Phillip Noyce wirft einen Blick auf den Freiheitskampf in Südafrika und erzählt die wahre Geschichte des Patrick Chamusso.
Waffenkunde mit Tochter: Nic Vos (Tim Robbins)
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Südafrika ein Land der Gegensätze. Bodenschätze, Industrie und Infrastruktur brachten den Staat wirtschaftlich fast auf Augenhöhe mit einigen westlichen Nationen. Der Erfolg hatte allerdings einen Haken, der Südafrika politisch isolierte: die Apartheid. Das Rassentrennungsgesetz separierte in nahezu allen Lebensbereichen die wohlhabende weiße Minderheit von der schwarzen Bevölkerung. Der staatlich verankerte Rassismus spiegelte die Verlustängste einer privilegierten Herrscherkaste wider und entlud sich oft in brutalen Übergriffen seitens der Behörden.
Polizeistaat
Precious steht eine harte Zeit in der Zelle bevor
1980 ist das Unrechtssystem zwar noch intakt, doch zeichnen sich bereits erste Risse ab. Südafrika ist von einem möglichen Bürgerkrieg bedroht, der von ausländischen Freiheitskämpfern forciert wird. Patrick Chamusso (Derek Luke) will damit nichts zu tun haben. Der Gastarbeiter aus Mozambique schuftet in einer Ölraffinerie bei Johannesburg für den Unterhalt seiner Familie.
Nach einem Anschlag auf die Anlage gerät der unschuldige Chamusso unter Verdacht. Durch ihre Foltermethoden öffnen die Schergen des Ermittlers Nic Vos (Tim Robbins) endlich Patricks Augen und ermutigen ihn, sich dem militanten Flügel des oppositionellen ANC, dem als kommunistisch verurteilten Afrikanischen Nationalkongress, anzuschließen.
Lauschangriff
Dass der Film zustande kam, verdankt er nicht zuletzt seinen prominenten Produzenten, zu denen die beiden "Oscar"-Preisträger Sydney Pollack und Anthony Minghella gehören. An den Kinokassen ging "Catch a Fire" baden. In den USA spielte der Film 4,2 Mio. Dollar ein, in Deutschland lockte er nur 20.000 Zuschauer ins Kino.
Hintergrundinfos liefert der Audiokommentar. Hier kommen Regisseur Phillip Noyce, der echte Patrick Chamusso, Derek Luke, Tim Robbins und Bonnie Hunt sowie Shawn und Robyn Slovo zu Wort. Besonders Chamusso hört man gespannt zu.
