»Was Sie als Spieleentwickler so alles falsch machen können -- Lektion 17: das Action-Adventure«
Es ist doch immer das Gleiche: Kaum bricht in einem kleinen Städtchen eine Seuche aus, die Bürger in Zombies verwandelt, ist binnen Tagen ein ganzes Königreich zu modrigen Untoten mutiert. Diese unheimlich originelle Geschichte recyclen die Entwickler von Daemon Vector, um den zwei strahlenden Helden eine Daseinsberechtigung zu geben.
Sie schnetzeln sich dann als schlaksiger Held oder gut bestückte Heldin durch scheinbar unendliche Gegnerhorden. Zur Sache geht's in abgewrackten Dörfern, schlammigen Abwasserkanälen, Kirchen und schlussendlich sogar in der Hölle.
Mehr wäre mehr gewesen
Das Spielprinzip ist so simpel wie die Geschichte langweilig und erinnert an Serious Sam: Sie betreten ein Areal, metzeln sich durch Höllenhunde, giftige Pflanzen, Zombies und mutierte Ritter. Sind alle fiesen Schergen niedergestreckt, öffnet sich der Weg in den nächsten Abschnitt -- der »Spaß« beginnt von vorn. Gäbe es Kombos, intelligente Gegner und schick animierte Prügeleien ... die Nonstop-Action könnte Spaß machen. Tatsächlich gibt's aber nur eine Hand voll Attacken, von denen nur eine Sinn macht. Die Feinde bringen es nicht einmal fertig, Ihnen durch einen Türrahmen hindurch zu folgen. Und die Grafik versumpft irgendwo zwischen Mittelmaß und Peinlichkeit.
Kleiner Lichtblick
Eine nette Idee hatten die Entwickler aber: Nach jedem Level haben Sie die Wahl, wo es weitergeht. Manche Abschnitte unterscheiden sich sogar -- je nachdem, mit welchem Charakter Sie unterwegs sind. Außerdem finden sich Waffen oder Medaillons, mit denen die zwei ausstaffiert werden. Mehr Charakterentwicklung gibt es in Daemon Vector aber nicht.
David Bergmann
