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| Registriert seit: 19.08.2006 Ort: Aachen Alter: 30 | NIGHTMARES & DREAMSCAPES Achtteilige Miniserie, die auf Stephen King-Kurzgeschichten basiert. 01: Battleground Ein Auftragskiller bekommt ein Paket nach Hause gesandt. Der Inhalt verwandelt sein Apartment postwendend in einen Kriegsschauplatz... Mit einem hervorragend zynischen William Hurt in der Hauptrolle ist "Battleground" die vom Aufwand her größte Episode der Reihe: Der Kampf des Killers gegen Miniatur-Spielzeugsoldaten gestaltet sich über weite Strecken einfallsreich und gewitzt. Ohne dass während der 45 Minuten auch nur ein Wort gesprochen wird, bekommt der Zuschauer einen unterhaltsamen "King Kong nach Toy Story-Rezept" geboten, dem zwar der letzte Funken fehlt, der aber erfolgreich die Befürchtung umschifft, die Kingsche Story könnte verfilmt im totalen Trash enden. 6/10 02: Crouch End Ein amerikanisches Pärchen wird aus beruflichen Gründen nach England eingeladen. Im englischen Viertel "Crouch End" angekommen, verirrt sich das Pärchen schon bald - und mit Anbruch der Dämmerung ist plötzlich nichts mehr so, wie es scheint... Schwarzer Schleim, ein Mädchen mit Klauenhand, ein silhouettengleicher Katzenmensch mit monströser Klaue unter einer Unterführung... King war selten surrealer als in "Crouch End", das zu meinen persönlichen Lieblings-Short Stories gehört. Die Verfilmung kann die "Silent Hill"-Atmosphäre der Vorlage leider nicht beibehalten... zu plump und plakativ wird Claire Forlanis und Eion Baileys Abdriften ins Surreale vorgetragen und als eine CGI-Kreatur aus dem Boden bricht, ist es endgültig vorbei mit der Freude auf eine schaurige Umsetzung. 4/10 03: Umney's Last Case Das Leben des 30er-Jahre-Privatdetektivs Clyde Umney gerät aus allen Fugen, als er erfährt, dass er nur die erfundene Figur eines Schriftstellers aus den 70ern ist. Und der hat so viel gefallen an Umneys Leben gefunden, dass er sein Leben gegen das von Umney eintauschen möchte... William H. Macy überstrahlt in seiner Doppelrolle alle anderen Schauspielleistungen der Anthologie mit einer unglaublichen Spielfreude. Die Ausstattung der 30er-Jahre-Szenen sind vortrefflich gelungen, auch die Dialoge zwischen dem Schriftsteller und seiner Figur sind ein kleines Highlight. Leider fällt die Episode ab, als es in die triste 70er-Jahre-Realität geht, die durchsetzt ist mit Unlogik und Strukturierungsproblemen. Dennoch eine gelungene Adaption. 7/10 04: The End of the Whole Mess Ein Filmemacher erzählt vor seinem nahenden Tod in einem Videotagebuch, wie sein Bruder die Welt von dem Bösen befreien wollte - und sie dabei ins Unglück stürzte. Nur selten können Endzeitszenarien im kleinen Rahmen überzeugend dargestellt werden. "The End of the Whole Mess" gelingt dies leider nicht: die Geschichte ist zu sehr Kammerspiel und kann nicht vermitteln, dass man gerade einer Welt zuschaut, die im Sterben liegt. Auch mit Horror hat die Story höchstens im übertragenen Sinne etwas zu tun. Typischer Vertreter von "gut gemeint, unspektakulär umgesetzt". 5/10 05: The Road Virus Heads North Ein Schriftsteller kauft auf einem Flohmarkt ein Bild. Das Bild verändert sich immerzu und schon bald weist es auf Ereignisse hin, die in der Zukunft geschehen werden... Insgesamt eine erstaunlich solide Umsetzung einer fast schon klassischen Thematik, die mindestens bis zu Oscar Wilde und seinem “Bildnis des Dorian Gray” (1890) zurückgeht, seitdem aber noch nicht viel von seiner Faszination verloren hat. Der reine Gruselfaktor hätte unter dem Strich gerne noch etwas ausgeprägter sein dürfen, hätten sich doch reichlich Möglichkeiten dafür ergeben, doch in der Basis bleibt dessen ungeachtet ein knapp überdurchschnittliches Resultat. 