Die Zwerge Test: Solide Roman-Umsetzung mit kleinen Macken

Test Markus Thalhammer
Klassischer Konflikt: 
Orks und Zwerge sind auch in diesem Fantasy-Universum nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechen. (PC)
Quelle: THQ Nordic

Bei der Entwicklung von Die Zwerge stand King Art Games in stetem Austausch mit Markus Heitz, dem Autor der Romanvorlage - hat sich das ausgezahlt?

Die Fantasy-Geschichte um den unter Menschen aufgewachsenen Zwergen-Schmied Tungdil Bolofar konnte natürlich nicht eins zu eins ins Spiel übertragen werden. Dennoch ist die Story des Rollenspiels stimmig und so nah wie möglich an der gleichnamigen Vorlage - die ­wichtigsten Figuren und Schauplätze sind allesamt enthalten.

Ein Hör(buch)spiel

Was sofort ins Auge oder wohl eher ins Ohr sticht, ist die hervorragende Vertonung, was sowohl für die deutschen als auch für die englischen Specher gilt, zwischen denen wir jederzeit wechseln dürfen. Die vielen Dialoge machen uns allerdings über weite Strecken zum reinen Zuhörer. Apropos zuhören: Auch der Sound­track ist hervorragend und setzt die Ereignisse in der Welt atmosphärisch in Szene. Das Art-Design ist ebenfalls stimmig und ansprechend, jedoch ist der Detailgrad ziemlich dürftig.
Hektisches Heckmeck: 
Die Echtzeit-Kämpfe entwickeln trotz der Pausen-Funktion leider zu oft unübersichtliche Dimensionen. (PS4) Quelle: THQ Nordic Hektisches Heckmeck: Die Echtzeit-Kämpfe entwickeln trotz der Pausen-Funktion leider zu oft unübersichtliche Dimensionen. (PS4)

Eure Gruppe bereist die Welt als Holzfigur, dargestellt auf einer Karte, wo ihr sie zugweise auf Linien zwischen festen Punkten bewegt. Die Haupt-Quest ist stets markiert, Häuser und Türme zeigen Orte wie Städte oder Festungen an. Auch Händler und feindliche Ork-Gruppen ziehen über die Karte. Ein Treffen mit den Ungeheuern führt zum Kampf.

Die Gefechte laufen in Echtzeit ab, lassen sich aber jederzeit pausieren. Aus den insgesamt 15 spielbaren Charakteren stellt ihr euch ein Dreier-Team neben Hauptfigur Tungdil zusammen. Jeder Held verfügt über eine Leiste mit Aktionspunkten, die sich mit der Zeit und durch erledigte Gegner füllt. Durch diese Punkte könnt ihr pro Held drei selbstgewählte Skills aktivieren. Die meisten dieser Fähigkeiten haben einen Flächen­effekt, dessen Wirkungsbereich gelb markiert wird. Da die Effekte auch auf die Mitstreiter wirken, sind hier Vorsicht und ­Geschick gefragt.

Das Erlebnis leidet jedoch gerade während der Kämpfe ­unter einigen spielerischen Mängeln: Die Wegfindung der Charaktere ist nicht optimal gelungen, was ab dem normalen Schwierigkeitsgrad zu jeder Menge Micromanagement führt - und das wiederum zu Hektik und Chaos, gerade bei der hakeligen Controller-­Steuerung der Konsolenversionen. Außerdem macht sich schnell die Unausgewogenheit der einzelnen Skills und Charaktere bemerkbar. Insgesamt hätten die Entwickler mehr Augenmerk auf Balancing und technische Feinheiten legen sollen.

Entwickler: King Art Games | Hersteller: THQ Nordic/Eurovideo | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 12

Meinung

Wertung zu Die Zwerge (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Die Zwerge (PC)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Tolle VertonungAtmosphärischer SoundtrackGelungene Adaption der BuchvorlageGroße CharakterauswahlPausen-Funktion in den Kämpfen
Chaotische KämpfeWenig spielerischer TiefgangUnausgewogenes Charakter-­BalancingKeine Ausrüstungsgegenstände
Fazit

Eine atmosphärisch sehr gelungene, aber spielerisch und technisch eher durchwachsene Roman-Adaption.

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