Eine Show der besonderen Art bietet Videogames Live: Spielemusik gepaart mit einer bombastischen Bühnenperformance. Wir haben mit Moderator und Schöpfer Tommy Tallarico gesprochen.
Ihr habt Shows in allen Teilen der Welt gespielt. Gab es ein Konzert, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Spektakuläre Bühnenshows
Absolut. Unser erstes Konzert 2005 war direkt die größte öffentliche Aufführung von Videospielmusik weltweit. Wir haben zusammen mit den LA Philharmonics in der Hollywood Bowl gespielt, die wohl die berühmteste Bühne weltweit sein dürfte. Wir haben also mit manchen der besten Musiker der Welt vor 11.000 Menschen gespielt. Die meisten Lieder aus Videospielen wurden noch nie zuvor live gespielt, also waren wir quasi die Ersten, die das getan haben. Es gab zwar schon seit etwa 20 Jahren Videospiel-Konzerte in Japan. Oder in Deutschland, wo von Thomas Böcker seit mehreren Jahren solche Konzerte produziert wurden. Es war aber schwer, eine richtig große Show zu produzieren mit der man um die Welt touren kann, wegen all der Lizenzen für die Songs und der ganzen Werbung und Organisation.
Die Stierkampfarena in Mexiko
Andere Konzerte, an die ich mich gern erinnere, waren die in Brasilien. Denn die Brasilianer sind geradezu verrückt nach Videogames Live. Letztes Jahr haben wir dort drei Wochen am Stück ausverkaufte Konzerte mit jeweils über 7.000 Leuten gespielt. Normalerweise verbindet man mit Videospielen eher Europa oder Nordamerika, weil dort am meisten Spiele verkauft werden. In Brasilien sind Raubkopien viel verbreiteter, daher haben auch mehr Menschen Zugang zu den Spielen. Genauso in anderen Teilen Südamerikas, zum Beispiel haben wir erst vor kurzem ein Konzert in einer Stierkampfarena mit über 7.000 Leuten gespielt, in einem kleinen Kaff in Mexiko. Die Leute da unten sind geradezu fanatisch nach Videogames Live, auch weil wir versuchen, die Ticketpreise an die jeweiligen Länder anpassen. Wir wollen, dass jeder unsere Show besuchen kann, ganz gleich wie alt oder wie wohlhabend jemand ist. Wir wollen eigentlich nicht primär Geld verdienen, da wir schon Erfolg hatten als Komponisten. Unser Ziel ist es, den Nicht-Spieler, die Familien oder die Großmutter zu erreichen, die ihren Enkel zum ersten Mal zu einem Konzert begleitet. Videospiele sind meiner Meinung nach das Medium des 21. Jahrhunderts und das wollen wir der Welt zeigen.
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