Die Vergessenen

Test

Regisseur Joseph Ruben liefert einen hervorragend besetzten Mix aus Melodram, Mystery und Psychothriller

Wie würden Sie reagieren, wenn man ihnen erklären würde, dass all die Erinnerungen an einen Menschen, der ihnen nahe steht, nur ihrer Einbildung entsprungen sind? So ergeht es Julianne Moore in der Rolle der Telly Paretta in Joseph Rubens Mystery-Thriller. Telly trauert um ihren neunjährigen Sohn Sam (Christopher Kovaleski), der vor 14 Monaten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Doch plötzlich wird sie von ihrem Ehemann (Anthony Edwards) und dem Psychologen Dr. Munce (Gary Sinise) mit der Behauptung konfrontiert, dass sie niemals einen Sohn hatte. Und scheinbar haben die beiden Recht, denn nicht nur Tellys Freunde reagieren mit Verwunderung, wenn sie auf Sam zu sprechen kommt. Erinnerungsfotos oder Videoaufnahmen des Kindes sind unauffindbar und die Meldungen über das Unglück sind in keinem Zeitungsarchiv zu finden.

Gerade als Telly beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln, trifft sie auf Ash (Dominic West), dessen Tochter ebenfalls im Unglücksflugzeug saß ...

Bodenständige Scheibe

Beim Zusatzmaterial lohnt der Kommentar von Regisseur Joseph Ruben, der sich u.a. mit "Der Feind in meinem Bett" einen Namen als Thriller-Spezialist machte, und Gerald Di Pego, der das Drehbuch zu "Die Vergessenen" in nur 24 Stunden verfasste. Technische Aspekte der Produktion kommen hier ebenso zur Sprache wie Einflüsse auf das Script oder die Wirkungen, die man mit einzelnen Aufnahmen zu erzielen hoffte.

Weiter im Programm geht's mit einem nicht ganz werbefreien, dennoch sehenswerten ca. 14-minütigen Making of, bei dem es sich um eine Mischung aus Setaufnahmen, Filmszenen und Interviews mit den Darstellern, Produzenten und dem Regisseur handelt. Das etwas längere "Erinnerungen"-Video (ca. 20 Min.) ist etwas mehr storybezogen und überschneidet sich inhaltlich teils mit dem Audiokommentar.

Unter "Entfallene Szenen" finden sich zwei Aufnahmen, die vom Regisseur aus der fertigen Filmfassung herausgenommen wurden. Die dritte Szene ist ein alternatives Ende, bei dem das Finale nur leicht variiert wird.

Zum Abschluss findet sich eine dreiteilige Previewshow. Der Trailer zum Hauptfilm offeriert lediglich englischen Surround-Ton mit deutschen Untertiteln. "Gothika" und "The Missing" bieten deutschen und englischen Ton in 5.1. FE n

Fazit

Film-Check: Was wie ein Psycho-Thriller beginnt, der anfänglich noch mit der Möglichkeit spielt, dass die Protagonistin sich alles nur einbildet, macht mit dem Voranschreiten der Story klar, dass hier ganz andere Mächte am Werk sind. Trotz kleinerer Script-Mängel und der Tatsache, dass einige Fragen offen bleiben, ein bis zum Schluss spannender Film.
DVD-Fazit: Joseph Rubens "Die Vergessenen" pendelt sich atmosphärisch irgendwo zwischen "The Mothman Prophecies" und der "Akte X"-Serie ein und ist somit vor allem Freunden derartiger Werke ans Herz zu legen. Technisch gefällt die DVD durch ein überdurchschnittliches Bild und einen sehr guten DD5.1- Sound. Dazu kommen einige schöne Boni.

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