigen Bewegung an diesen heran. Das sieht nicht nur stylisch aus, sondern macht auch verdammt viel Spaß. Außerdem können wir dieses Gadget nutzen, um Abgründe zu überwinden - vorausgesetzt, auf der anderen Seite steht ein bereitwilliger Dämon, der sich als Hakenziel verwenden lässt.
Anders als im Vorgänger scheint es allerdings keine Upgradepunkte für Waffen mehr zu geben. Während unserer Anspielsession haben wir nichts Vergleichbares in den Levels gefunden. Auch im Spielmenü gab es kein Anzeichen für ein System, mit dem sich die Waffen beziehungsweise ihre Mods aufwerten lassen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Rüstung des Doom Slayers. Haben wir im Vorgänger noch Praetor-Token eingesammelt, um unseren Anzug zu verbessern, scheint es eine solche Mechanik diesmal nicht mehr zu geben.
Quelle: Bethesda
Der Kern des Mars liegt offen und Trümmer des Planeten treiben im All. Hier müssen wir einige Hüpfpassagen bewältigen.
Hüpf, Doom Slayer, Hüpf
Nach einer Weile gibt es in unserer Demo einen Schnitt und das Spiel springt ein wenig in der Zeit voran. Vor uns offenbart sich ein beeindruckendes Bild des Mars, aus dessen Oberfläche ein riesiger Teil herausgesprengt wurde, was den Kern des Planeten offen legt. Was genau hier passiert ist, verrät uns die Demo nicht, aber wir vermuten ganz stark, dass beim Einsatz der BFG 10.000 irgendwas gehörig schief gegangen ist. Unser Ziel ist es nach wie vor zum Mars zu gelangen. Neben weiteren nervenaufreibenden Kämpfen reizen wir in diesem Abschnitt vor allem das deutlich erweiterte Bewegungsrepertoire unseres Helden aus.
Quelle: Bethesda
Das neue Bewegungsrepertoire des Doom Slayers ermöglicht es uns zum Beispiel, uns an der grau hervorgehobenen Fläche vor uns festzuhalten und zu klettern.
Das Level vor uns besteht nämlich vor allem aus einer ganzen Reihe von frei im Raum schwebenden Trümmern des Mars, über die wir uns zu unserem Ziel vorarbeiten müssen. Dabei kommt zum einen der bereits bekannte Doppelsprung zu Einsatz, zum anderen kann der Doom Slayer jetzt auch einen Dash ausführen. Der ist nicht nur hilfreich, um Gegnern auszuweichen. Kombiniert mit dem Doppelsprung lassen sich so relativ große und weite Sprünge über Abgründe oder eben von einem Trümmerteil zum nächsten vollführen. Und als wäre das noch nicht genug, halten wir uns jetzt auch an dafür vorgesehenen Stellen an Wänden fest und klettern diese empor.
Das alles kombiniert, hatten wir in diesem Abschnitt der Demo zwischenzeitlich zumindest kurz das Gefühl, uns eher in einem Jump&Run statt in einem Ego-Shooter zu befinden. Wirklich schlimm ist das aber nicht, vor allem da die Bewegungen so präzise und flüssig von der Hand gehen, dass es durchaus zum Spielspaß beiträgt, sich flink und geschmeidig durch die interessant gestalteten Level zu bewegen.
Die Hölle bricht los
Kurz vor dem Ende unserer Spielzeit macht die Demo noch einmal einen Sprung und wir befinden uns tief in den Trümmern des Mars. Je näher wir dem Planetenkern kommen, umso intensiver werden die Gefechte mit den Dämonen. Hier finden wir erstmals einen Kristall, der unsere Lebenspunkte aufwertet. Ähnlich wie bei den Waffenmods haben wir hier nicht wie im Vorgänger die Wahl zwischen Leben, Rüstung und Munition, sondern finden vorgefertigte Items, die unsere Charakterentwicklung bestimmen.
Zum Abschluss der Anspielversion erwartet uns dann eine Kampfarena, die uns alles abverlangt, was wir bis dahin über das Spiel gelernt haben. Die Kräfte der Hölle werfen uns gleich diverse Hell Knights, Mancubus, Imps und einige der neuen Dämonen entgegen. Trotz permanenter Bewegung, Glory Kills und Kettensägeneinsatz, benötigen wir einige Anläufe, diese Herausforderung zu meistern - aber die Entwickler hatten uns ja gewarnt. Man wollte uns absichtlich keine zu Präsentationszwecken auf ein geschmeidiges Durchspielen getrimmte Vorschauversion vorsetzen.
Schließlich ist Gameplay bei einem Doom der zentrale Faktor und hier beweisen die Macher von id Software wieder einmal, dass sie ihr Handwerk meisterhaft beherrschen. In kaum einem anderen Shooter findet man ein Gunplay, dass sich so hervorragend anfühlt, Bewegungen, die so flüssig von der Hand gehen. Ein wenig skeptisch sind wir noch, was die gefühlten Rückschritte bei der Charakterentwicklung angeht. Aber vielleicht waren in der Demo auch noch nicht alle entsprechenden Features implementiert. Ein wenig Zeit bleibt den Entwicklern ja auch noch. Erscheinen soll der Shooter am 22. November für PC, PS4 und Xbox One.
Meinung
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