Bodycount im Test: Hirnlose Ballerei oder kurzweiliges Actionfeuerwerk?

Test Katharina Pache

"Ich muss zerstööööören!": frei nach Rammstein haben wir in unserem Test zu Bodycount ganze Levels in Schutt und Asche gelegt. Doch wie lange unterhält die Demolierungsorgie? Ihr erfahrt es in unserem Test!

Bodycount gilt als inoffizieller Nachfolger des erfolgreichen Ego-Shooters Black aus dem Jahre 2006. Mehr als exzessive Zerstörungsmöglichkeiten innerhalb der Level haben beide Spiele aber nicht gemeinsam. Lest in unserem Test, was uns an Bodycount gut und weniger gut gefallen hat!

Das hat uns an Bodycount gefallen:

Alles zerstören! Vorsicht: Auch seit Stunden brennende Fässer können explodieren, wenn ihr auf sie schießt. Quelle: Codemasters Vorsicht: Auch seit Stunden brennende Fässer können explodieren, wenn ihr auf sie schießt.
Fast die gesamte Umgebung in Bodycount ist zerstörbar. Campingstühle, Mauern, Schilder, Türen, Wände... es gibt wenig, das eurer Feuerkraft widerstehen kann. Dieses Feature könnt ihr nutzen, um Feinde auszuschalten, die sich hinter einer Deckung befinden, bevor sie euch überhaupt bemerken. Und auch wenn es mit Sicherheit schönere Explosionseffekte in der Videospielwelt gibt, ist es doch befriedigend, die Umgebung mit einem Luftschlag, Granaten oder der Pumpgun in Einzelteile zu zerlegen.

Agente Speziale
Während ihr in unterschiedlichen Krisengebieten unterwegs seid und "Probleme löst" (in Bodycount bedeutet diese Redewendung "alles umballert, was sich bewegt"), sammelt ihr Icons, die für Interna, also Geheiminformationen stehen. Mit denen leistet ihr euch Spezialfähigkeiten wie zum Beispiel Unverwundbarkeit, Luftschläge oder entflammbare Munition. Das ist zwar ebenfalls nichts wirklich Neues, aber lockert die Ballerei etwas auf.

Trophäen- und Gamerscore-Jäger sind hier richtig
Schon nach etwa zwei Stunden Spielzeit habt ihr knapp ein Viertel der Erfolge und Trophäen eingesammelt. Wer also nach einer schnellen Möglichkeit sucht, plötzlich aufgetretene Minderwertigkeitskomplexe angesichts des Punktestandes der eigenen Kumpel über das PSN oder Xbox Live auszugleichen, ist hier genau richtig.

Das hat uns an Bodycount nicht gefallen:

I believe I can fly: Fast schon komisch sehen die Gegner beim Herumfliegen nach einer Explosion aus. Quelle: Codemasters I believe I can fly: Fast schon komisch sehen die Gegner beim Herumfliegen nach einer Explosion aus. Was, wo, wie?
In Bodycount werdet ihr sofort ins kalte Wasser geworfen. Kaum Infos zur Hintergrundgeschichte, kaum Erklärungen zu den aufzusammelnden Interna, so gut wie nichts Wissenswertes zum Charakter, den ihr in den folgenden sieben Stunden verkörpern werdet. So besteht Bodycount nur aus einer losen Aneinanderreihung von Missionen, bei denen ihr alles tötet, was so über die Map läuft (oder planlos herumsteht). Interessant oder spannend sind die kurzen Ausführungen zu Levelbeginn über Diktatoren, Bürgerkriege und verfeindete Argentenorganisationen jedenfalls nicht.

Das ist doch sinnlos!
Während ihr euch durch Feindeshorden ballert, werdet ihr für bestimmte Schüsse mit Punkten belohnt, darunter zum Beispiel Kopftreffer und Attacken von hinten. Schaltet ihr einen Feind zwischendurch "normal" aus, wird euer Multiplikator zurückgesetzt und die Chancen auf einen hohen Rang in der Abschlusswertung dezimieren sich. Das bedeutet: Wer einen hohen Rang ergattern möchte, muss vorsichtig spielen. Dafür ist das hektische Actionfeuerwerk Bodycount aber offensichtlich nicht ausgelegt.

Schießen, nicht laufen!
Sobald ihr die Waffe anlegt, um genauer zu zielen, bewegt sich euer Charakter nicht mehr, er lehnt sich lediglich auf sehr seltsame Art seitwärts, wenn ihr den Stick bewegt. Mit halb betätigtem Trigger funktioniert das Bewegen dafür wieder - das ist umständlich, gewöhnungsbedürftig und auf Dauer auch ziemlich nervig, nimmt es doch das Tempo aus dem Spiel.

Krisenort Debilistan
Eure Gegner verhalten sich seltsam: Manchmal bekämpfen sie sich gegenseitig, mal nicht, mal stehen sie unschlüssig herum, mal marschieren sie im Gänsemarsch auf euch zu. Durch den übertriebenen Ragdoll-Effekt fliegen die Feinde bei Granatentreffern außerdem wie alberne, nasse Säcke durch die Gegend.

Das kenn' ich schon
Auch wenn euch Bodycount an verschiedene Orte auf der Welt entführt, ähneln sich die meisten doch massiv. Die Geheimbunker der gegnerischen Agenten ähneln sich quasi wie ein Ei dem anderen. Das Leveldesign ist außerdem ziemlich unübersichtlich, trotz Richtungsmarkierung muss erst umständlich nach dem richtigen Weg gesucht werden.

Bildergalerie

Wertung zu Bodycount (X360)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Viel zum KaputtmachenSpezialfähigkeitenSchnelle Gamerscore-Punkte und TrophäenGranaten machen SpaßKoop-Modus und Mehrspielermodus
Doofe GegnerKaum StorySeltsames ZielsystemSinnloses PunktesystemKein Feedback beim MessernGesundheitszustand schwer ersichtlichLevel wiederholen sich und sehen zu gleich ausSchlecht gesetzte CheckpointsWenig verschiedene GegnertypenOptik nur unterer DurchschnittGegner sind Meister im Granatenwerfen
Fazit

Bodycount ist uninspiriert, bietet nur Rudimente einer Hintergrundstory und spielt sich sieben Stunden lang quasi gleich. Das Punktesystem ist theoretisch eine gute Idee, passt aber nicht zum hektischen Baller-Spielprinzip. Dazu noch debile Gegner, fertig ist der Shooter-Einheitsbrei.

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