Retro: Beach Head

Special Martin Deppe

1983 erleben Computerspieler einen turbulenten Strandurlaub: Statt Liegestuhl und Sonnenschirm warten Minen, Bunker und Pak-Geschütze. Gelungen ist die Beachparty trotzdem!

Beach Head 1: Schiffeversenken unter Zeitdruck -- mit Trial-and-Error schießen wir uns ein. Beach Head 1: Schiffeversenken unter Zeitdruck -- mit Trial-and-Error schießen wir uns ein. Frontalangriff oder durchs Hintertürchen schippern? Solche schwerwiegenden Entscheidungen treffen wir 1983 im Actionspiel Beach Head. Die Handlung: den Diktator Kuhn-Lin absetzen. Für immer. Die Mittel: Joystick und Tastatur. Mäuse gibt’s zwar schon, aber ihr Siegeszug beginnt gerade erst.

Platsch oder Bumm?

Fünf Levels lang leisten wir Schwerstarbeit. Die können wir uns durch oben erwähnte Entscheidung leichter machen: Wenn wir unsere Truppenschiffe nacheinander durch eine geheime Höhle voller Minen und Torpedowerfer bugsieren, überraschen wir den Feind -- der in den folgenden Levels weniger Gegenwehr leistet.

Beach Head 2: Mit dem MG unten müssen wir dem Soldaten auf seinem Weg Feuerschutz geben. Beach Head 2: Mit dem MG unten müssen wir dem Soldaten auf seinem Weg Feuerschutz geben. Die nächsten zwei Bildschirme ähneln sich: Erst greifen Flieger unsere Flotte an, wir wehren uns mit der Flakkanone. Dann attackiert die Feindflotte, bis wir alle Pötte mit unserem schweren Geschütz versenkt haben. Die gute Nachricht: Ein Treffer reicht jeweils. Die schlechte: Den Feuerwinkel müssen wir selber austüfteln, indem wir auf die Wasserfontänen achten, die unsere Fehlschüsse erplatschen. Der Feind ballert natürlich zurück -- falls wir aber vorher den Weg durch die Höhle genommen haben, braucht er länger zum Zielen. Oh, haben wir erwähnt, dass dem Gegner auch ein einziger Treffer reicht, um unseren Kahn in die ewigen Tauchgründe zu schicken?

Beach Boys

In der Höhle: Die weißen Pommes links neben unserem Schiff sind in Wirklichkeit tödliche Torpedos! In der Höhle: Die weißen Pommes links neben unserem Schiff sind in Wirklichkeit tödliche Torpedos! Jedes Schiff, das wir durchbringen, lädt am Strand zwei Panzer aus. Die wiederum steuern wir jetzt durch Minen und Panzersperren, erlegen Abwehrgeschütze und feindliche Tanks. Ist dieser vierte Abschnitt gemeistert, kommt das Finale: Auf einem Hügel thront ein besonders dickes Geschütz, das wir an zehn Stellen treffen müssen. Klingt simpel? Nix da: Das blöde Ding richtet sich langsam auf uns aus, wir schaffen maximal zwei, drei Treffer, bis es unseren Panzer erwischt. Je weniger Panzer wir durchgebracht haben, desto adrenalinpumpiger wird diese finale Schlacht natürlich.

Hey! Don’t shoot me!

Beach Head 2: Messerwerf-Finale gegen den Diktator links. Mit Sprachausgabe Marke »UAH!«. Beach Head 2: Messerwerf-Finale gegen den Diktator links. Mit Sprachausgabe Marke »UAH!«. Zwei Jahre später, also 1985, erscheint Beach Head 2. Als eines der ersten Spiele ertönt hier Sprachausgabe: Eigene Soldaten pflaumen uns an, wenn wir sie versehentlich mit dem MG erwischen, mit dem wir ihnen eigentlich Feuerschutz geben sollen. Beide Teile geraten ins Fadenkreuz der Bundesprüfstelle -- und werden abgeschossen: Am 31. August 1985 landet Beach Head 1 auf dem Index, komischerweise erst rund zwei Jahre nach Erscheinen. Am 14. Januar 1986 folgt Teil 2. Beide stehen heute noch auf der bösen Liste. Zusammen mit dem Film Beach Girls 2 ...

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