Für seine jüngste Regiearbeit begab sich der "Oscar"-Preisträger auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit.
Eingeborene
Bei der Besetzung griff Gibson überwiegend auf einheimische Laiendarsteller aus der mexikanischen Bevölkerung zurück, die ihre Texte in Yukatek Maya auf MP3-Playern zum Anhören und Nachsprechen erhielten. Dass die Darsteller über keinerlei schauspielerische Erfahrung verfügten, schlägt sich in außergewöhnlicher Präsenz und hoher Natürlichkeit nieder. Allen voran steht der Cherokee-Nachfahre Rudy Youngblood, der nicht nur wie ein Berserker um sein Leben kämpfen, sondern auch Gefühle zum Zuschauer transportieren kann. Zu guter Letzt sind die Leistungen auch ein klarer Verdienst von Mel Gibson, der mit einer routinierten Regie die Zügel fest in der Hand hielt.
Wer sich hiervon selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kommt im für eine derart aufwändige Produktion sehr knapp bemessenen Bonusmaterial nur ansatzweise auf seine Kosten. Das in mehrere Kapitel unterteilte Making of zeigt den Filmemacher an den Sets im Catemaco-Dschungel von Mexiko und in Vera Cruz, wo die Kulissen der großen Maya-Stadt aufgebaut wurden.
Handarbeit
Darüber hinaus widmet sich das Making of Kostümen und Make-up. Jedes Kleidungsstück und jeder einzelne Stofffetzen entstand in Handarbeit. Da das Geschehen stets gleichzeitig mit fünf Kameras aus verschiedenen Winkeln eingefangen wurde, konnte die Crew laut eigener Aussage nicht auf billige Fabrikware zurückgreifen. Die Abteilung für Haar und Make-up bestand aus beachtlichen 250 Leuten, die jeden Morgen bis zu 700 Statisten "abfertigen" mussten.
Kämpfernaturen freuen sich schließlich über einige Statements von Waffenexperte Simon Atherton, mit dem Gibson schon bei "Braveheart" zusammenarbeitete. Wussten Sie etwa, dass die Maya kein Metall hatten, sondern für ihre Hieb- und Stichwaffen ein sehr hartes, scharfes und glasartiges Mineral namens Oxydium verwendeten?
An Bord der "Apocalypto"-DVD ist neben dem Making of auch ein Audiokommentar von Mel Gibson und Co-Autor/Co-Produzent Farhad Safinia. Mal szenenspezifisch, mal frei von der Leber weg berichtet das Duo von den Dreharbeiten und weist während der fast 140-minütigen Laufzeit des Films auf etliche Details hin.
Leider bleiben diese Infos jenen Zuhörern vorbehalten, die des Englischen mächtig sind, denn ausgerechnet hier verzichtete man seitens Anbieter Highlight wieder einmal auf eine Untertitelung. Immerhin: Sie hätten den Kommentar auch in Maya einsprechen können!
