Mit toller Klassen- und Berufsvielfalt geht?s ab im Mittelalter: entweder als braver Handwerker, Beschwörer finsterer Mächte oder als knochenbrechender Räuber.
Aktion: Sorgenkind
Marianne steht mitten im Leben. Aber daheim ist?s so leer; Kinder müssen her. Die Bälger brauchen wir, um unsere Erblinie zu sichern. Denn stirbt Marianne ohne Nachkommen, ist das Spiel vorbei.
Wählen wir für Marianne die Aktion »um jemanden werben« und klicken einsame Männer an, erfahren wir in einem Extra-Fenster den Stand und das Vermögen.
Wir machen dem Patron Chandler ein Kompliment. Wie bei den Sims können wir zwischen Optionen wie »Umarmen« oder »Küssen« entscheiden. Nur haben diese Aktionen in Die Gilde 2 eine Abklingzeit. Machen wir ein Kompliment, können wir erstmal kein weiteres machen. Also muss ein Geschenk her. Am Markt kauft Marianne eine Flasche Parfüm. Und will sie Chandler geben.
Doch der hat sich in der Zwischenzeit schon verdrückt. Nicht weil er Schiss hat, sondern weil die Bürger im Spiel einem eigenen Tagesablauf folgt. Da stehen die Leute plötzlich am anderen Ende der Karte oder in einer anderen Stadt. Oder in ihrem Haus. Und wir müssen sie erst umständlich suchen.
Die hat Talent!
Greifen wir einen Bürger an, fließt schnell Blut. Vor allem sollten wir aber darauf achten, dass es bei Raubzügen keine Zeugen gibt.
Nachdem wir Chandlers Flirt-Balken mit etlichen Liebesbeweisen aufgefüllt haben, können wir heiraten und Kinder haben. Gut so, denn das sind Aktionen, die Erfahrungspunkte bringen. Die investieren wir in Mariannes Talente. Wir steigern zum Beispiel Attribute wie »Rhetorik«, um besser handeln zu können. So steigen wir eine Stufe auf, und lernen innerhalb der zehn Stufen Fähigkeiten wie »Mentor«, um Arbeitskräfte anzutreiben, ohne dass die revoltieren.
Übrigens können wir drei Familienmitglieder auf die Schnellzugriffsleiste am rechten Bildschirmrand legen. Bei einer Großfamilie ist das jedoch sehr wenig.
Frau an die Macht
Im Mehrspielermodus erkennen Sie an den verschiedenen Karrenfarben, welcher Ihrer Gegner fleißig beim Shopping ist.
Mit gesteigerten Rhetorik-Werten beruft uns der Bürgermeister ins Gericht. So starten wir Mariannes politische Karriere. Im Rathaus können wir nämlich nicht nur Titel erwerben -- dort finden auch oft Gerichtsverhandlungen statt. Und wir können Amtspersonen abwählen lassen. Oder bestechen Beisitzer und Richter. Werden wir aber beim Schmieren erwischt, landen wir im Knast. Beim Testen passierte es oft, dass sogar ein Familienmitglied der Stadt verbannt wurde. Einen Grund nannte uns das Programm aber nicht.
Ohrenschmaus
Langeweile ist im stressigen Tagesablauf der Bürger selten angesagt. Schließlich bietet Gilde 2 im Solo- und Mehrspielerpart zusammen sieben Karten und vier Spielmodi: »Dynastie« ist zum Beispiel der Endlosmodus.
Sehr schön sind auch die detaillierten Landschaften, die sehr viel größer als im Vorgänger sind. Bei einem Flug über die hübschen 3D-Städte begleitet uns orchestrale Musik. Schade, dass im Gegenzug dazu manche Sprecher so gar nicht passen -- etwa wenn ein alter Mann arg jung klingt.
