Bitter Moon

Test

Der smarte Brite Hugh Grant verfällt Roman Polanskis attraktiver Gattin und gerät damit in Teufels Küche

Im verflixten siebten Ehejahr begibt sich das konservative englische Ehepaar Nigel (Hugh Grant) und Fiona (Kristin Scott Thomas) auf eine Kreuzfahrt Richtung Bombay. Der Urlaub soll ein bisschen Farbe in die verblasste Beziehung bringen. An Bord machen sie Bekanntschaft mit der attraktiven Mimi (Emmanuelle Seigner) und ihrem zynischen, querschnittsgelähmten Ehemann Oscar (Peter Coyote).

Bald erzählt der erfolglose Schriftsteller Oscar seinem neuen Freund Nigel in stundenlangen Gesprächen jedes noch so intime Detail aus seinem komplizierten Eheleben. Die Geschichte über hemmungslose Leidenschaft, die über sexuelle Obsession in Hass und Neid umschlug, fasziniert Nigel. Doch was bezweckt der körperlich behinderte Mann wirklich mit seinen Erzählungen? Ehe sich Nigel versieht, werden er und Fiona in ein merkwürdiges Spiel hineingezogen ...

Genie und Wahnsinn

Roman Polanskis Werke sind oftmals verrückt, absurd oder neurotisch und bewegen sich zwischen den Genres Thriller, Komödie und Satire. Beste Beispiele sind u.a. der Kultstreifen "Tanz der Vampire"(1967) oder "Die neun Pforten" aus dem Jahr 1999. "Bitter Moon" mit seinen langen Rückblenden und der tragischen Geschichte eines Mannes, dessen Verlangen nach einer Frau mit extravaganten erotischen Abenteuern beginnt und in einer obskuren Abhängigkeit endet, weist ebenfalls all diese Attribute auf.

Als Vorlage diente Polanski der Roman "Lunes de Fiel" von Pascal Bruckner. Während das Buch zum Bestseller wurde, war seiner filmischen Adaption nur wenig Erfolg beschieden. Unter den DVD-Boni findet sich ein Interview, in dem Emmanuelle Seigner, die Frau des mittlerweile 71-jährigen Filmemachers, die Schuld dafür auf das Anfang der 90er sehr brisante Thema Aids schiebt. Ihre Rolle als zügellose Mimi kommentiert sie darüber hinaus durchaus kritisch. Zudem liefert sie anhand einiger Filmausschnitte interessante Hintergrundinfos zum Dreh. Der Meister selbst kommt nicht zu Wort.MN n

Fazit

Film-Check: Bei diesem erotischen, teils obszönen Psycho-Thriller von Roman Polanski darf man kein Meisterwerk à la "Der Pianist" oder "Der Tod und das Mädchen" erwarten. Viele ausschweifende und klischeehafte Sequenzen erfordern vom Zuschauer Geduld. Dank der guten Leistungen von Peter Coyote und Hugh Grant ist der Streifen dennoch sehenswert.
DVD-Fazit: Das verstörende, schwarzhumorige Beziehungsdrama über Sex, Sucht und Selbstzerstörung ist doch relativ langatmig ausgefallen. Polanski-Fans greifen dennoch zu. Die Bild- und Tonqualität der DVD sorgt kaum für freudige Erregung. Auch die Ausbeute an Bonusmaterial mit einem Interview und mehreren Trailern versetzt niemanden in Ekstase.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk