Der 24. Juli 2010. Global gesehen ein Tag wie jeder andere. Aber durch ein ungewöhnliches Projekt hat der Regisseur Kevin MacDonald zusammen mit Ridley und Tony Scott versucht, eine Momentaufnahme dieses Tages in einem Film einzufangen. Heraus kam Life in a Day.
Für den 24.07.2010 rief der Regisseur Kevin MacDonald über Youtube auf, dass man seinen normalen Alltag filmt und auf Youtube hochlädt. Mit im Team waren die bekannten Regisseure Ridley und Tony Scott, die als Produzenten tätig waren. 4.500 Stunden Videomaterial kam an diesem Tag zusammen, welche ausgewertet und zusammengeschnitten werden musste. Diese 4.500 Stunden wurden zu einem ca. 90 Minuten langen Kinofilm verarbeitet. Nachdem er die Kinos mittlerweile verlassen hat, ist der Film legal und kostenlos auf Youtube zu sehen, dem Ursprungsort für den Film. Ihr könnt ihn euch unter diesem Artikel ansehen.
Kevin MacDonald fiel schon mit dem Film Der letzte König von Schottland auf. Ridley Scott hat Filmklassiker wie Bladerunner oder Alien gedreht. Auch Tony Scott glänzte schon mit Filmerfolgen wie Top Gun, True Romence oder Last Boy Scout.
Wem jetzt bei Dokumaterial die Alarmglocken läuten, und ihr an einen Sender mit drei Buchstaben denkt, die kann ich hier entwarnen. MacDonald ist ein Kunststück gelungen, diese Momentaufnahme nicht zu einer kreischenden Arie werden zu lassen. Auch wenn der Film die Themen Freude, Glück, Hochzeit, Krieg, Geburt und Tod behandelt ist es eine stille Momentaufnahme geworden. Zwar hat MacDonald die Szenen teilweise mit Musik untermalt, aber dies ist so dezent, dass es den Zauber einer Situation nicht zerstört oder überlagert, vielmehr werden die Gefühle hervorgehoben. Die Szenen sind chronologisch geordnet und dauern von einer Mitternacht bis zur nächsten. Dazwischen werden auch Fragen behandelt wie Was liebst Du oder wovor hast Du Angst.
Life in a Day wird nicht jeden Zuschauer gefallen. Zwar sind Dokufilme in den Kinos nicht selten und auch Fakedokus wie Paranormal Activity feiern an den Kassen Erfolge, aber Life in a Day hat keine Story und keine Action. Da die Szenen aus der ganzen Welt kommen, sind sie auch nicht alle deutsch und auf eine Synchronisation hat man verständlicher weise verzichtet. Natürlich ist der Film mit Untertiteln versehen. Der Film ist für Menschen geeignet die ab und zu eine Situation oder ein Bild auf sich wirken lassen können. Dann werden die 90 Minuten auch zu keiner Zeit langweilig. Von den Gefühlen her ist es wie eine Achterbahnfahrt. Aber auf unschöne Bilder verzichtet der Film trotzdem nicht. Ob der Einsatz eines Bolzenschussgerätes oder Nahaufnahmen eines bestimmten Ereignisses, das sich am 24.07.2010 in Deutschland ereignet hat.
