Auf die Plätze, fertig, Määäääh! Statt mit röhrenden Benzinschleudern rasen wir in Championsheep Rally als sprunggewaltiges und streitbares Super-Schaf über die Piste.
Ein Rennspiel ohne Autos -- ja, gar ohne Verbrennungsmotoren? Wie bitte soll denn das funktionieren? Es funktioniert, wenigstens dann, wenn das Spiel Championsheep Rally heißt. Als ambitioniertes (und wahnsinnig knuddeliges) Rennschaf jagen wir durch idyllische Landschaften. Gerade die letzten der acht Kurse sind dabei ziemlich flexibel, denn sie bieten oft eine oder mehrere Abkürzungen. Die sind zwar meist recht schwierig zu nehmen oder bergen kleine Fallen wie die lückenhafte Hängebrücke der Bergstrecke. Dafür bringen sie uns aber locker in Führung, denn die KI-Gegner nehmen praktisch immer den längeren Weg.
Rüde Raser
Abkürzungen und eine saubere »Fahrweise« sind aber nur die halbe Miete, wenn wir die Rennen gewinnen wollen. Die süßen Wolllieferanten kennen nämlich offensichtlich Spaß-Rennspiele wie Super Mario Kart und gehen folgerichtig bewaffnet ins Rennen und ziemlich rüde mit ihren Gegnern um. Neben goldenen Münzen (schalten Bonusgegenstände frei) liegen überall auf den Strecken leuchtende Glocken herum. Wenn wir die aufsammeln, erhält unser Schaf Einweg-»Tuningteile« wie einen mächtigen Turbo-Booster, eine zielsuchende Hühnerkanone oder einen Energieschild.
Unfaire Renntaktik
Diese Bonusgegenstände sind beinahe so wichtig wie eine gute Rundenzeit, denn mit der richtigen Kampfstrategie kann sich auch das letzte Schaf im Feld binnen Sekunden auf Platz eins wieder finden -- und umgekehrt. Als Standardwaffe verfügen nämlich alle Schafe über einen mächtigen Hammelsprung. Sobald wir nah genug an einen Gegner herankommen, wird der mit einem rot blinkenden Zielkreuz markiert. Wenn wir dann hüpfen, springt unser Schaf automatisch nach vorne und dem Gegner auf die Rübe. Er wird gebremst, und wir erhalten einen Geschwindigkeitsbonus. Das funktioniert allerdings auch umgekehrt und kann für frustrierende Momente sorgen, wenn ein Gegner nach dem anderen den Schädel unseres armen Schäf- chens als Sprungbrett nutzt.
Trotz des knuffigen Szenarios verfügen die Sausschafe über so etwas wie eine Rennphysik. Einige beschleunigen in Null-Komma-Nix, andere haben eine besonders stabile Kurvenlage und Bodenhaftung, wieder andere ziehen mit Höchstgeschwindigkeit sämtlichen Konkurrenten davon. Je mehr Rennen wir gewinnen, desto mehr Bonusschafe schalten wir frei -- und die sind natürlich besser als die Standardviecher.
Zu wenig Abwechslung
Grundsätzlich laufen alle Rennen in zwei Modi: normales Rennen oder böser Wolf. In dieser Spielart wird nach jeder Runde das letzte Schaf des Feldes vom Wolf gefressen. Da wir jedoch auch in den normalen Rennen immer gewinnen müssen, um weiter zu kommen, ähneln sich beide Modi stark. Apropos ähneln: Der Meisterschaftsmodus (inklusive Punktetabelle) und der normale Rennmodus (siegen, um weiter zu kommen) gleichen sich ebenfalls wie ein Wollknäuel dem anderen. In beiden rasen wir nämlich in gleicher Reihenfolge über dieselben Strecken. Das Spiel hat insgesamt nur acht Kurse, und die kommen auch im Mehrspielermodus zum Einsatz. Der läuft allerdings nicht übers Netzwerk oder Internet, sondern ausschließlich an einem Rechner auf geteiltem Bildschirm.
Sascha Gliss
