Battlestrike: Call to Victory

Test

Erbarmungslos! Die berüchtigte Battlestrike-Serie erreicht mit Call to Victory einen neuen Tiefpunkt.

Operation Market Garden: Die Geschichte der alliierten Fallschirmjäger, die im besetzten Holland Brücken erobern sollten, dürfte selbst Geschichtsmuffeln ein Begriff sein. Kein Wunder also, dass diese Episode des Zweiten Weltkriegs regelmäßig in Filmen, Dokumentationen und natürlich in Computerspielen verwurstet wird. Jüngstes Beispiel: Der Weltkriegs-Shooter Call to Victory, der in den USA bereits vor einem Jahr erschien und hierzulande unter dem »ruhmreichen« Battlestrike-Label auf die PC-Gemeinde losgelassen wird.

Berühmte Vorbilder

Bereits im Ladebildschirm erinnert das Spiel an berühmte Vorbilder wie Medal of Honor: Flankiert von Armee-Accessoires werden uns hier auf einem Schmierzettel die Einsatzziele präsentiert. Schnell wird allerdings klar, dass Call to Victory nie die Qualität seiner Vorbilder erreicht. Obwohl das Spiel die Jupiter-Engine von Monolith nutzt, die beispielsweise in No One Lives Forever 2 zum Einsatz kam, bewegen wir uns durch trist texturierte Städte, in denen uns ebenso simpel gestaltete Wehrmachtsoldaten an den Ledernacken wollen.

Natürlich schicken uns die Entwickler nicht wehrlos an die Front. Das Arsenal ist recht bescheiden und enthält lediglich die üblichen Ami-Knarren (Tommy-Gun, M1-Karabiner, etc.). Gefallene Gegner lassen ihre Waffen nicht liegen, deutsche Ausrüstung kriegen wir also erst gar nicht in die Finger.

Dumme Frontschweine

Macht aber nichts, denn die Standardwaffe -- ein Scharfschützengewehr -- reicht völlig, um uns durch die Levels zu meucheln. Genreüblich markiert ein Richtungspfeil auf unserem Kompass das Einsatzziel. Auf dem Weg dorthin treffen wir natürlich auf Feinde, und wenn das passiert, wird das Treiben kriminell. Die Gegner-KI agiert nämlich ähnlich schlau wie ein gehirnamputierter Schimpanse, trifft aber auf große Entfernung oft spielend ins Schwarze. Eine Trefferanzeige gibt es nicht, und somit werden wir bisweilen von weit entfernten Gegnern zusammengeschossen, ohne zu wissen, woher die Kugeln eigentlich kommen.

Nicht denken -- Ballern!

Kompliziertere Aufgaben müssen wir fast nie meistern, oft genügt es, sämtliche Gegner auszuschalten. In einigen Missionen verlangen uns die Entwickler allerdings mehr ab, etwa dann, wenn wir einen Tiger-Panzer per Sprengladung zu Altmetall verwandeln sollen. Auch hier bedient sich das Spiel dreist bei Call of Duty und zeigt per »Geisterbild« an, wo genau wir die explosiven Grüße zu platzieren haben.

Sascha Gliss

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