6/10 06: The Fifth Quarter Ein Gangster wird aus dem Gefängnis entlassen. Zum Wohle seiner Familie schwört er sich, ab sofort legale Wege zu gehen. Doch die Vergangenheit holt ihn ein. Ein letzte Coup ruft noch... "The Fifth Quarter" passt nun endgültig nicht mehr ins Horror-Konzept, handelt es sich doch vielmehr um einen klassischen Gangsterthriller ohne übernatürliche oder phantastische Elemente. Obwohl die Geschichte aber äußerst konventionell bleibt, ist sie dank des aufstrebenden Jeremy Sisto immerhin gut genug gespielt, um für eine spannende Dreiviertelstunde gut zu sein. 6/10 07: Autopsy Room Four Ein Mann liegt tot auf dem Autopsietisch. Doch Moment... er ist ja gar nicht tot! Er kann sich nur nicht verständigen. Und die Kreissäge des Mediziners rückt schon immer näher... Eher schlecht als recht wird dank eines albernen Off-Kommentars des "Toten" (Richard Thomas, der Bill Denbrough aus "ES") versucht, die Angst, für tot gehalten zu werden und es nicht zu sein, mit Humor aufzupeppen. In der "Geschichten aus der Gruft"-Episode "Abra Kadaver" hat das allerdings wesentlich besser funktioniert - der Humor von "Autopsy Room 4" will nicht funktionieren und darüber hinaus ist die Countdown-Struktur der Folge (wird der Mann vor dem ersten Schnitt erwachen?) mit unglaubwürdigen Zeitpuffern gestreckt, damit auch die Standard-Laufzeit von 45 Minuten erreicht wird. Schade - das Szenario hätte nämlich definitiv Potenzial gehabt. 4/10 08: You Know They Got a Hell of a Band Ein Ehepaar verfährt sich im Wald - und landet in "Rock and Roll Heaven", einem Ort, an dem seit den Fünfziger Jahren die Zeit stehen geblieben zu sein scheint... Anerkennend muss man konstatieren, dass die abschließende Folge von "Nightmares & Dreamscapes" als Einzige wirklich aus dem Schema bricht und mal richtig experimentell wird. Das ändert aber nichts daran, dass sie den Tiefpunkt darstellt: zu absurd und schwachsinnig ist das Treffen mit Janis Joplin, Jimi Hendrix und Elvis Presley, die allesamt jeden Abend mitten in einer kleinen versteckten Gemeinde ordentlich abrocken. 3/10 Unter dem Strich ist "Nightmares & Dreamscapes" wesentlich solider als die sprunghafte "Masters of Horror"-Serie, dafür aber auch viel ungewagter und unspektakulärer. Der Horror-Aspekt hätte gerne etwas ausgeprägter sein dürfen und das Wagnis größer. Die größten Qualitäten liegen dementsprechend in der hohen Produktionsqualität und den teilweise ausgesprochen guten Schauspielerleistungen der prominenten Akteure. |
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| Gelöscht Registriert seit: 21.08.2006 Ort: Nordseeküste Alter: 44 | Zitat:
Nach Desperation ist meine Freude an neuen Kingverfilmungen, nun ja, irgendwie etwas gedämpfter. Nach Deinen Bewertungen ist meine Lust auf die Serie auch nicht gerade sprunghaft angestiegen, läßt mich aber mit der Gewissheit zurück demnächst bedenkenlos nette aber nicht umwerfende Unterhaltung vom "Meister" konsumieren zu können. | |
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| | #4 (permalink) |
| Registriert seit: 19.08.2006 Ort: Aachen Alter: 30 |
Genau, der Querschnitt geht hundertprozentig Richtung "Desperation", vom Niveau und auch vom ganzen Feeling her. Die Masters of Horror-Serie ist halt ganz klar spannender, weil man da nie weiß, was man vorgesetzt kriegt. "Nightmares" ist immer auf der sicheren Seite, wodurch es so richtig schlecht nie wird, richtig gut aber auch nicht. Nur vereinzelte Sachen wie eben Umneys Last Case oder Battleground gehen ganz gut ab.
