Act of War: High Treason

Test

Der Polit-Thriller geht in die nächste Runde. Mitmachen dürfen Kinomuffel und erfahrene Strategen.

Wenn Ihnen die Schlachten in Act of War noch nicht futuristisch genug waren, dann schicken Sie doch die Objective Crew Served Weapon (OCSW) oder Zukunftskrieger in den Kampf. Die OCSW ist eine Art übergroßes Gatling-Geschütz, das von zwei Soldaten übers Schlachtfeld getragen wird und (nicht vergessen, in den entsprechenden Feuermodus zu schalten) sowohl mit Infanterie als auch mit Panzern kurzen Prozess macht. Die Task-Force-Kommandos hingegen lassen sich in Robocop-ähnliche Zukunftskrieger verwandeln, die mit erhöhter Reichweite und mehr Feuerkraft auftrumpfen.

Insgesamt neun frische und diverse überarbeitete Einheiten kommandieren Sie im Addon High Treason nicht mehr nur durch Großstädte, sondern vorrangig durch die Pampa.

Profis an die Front

Genau wie im -- zum Spielen des Addons benötigten -- Hauptprogramm erinnert die Geschichte an eine Staffel der Fernsehserie 24. Die satten 34 Missionen der Einzelspielerkampagne erzählen von toten Präsidenten, korrupten Senatoren und vom tapferen Jefferson, dem Helden der Task Force Talon. Die wichtigsten Charaktere der Act of War-Kampagne sind wieder mit an Bord. Über Bord warfen die Entwickler allerdings die Filmsequenzen mit echten Schauspielern. High Treason erzählt seine Geschichte in einem Mix aus vorgerenderten Sequenzen und Szenen in Spielgrafik.

Gelungen sind die Missionen. Die spielen sich so abwechslungsreich wie im Hauptprogramm -- und stellenweise knüppelschwer. Oftmals stürmt bereits in den ersten Minuten eine feindliche Übermacht Ihre Basis. Wenn dann nicht jeder Befehl sitzt, müssen Sie noch einmal von vorne anfangen. Wir vermuten, dass die Entwickler mit dem hohen Schwierigkeitsgrad nicht nur Act of War-Veteranen fordern, sondern auch die Spielzeit strecken wollen. Die liegt mit knapp 15 Stunden auf dem Niveau des Hauptprogramms, geht für ein Addon aber völlig in Ordnung.

Umkämpfter Präsident

Während sich für Solisten nicht allzu viel getan hat, freuen sich gesellige Spieler über 14 neue Mehrspielerkarten. Und vor allem über vier neue Spielmodi. Zum auf Dauer langweiligen Deathmatch gesellt sich beispielsweise »Marine Eins am Boden«: Zwei Teams kabbeln sich darum, wer den Präsidenten zum Zielpunkt bringen darf. Der Staatsmann gehorcht immer demjenigen Spieler, dessen Einheiten ihm am nächsten sind.

Der Kauf von High Treason lohnt sich also vor allem, wenn Sie Act of War nach wie vor im Netzwerk oder via Internet spielen.

David Bergmann

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