Regisseur Edward Zwick zeigt die blutige Wahrheit, die sich oftmals hinter den schönen Edelsteinen verbirgt.
Schmuckstück
Allzu oft konzentriert sich das Bonusmaterial einer DVD ungeachtet der gesellschaftlichen Relevanz der Filmthematik auf die Produktionsmechanismen, Drehbedingungen oder Spezialeffekte, anstatt die Zuschauer mit Hintergrundinformationen zur Problematik zu versorgen. Auch wenn die Bonusdisc zu "Blood Diamond" nicht mit überbordenden Extras bepackt ist, stellt sie eine rühmliche Ausnahme dar. Hier wurde Qualität über Quantität gestellt.
Das Highlight ist zweifelsohne die gut 50-minütige Dokumentation "Das Blut am Diamanten". Sie fängt die von einigen Kritikern bemängelte Oberflächlichkeit der actionlastigen Spielfilmhandlung auf, indem sie wissenswerte Hintergründe bereitstellt. Der afrikanische Journalist Sorious Samura begibt sich auf die Spur der Edelsteine. Er reist in ihr Herkunftsland und spricht mit Menschen, deren Leben massiv vom Diamantenabbau und -handel gezeichnet ist. Während der Spielfilm durch seine unterhaltsame Machart das Interesse weckt, ist die Doku die ideale Ergänzung zur weiteren Auseinandersetzung. Besser kann man das Thema kaum abrunden.
Feinschliff
Doch auch auf filmbezogene Extras muss nicht verzichtet werden. Der ohne deutschsprachige Untertitel vorliegende Audiokommentar des Regisseurs erlaubt einige interessante Einblicke in das Geschehen hinter den Kulissen. Die drei themenspezifischen Features (mit Untertiteln) entsprechen dann wieder den Erwartungen an gewohnte Drehberichterstattung.
So stellt "Die Rolle des Archer" z.B. Leonardo DiCaprios zu Recht "Oscar"-nominierte Performance in den Mittelpunkt. Zur eigenen Beurteilung von DiCaprios schauspielerischer Leistung lohnt es sich übrigens, während des Hauptfilms in den O-Ton reinzuhören. Archers nur in der Originalfassung zur Geltung kommender südafrikanischer Akzent ist bemerkenswert.
