PC-Games aus Deutschland sind nichts Besonderes. Referenzspiele dagegen schon! Ascaron zeigt, wie Weltraum-Action heutzutage aussehen sollte.
M ehrere hundert Jahre nach einem intergalaktischen Krieg wacht der Große Rat über den Frieden und kontrolliert die Macht riesiger Konzerne. Doch in jüngster Zeit häufen sich Übergriffe und die verschiedenen Völker misstrauen einander zusehends. Der Große Rat droht zerschlagen zu werden, ein neuer Krieg scheint vorprogrammiert.
Im Strudel dieser Ereignisse kommt unser Held, der junge Pilot Kayron Jarvis, dem Geheimnis seines ermordeten Vaters auf die Spur. Eine bisher völlig unbekannte Technologie in seinem Schiff, der Darkstar One, könnte die Lösung aller Probleme sein...
Professionell präsentiert
Die Sci-Fi-Autorin Claudia Kern ("Perry Rhodan") lieferte die wendungsreiche Handlung für das Weltraumspiel aus Gütersloh. In 55 Minuten Filmsequenzen wird die Story vorangetrieben. Sie erfahren mehr über eine Alien-Invasion und lernen die süße Kopilotin Eona kennen.
Ascaron wirft einige Genre-Standards zu Gunsten eines unkomplizierten Spielablaufs über Bord. Zwei Beispiele: Pro Sektor gibt es nur eine Handelsstation, die immer dem Hyper-Sprungtor gegenüberliegt. Ewige Suchaktionen sind also nicht erforderlich. Ebenfalls angenehm: Zum Verlassen des Sektors wählen Sie einfach das Zielgebiet auf der Karte und spulen dann die Zeit vor.
"Darkstar One" ist auf schnelle Action ausgelegt. Dogfights gegen Kleinraumer sind an der Tagesordnung, Kämpfe gegen große Schiffe dagegen selten. Dabei gilt die Regel: Wer geradeaus fliegt, verliert! Ständig müssen Sie den Nachbrenner aktivieren, ausweichen, abrupt bremsen, enge Kurven fliegen...
Da Ihr Schiff im Titel des Spiels verewigt ist, behalten Sie Ihre geliebte Darkstar One bis zum Schluss. Für diese ungewohnte Monogamie werden Sie mit unzähligen Waffen, Schilden und Gegenständen entschädigt. In der Stationswerft besorgen Sie sich Strahlenwaffen, Raketenwerfer, Schildgeneratoren, Nachbrenner, Minenlaser usw. Wie viel Ausrüstung Sie in welcher Qualität ins Schiff stecken können, bestimmt der Level Ihres Raumers. Diesen steigern Sie durch Artefakte, die Sie u.a. im Inneren von Asteroiden aufklauben. Das Aufleveln motiviert enorm, zumal sich Ihr Schiff auch optisch von einer Nussschale zur Kampfsau entwickelt. Lediglich das Artefaktesammeln nervt: Vier Mal hintereinander Asteroiden durchfliegen ist nicht sonderlich unterhaltsam.
Massig Missionen
Die wichtigsten Aufträge bieten die Storymissionen, denn diese öffnen den Zugang zu weiteren Sonnensystemen. In Nebenaufträgen müssen Sie mal einen Frachter schützen, mal eine Waffenübergabe verhindern. An Stationsterminals finden Sie Aufenthaltsorte krimineller Gangs -- so ein Kopfgeld nimmt man gerne mit. Als vierte Verdienstmöglichkeit warten an den Terminals Standardaufträge. Dabei müssen Sie zum Beispiel in ein Zielgebiet fliegen und Funksprüche abfangen.
Handel treiben Sie eher nebenbei: Statt Zahlen auswendig zu lernen schauen Sie auf die rotgrüne Markierung neben den Gütern. Komplett rot: Mangelware, hohe Preise. Komplett grün: Überschuss, billig. Gefährlich sind illegale Waren, die zwar mehr Geld einbringen, der Weltraumpolizei aber nicht gefallen.
Nicht zuletzt die moderne Grafik macht "Darkstar One" zu einem international konkurrenzfähigen Titel. Sternennebel in psychedelischen Farben wechseln sich mit Waschküchen-Sektoren ab. Dazwischen trudeln Asteroiden und natürlich jede Menge aggressive Raumjäger, Piraten und Eskortschiffe mit quietschbunten Antriebsspuren, Waffenstrahlen und Raketenschweifen. Ergibt zusammen mit der wummernden 7.1-Surround-Kulisse und der erstklassigen Sprachausgabe eine bombastische Weltraumoper!sz n
