Das Imperium der Wölfe

Test Marc Kirzeder

"Kiss of the Dragon"-Regisseur Chris Nahon zeigt in seinem zweiten Werk Jean Reno als Wolf unter Wölfen

Das Imperium der Wölfe Nach "Die purpurnen Flüsse" ist "Das Imperium der Wölfe" die zweite Verfilmung eines Romans des französischen Bestsellerautoren Jean-Christophe Grangé, der seine Werke als "Monstergeschichten für Erwachsene" bezeichnet. So gehen auch diesmal unheimliche Dinge vor sich. Im überwiegend von Türken bewohnten Pariser Viertel Sentier werden innerhalb weniger Tage die Leichen von drei rothaarigen Frauen aufgefunden. Die Körper weisen Spuren grausamer Folterungen auf.

Dichte Atmosphäre

Der engagierte Polizist Paul Nerteaux (Jocelyn Quivrin) wird mit den Ermittlungen betraut. Doch in dem undurchsichtigen Milieu von Schleppern und illegalen Einwanderern geraten seine Recherchen ins Stocken. Nerteaux holt sich den berüchtigten ehemaligen Kommissar Jean-Louis Schiffer (Jean Reno) zu Hilfe. Aufgrund seiner brutalen Ermittlungsmethoden wurde der unter Kriminellen als "Der Eiserne" bekannte Schiffer zwar einst vom Dienst suspendiert, seine Kontakte zur Unterwelt sind nun jedoch für Nerteaux von hohem Wert.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von der jungen Anna Heymes (Arly Jover), die an unerklärlichen Anfällen von Gedächtnisverlust leidet. Ihr Mann (Philippe Bas), ein hoher Beamter des französischen Innenministeriums, will sie an einen Neurochirurgen überweisen, der einen gefährlichen Eingriff an ihr vornehmen soll. Kurz vor der Operation kommen der jungen Frau Zweifel an der Identität ihres Gatten. Ist er etwa in die schrecklichen Morde verwickelt? Anna ergreift die Flucht ...

Regen als Leitmotiv

Auf der Disc befindet sich neben den insgesamt vier Tonspuren in Deutsch und Französisch auch ein Audiokommentar (dt. UT) von Regisseur Chris Nahon, Kameramann Michel Abramowicz und der Schauspielerin Arly Jover, die sich unter anderem mit der Optik und dem Konzept des Streifens beschäftigen. Allerdings spricht das Trio oft durcheinander, was es trotz der deutschen Untertitel schwierig macht, den interessanten Ausführungen zu folgen.

Das SteelBook der Deluxe Edition enthält eine zusätzliche, prall gefüllte Bonus-Disc mit einer Laufzeit von über 160 Minuten. Zahlreiche Featurettes beleuchten die französische Produktion von allen Seiten. Die subtilen Spezialeffekte werden in der ausführlichen Featurette "Der wahre Look" und dem Menüpunkt "Die unsichtbaren Effekte" umfassend erläutert. Ergänzt wird das Paket durch interessante Interviews und Behind the Scenes-Material.

Fazit

Film-Check: Die ersten 60 Minuten des düsteren Suspense-Thrillers von Chris Nahon fesseln dank der zwei Handlungsstränge, die der Zuschauer in Einklang zu bringen versucht. Irgendwann ist es aber des Guten doch etwas zuviel. Das ausufernde Finale in der Türkei wirkt ziemlich unglaubwürdig. Unter den Darstellern überzeugt neben einem gewohnt lässigen Jean Reno vor allem die Spanierin Arly Jover in der Rolle der gehetzten Anna.Handwerklich hat das Team alles richtig gemacht. Nicht nur Ausstattung und Set-Design sind überaus stimmig, auch die geniale Kameraarbeit von Michel Abramowicz ("Michel Vaillant") unterstützt den au- thentischen Look des Streifens.
DVD-Fazit: Hinsichtlich der Bild- und Tonqualität ist die Doppel-DVD im stabilen SteelBook toll umgesetzt worden. Das 2er-Set verlockt darüber hinaus mit massenhaft sehenswerten Special Features auf der Bonus-Scheibe zum Kauf.

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