Wir haben 3D für zuhause schon erlebt - mit einem 3D-TV von Sony und der PS3 mit neuer Firmware. Hier unsere Eindrücke.
3D ist DAS Trend-Thema in der Unterhaltungselektronik. James Cameron's Avatar hat 3D zum erfolgreichsten Film aller Zeiten gemacht - und seit der CES 2010 im Januar wissen wir, dass 3D fürs Heimkino schon im Anmarsch ist.
Trotzdem hätten wir nicht gedacht, dass wir schon so schnell in den Genuss kommen würden, uns "eigenäugig" vom 3D-Heimkino überzeugen zu können. Sony sei dank war es aber schon jetzt soweit: Auf dem Prototypen eines 55-Zoll-TV mit angeschlossener PS3 mit 3D-tauglicher Firmware (noch nicht offiziell erhältlich!) und Sony-Shutterbrillen auf der Nase (siehe Bild) konnten wir Ausschnitte aus mehreren 3D-Videos erleben. Gezeigt wurden u.a. Szenen vom FIFA Confederations Cup 2009, aus MotorStorm: Pacific Rift, Stardust HD, Wipeout HD sowie einige Naturaufnahmen.
Mehrere Redaktionsmitglieder haben sich die 3D-Szenen angeschaut - und gingen mit unterschiedlichen Eindrücken aus der Präsentation. Nachfolgend berichten sie über ihre Eindrücke - natürlich ganz subjektiv, so wie ihr es von der Cynamite-Expertenrunde gewohnt seid!
Quelle: http://www.cynamite.de
Tom Sauer: Nach der zehnminütigen 3D-Session war mein Ersteindruck gespalten. Auf der einen Seite war es schon faszinierend, Spiele wie Motorstorm oder Stardust in 3D zu sehen. Auch die Realszenen konnten sich wirklich sehen lassen. Bei den Fußballaufnahmen war ein Unterschied lediglich in den Nahaufnahmen zu erkennen, was vielleicht auch daran lag, das die Szenen nachbearbeitet und nicht mit 3D-Kameras aufgenommen wurden. Das bedeutet jedoch auch, dass für „richtige“ 3D-Aufnahmen in Sachen Qualität noch Luft nach oben ist.
Auf der anderen Seite konnte man in einigen Sequenzen eine gewisse Unschärfe und sogar Schlieren erkennen. Besonders bei entfernten Objekten (z.B. bei den Bäumen in der Szene mit den Wölfen) ist mir das aufgefallen. Bei Spielen wie Motorstorm wirkten zudem die Fahrzeuge extrem gestreckt. Größtes Manko war die Shutterbrille, die mit ihrem Akku nicht gerade leicht zu tragen ist. Zudem konnte man bei leisen Momenten auch ein leises Piepen innerhalb der Brille (wahrscheinlich vom Akku) hören.
Insgesamt also eine interessante Technik, die jedoch noch ausbaufähig ist. Allerdings denke ich auch, wenn es einen Grund geben sollte wieso sich 3D nicht durchsetzt, dass es an den Shutterbrillen liegt. Wer hat schon Lust wirklich die ganze Zeit mit diesen Dingern auf der Nase Filme/Fernsehen zu schauen oder Spiele zu zocken.
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Thomas Szedlak: Zum Glück sind meine Augen 3D-tauglich (oder ich sehe einfach zu schlecht), aber Doppelbilder und andere Ungereimtheiten sind mir nicht aufgefallen. Insgesamt war ich "ziemlich" bis "sehr" beeindruckt von den gezeigten 3D-Szenen. Das "Muss ich haben"-Gefühl war von Anfang bis Ende vorhanden, was sicherlich auch etwas an dem 55-Zoll-Fernseher von Sony lag. Mit am meisten gefallen haben mir die Szenen aus Stardust HD (nicht nur, weil es mich daran erinnert hat, dass ich Stardust schon 1997 auf meinem Amiga 1200 gespielt habe und damals nicht im Traum daran gedacht hätte, es mal in HD und in 3D zocken zu dürfen). Die Spielszenen - vor allem MotorStorm: Pacific Rift - sahen teilweise komisch aus, die Realsequenzen aus Zoo und Fußball-Stadion waren aber richtig genial. Für eine Technik im Prototyp-Stadium wirklich eine echt fette Sache. Muss ich haben!
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Dominic Eskofier: Überschwappende Begeisterung für 3D sucht ihr bei mir an vergebens: Ich bin einer der Menschen, die schnell mal Probleme mit den Augen oder Kopfschmerzen bekommen, wenn sie längere Zeit eine 3D-Brille auf dem Riechkolben haben. Deswegen fand ich auch das 3D-Fernsehen zwar im Prinzip relativ beeindruckend, als Dauerlösung für zu Hause kann ich mir das aber nicht vorstellen: Die Doppelbilder wurden bei mir nicht richtig weggeblendet, was dazu führte, dass ich bei allen Konturen noch eine zweite, schemenhafte drum herum gesehen habe. Komischerweise war das aber nicht bei allen gezeigten Szenen so. Besonders die Naturaufnahmen wirkten deutlich besser, da der Bildeindruck einfach esentlich plastischer war. Bei bildgewaltigen Aufnahmen könnte ich es also mit einer Brille vorm Fernseher aushalten, dauerhaft kommt es zumindest mit der für mich nicht in Frage. Vor allem nicht zu dem Preis!
Andreas Szedlak: Erstmal find ich es toll, dass das 3D-Thema spätestens seit Avatar dermaßen an Fahrt gewonnen hat. In den USA sind die ersten 3D-Fernseher schon im Handel und im Sommer soll die PS3 3D-fähig werden - super, dass ich das Ganze vor Markteinführung schon ausprobieren durfte.
Ähnlich wie bei HDTV haben mich nicht alle Szenen gleichermaßen geflasht. Die Begeisterung hängt von Quellmaterial und Kameraeinstellung ab. Bei einigen Tierszenen wirkten die Objekte sehr flach, fast wie Pappaufsteller. Dagegen haben mich MotorStorm: Pacific Rift, WipeOut HD und vor allem Super Stardust HD dank toller Partikeleffekte viel mehr fasziniert.
Am meisten angetan war ich allerdings von den Fußball-Szenen des letztjährigen Confederations Cups. Speziell die Großaufnahmen von Kaka und Co. vermittelten das Gefühl, direkt am Spielfeldrand zu sitzen. Die Sequenzen wurden übrigens nicht in 3D aufgenommen, sondern nachbearbeitet. Dass sie trotzdem so beeindruckend aussahen, zeigt das Potenzial von 3D!
Die mit einem Akku ausgestattete 3D-Brille war überraschend schwer und drückte schon etwas auf das Nasenbein. Allerdings ist das für mich überhaupt kein K.O.-Kriterium. In der S-Klasse von Mercedes sitzt man schließlich auch bequemer als im Porsche 911. Trotzdem bringt der Sportwagen wesentlich mehr Fahrspaß!
