Wie bereits Peter Jackson und Sam Raimi gelang Eli Roth mit wenig Geld ein effektiver Genre-Beitrag
In subtil gestalteten Horrorfilmen liegt der Fokus auf einem gut strukturierten Plot, der die Zuschauer das ganze Ausmaß des unterschwelligen Grauens erst am Schluss erkennen lässt. Solche Filme gehören offensichtlich nicht zu den Inspirationsquellen des 1972 geborenen Regisseurs Eli Roth.
Der Filmemacher hält es lieber mit den harten und blutigen Genre-Beiträgen, wie sie für die siebziger und achtziger Jahre typisch waren, und reduzierte ebenso wie diese auch sein Werk aufs "Wesentliche": Die wichtigsten Bestandteile sind dementsprechend viel nackte Haut und reichlich Blut.
"Cabin Fever" führt fünf College-Freunde (Joey Kern, Rider Strong, Jordan Ladd, James DeBello und Cerina Vincent) für einen einwöchigen Trip mitten in die herbstliche Wald-Einöde Amerikas. Fernab jeglicher Zivilisation und mit genügend Bier ausgestattet, könnte es das Quintett in der rustikalen Hütte ja ganz gut aushalten.
Doch ein fieses Killervirus macht den feierwütigen Mittzwanzigern einen Strich durch die Rechnung: Es mergelt seine Opfer erst auf unappetitliche Weise aus und lässt sie dann kläglich dahinscheiden. Die ersten Symptome lassen nicht lange auf sich warten ...
Temporeicher Splatter
Sunfilm versteht es, den DVD-Fans das zu geben, was sie sich wünschen. Der Hersteller hält sich bei der Special Edition eng an den Code 1-Release. Neben einer Einleitung des Regisseurs exklusiv für die deutschen Fans gibt es vier aufschlussreiche Audiokommentare. Ob weiblicher Cast, die männlichen Hauptdarsteller oder die Film-Crew -- hier kommt jeder zu Wort.
Immer an der Seite der Sprecher ist auch Eli Roth, der offensichtlich so viel Freude an seinem Werk hatte, dass er sogar noch einen eigenen Regiekommentar einsprach. Nach solch einem platzraubenden Track-Aufgebot auf Disc 1 geht die Sonderausstattung auf einer zweiten Scheibe weiter.
Eröffnet werden die Boni hier mit einer jugendfreundlichen "Cabin Fever"-Version, die man nicht allzu ernst nehmen sollte. Die Schnitte zugunsten einer jüngeren Zielgruppe lassen den Film von 88 Minuten auf 70 Sekunden schrumpfen. Die weiteren Extras der DVDs sollte man ebenfalls mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis nehmen.
Witziges Bonusmaterial
Die beiden Dokus auf Disc 2 lohnen einen Blick. "Beneath the Skin -- The Making of Cabin Fever" führt durch das Set des Horrorfilms. In "Chatting with Eli Roth" spricht der gut aufgelegte Nachwuchs-Regisseur Roth über sein Werk und jene Filme, die ihn inspiriert haben.
Roths schräger Sinn für Humor wird auch in seiner dreiteiligen, animierten Serie "Rottenfruit" deutlich, die trotz ihrer kindlichen Optik nichts für Jüngere ist. Ebenfalls interessant: Das Musikvideo und die "Swordfighter"-Demonstration des 15-jährigen Matthew Helms, der in "Cabin Fever" nur zwei kurze, aber nicht unwichtige Auftritte hat. Die abschließenden Extras der zweiten Disc sind eine selbst ablaufende Bildergalerie mit einigen schönen Fotos und zwei Werbe-Clips zum Film von "Naked News". Die Doppel-DVD kommt im attraktiven Digipak in den Handel. FE n