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| Gelöscht Registriert seit: 21.08.2006 |
So, jetzt habe ich mich auch durch die Miniserie durchgearbeitet. Muß erlich zugeben, von Folge zu Folge mit immer geringerer Begeisterung. Alles sehr zahm, fernsehtauglich und ohne echtes Überraschungspotential. Großartige Unterschiede zwischen deinen und meinen Ansichten gibt es nicht, deshalb hier mein kurzer Überblick: Sehe ich auch alles so, nur das sich mir als Anime-Abstinenten als Vergleich "Small Soldiers" aufgedrängt hat. Die Umsetzung ist äußerst gelungen und vermeidet geschickt jedes Trash-Fettnäpfchen, welches die Verfilmung der Lächerlichkeit hätte preisgeben können. William Hurt liefert eine tolle Performance ab und die "Spachlosigkeit" der Umsetzung ist das Sahnehäubchen. Ein Einstieg in die Reihe, der wahrlich Appetit auf mehr macht, der dann zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd befriedigt wird. 7/10 Zitat:
4/10 Zitat:
6/10 Zitat:
5/10 Zitat:
6/10 Zitat:
4/10 Zitat:
4/10 Zitat:
5/10 Somit bleibt als Fazit die Feststellung, daß man sich die Reihe zwar ansehen kann, diese aber keinesfalls gesehen haben muß. Wer TV-Serien wie "Outer Limits" liebt und von "Nightmares..." kein wirkliches Horrorpotential in Machart von "Tales from the Crypt" oder den alten "Masters of Horror" erwartet, wird sich mit Sicherheit gut unterhalten fühlen. Für mich, als Gesamtwertung eine unspektakuläre 5/10 | |||||||
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| | #6 (permalink) | ||
| Gelöscht Registriert seit: 21.08.2006 Ort: Nordseeküste Alter: 44 | Zitat:
1. fühlte ich mich permanent an Small Soldiers erinnert 2. dachte ich erst nach dem Film ich hätte mich versehen, habe die Folge dann nochmal geguckt und tatsächlich festegestellt, das wirklich nicht gesprochen wurde. Das erzeugt irgendwie ein sehr sonderbares Gefühl beim Schauen. Die Folge fand ich gelungen wenn auch nicht überragend. Gleiche Wertung! Zitat:
ich war begeistert. Leider hielt diese Begeisterung nicht lange an, da sich der Film dann nicht nur in albernen Effekten verlor, sondern der Regisseur scheinbar vergessen hat welchen Film er eigentlich drehen wollte. Ab der Folgenmitte wurde dann wirklich alles vermurkst, was man nur vermurksen konnte. Wieder exakt gleiche Wertung. So zwei Folgen war bisher erstmal alles, mal sehen wann ich weiterschaue. Richtig große Lust habe ich keine mehr, aber so ab und an werde ich mir immer mal wieder eine Folge gönnen, auch wenn es nur aus einem Grund sein sollte, nämlich das sich der Stapel ungesehener DVDs endlich mal verkleinert. | ||
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| | #7 (permalink) | |
| Gelöscht Registriert seit: 21.08.2006 | Zitat:
Wenn du weitere Folgen gesehen hast, auch wenn es zunehmend schwerer fällt diese in den Player zu packen, würde ich mich über weitere Feedbacks von dir in diesem Thread freuen. | |
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| | #8 (permalink) |
| Registriert seit: 19.08.2006 Ort: Aachen Alter: 30 |
Sooo megalangweilig, dass ich das über Monate hätte strecken müssen, fand ich's nun nicht; die Produktionsqualität war sehr hoch und vor allem die erlesenen Schauspielerleistungen haben mich angenehm überrascht. Aber wie du sagst, Wiedersehwert ist definitiv nicht da, das kann man sich alles mal angucken, aber sicher kein zweites Mal. Wenn möglich, ausleihen. Da ist die "Masters of Horror"-Anthologie im direkten Vergleich natürlich viel interessanter, weil konsequenter.
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