Die Schlacht der Rohirrim: Wie ein Best of Rohan - nicht mehr und nicht weniger

Test Carlo Siebenhüner
Die Schlacht der Rohirrim: Wie ein Best of Rohan - nicht mehr und nicht weniger
Quelle: 2024 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Ein neuer Herr-der-Ringe-Film steht an und alle so: Äääh, was? Ich habe mir die Schlacht der Rohirrim angeschaut und kann sagen, für wen sich der Film lohnt und wer ihn sich lieber klemmt.

Grundsätzlich stehen sowohl Helm als auch seine Kinder im Fokus. Eine größere Hauptrolle nimmt dabei seine bisher nur am Rande erwähnte Tochter Hèra ein. Wer hier aber schon wieder die "Woke"-Keule aus der Schublade holen will, darf noch kurz abwarten. Tatsächlich ergibt diese Sicht durchaus Sinn, wenn man die Geschichte des restlichen Herrschergeschlechts aus dem Canon kennt.

Zu viel gewollt

Denn was mit einem einfachen Faustkampf beginnt, endet in den größten Strapazen für das Königshaus von Helm. Allerdings will der Film hier auch zu viel. Liebesbeziehungen, Krieg, Schlachten, Geistergeschichten, Belagerungen und mehr stopft man hier rein. All das hat die Ringtrilogie auch, aber die Schlacht der Rohirrim schafft es irgendwie nicht, alles in ein großes Ganzes zu verpacken.

Ich finde, dass man den Charakteren schlicht nicht genug Zeit gibt, sich zu entfalten. Das ist auch kein Wunder, schließlich will man hier einen Zeitraum von einem Jahr mit teilweise extrem einschneidenden Ereignissen für Rohan abdecken. So haben sich oft Sachen für mich untererklärt angefühlt, sodass ich mit den Charakteren nicht groß mitfühlen konnte.

Der Clan von Helm Quelle: 2024 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Allerdings hat der Film definitiv auch seine starken Momente. Die Schlachten und Kämpfe fallen in der reinen Mannstärke zwar etwas mickrig im Vergleich zum Ringkrieg aus, aber sie sind doch gut inszeniert. Der Sound knallt, die Vertonung ist gut, und so hatte ich durchaus den einen oder anderen "Woah"-Moment.

Best-Of Rohan

Das sich der Film trägt und ich am Ende meinen Spaß hatte, liegt aber vor allem an einer Sache: Wir sind hier eben im Filmuniversum von Herr der Ringe und das rockt nach wie vor! Das merkt man schon in den ersten Sekunden, wenn Rohans epische Hymne aus den Original-Filmen durch den Kinosaal schwebt und die Gänsehaut einsetzt. Auch Edoras mit der goldenen Halle und natürlich Helms Klamm sind so gestaltet, wie man die Orte aus den Live-Action-Filmen kennt.

Dabei schießt man an einigen Stellen aber auch weit am Ziel vorbei. Wenn Story-Momente fast eins zu eins aus der Ringtrilogie entnommen werden oder man krampfhaft versucht, noch Verbindungen zum Ringkrieg herzustellen, konnte ich da auch nur noch ordentlich mit den Augen rollen.

Reiter stehen am Horizont bereit Quelle: 2024 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Der Film macht also keinen Hehl daraus, dass er voll auf der Nostalgiewelle mitschwimmt. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass ich hier gerade ein "Best of Rohan" anschaue. Ich muss aber auch sagen, dass ich eben eine große Schwäche für Rohan aus den originalen Filmen habe, mit der ich ja auch nicht allein bin.

Viele Leute mögen die Kultur der Pferdeherren und wie sie damals von Peter Jackson eingefangen wurde. Auf dieser Ebene hat die Inszenierung für mich also durchaus funktioniert. Allerdings solltet ihr euch klarmachen, dass die Schlacht der Rohirrim darüber hinaus nur wenig Eigenes zum Fantasy-Universum beiträgt. Ob euch das eine Kinokarte wert ist oder ihr lieber auf die Streamer wartet, müsst ihr wissen. Transparenzhinweis: Warner Bros. hat uns zur Pressevorführung in München eingeladen.

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