Klaus Teuber, der Erfinder der Siedler von Catan, schickt das meistverkaufte deutsche PC-Spiel auf die Bretter. Das Ergebnis fällt recht unspektakulär aus.
Gemeinsam einsam
Eine echte Spaßbremse ist hingegen die fast fehlende Interaktion zwischen den Spielern. Wo bei einem Catan das Schachern um Rohstoffe zu den absoluten Highlights gehört, spielt man hier für sich alleine. Möglichkeiten, den Gegnern gezielt Steine in den Weg zu legen oder sie sonst irgendwie groß zu beeinflussen, sind praktisch Fehlanzeige. So artet Anno 1503 zu einer Art Wettrennen um die drei Siegpunkte aus, bei dem jeder brav auf seiner eigenen Laufbahn bleibt.
Unseren eher durchwachsenen Eindruck kann auch die Gestaltung des Spielmaterials nicht ausgleichen. Bis auf die Holzschiffchen und einem Kartensatz besteht das komplette Material aus Karton. Die optische Darstellung schwankt dabei arg: Hübsche Originalgrafiken wechseln sich mit optischer Tristesse ab, etwa beim Schiffs-Spielplan. Pluspunkte sammelt Anno dafür durch die kurze und trotzdem detaillierte sowie leicht verständliche Spielregel. So bleiben auch bei Gelegenheits-Siedlern keine Fragen offen.
Dünne Atmosphäre
An die geniale Siedler-Mischung aus simplen und anspruchsvollen Elementen kommt das Anno-Konzept bei weitem nicht heran. Innovativ sind die Spielmechanismen eh nicht, mitunter wirken sie sogar arg konstruiert. Und die eher sparsamen Bezüge zum PC-Spiel kommen ziemlich gezwungen rüber. Größtes Manko ist aber die fehlende Interaktion. Als locker-leichtes, aber selten seichtes Familienspiel zieht sich Anno 1503 dennoch achtbar aus der Affäre.
Mikkl Galuschka
