Nintendo Switch im Test: lohnt die Anschaffung schon jetzt?

Special Viktor Eippert Johannes Gehrling Lukas Schmid
Nintendo Switch im Test: lohnt die Anschaffung schon jetzt?
Quelle: N-ZONE

Wir haben Nintendos neue, vielseitige Wunderkiste getestet: Lohnt die Anschaffung schon jetzt oder sollte man lieber noch etwas warten mit der Switch? In unserem Test erfahrt ihr außerdem, wie sich die Joy-Cons sowie der Pro-Controller in der Praxis schlagen und wie das Account-System funktioniert. Außerdem gehen wir im Review auf die Dritthersteller-Aussichten für Nintendo Switch ein.

Mit der Switch verspricht Nintendo ein Heimkonsolen-Erlebnis, das man mit auf den Weg nehmen und überall praktizieren kann. Wir haben die Konsole knapp zwei Wochen lang ausführlich mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild, 1-2-Switch, Super Bomberman R und Just Dance 2017 getestet und kommen zu dem Schluss: Das Konzept der Heimkonsole, die man jederzeit überall mit hinnehmen kann, geht mit der Nintendo Switch absolut auf! Die Wechsel vom TV-Modus zum Handheldbetrieb und umgekehrt gehen simpel, schnell und zuverlässig vonstatten. Die neuartigen Joy-Con-Controller lassen sich sehr angenehm abnehmen und wieder anstecken und man mag kaum glauben, wie befriedigend das dazugehörige Klick-Geräusch doch ist.

Die Konsole besticht mit einem eleganten Design und fühlt sich im Betrieb sehr wertig an. Als Mobil-Konsole ist die Switch eine absolute Wucht, die sowohl den 3DS als auch Sonys Playstation Vita technisch komplett wegpustet. Die Spiele sehen auf dem 720p-Bildschirm spitze aus, laufen gut und bieten dabei eine grafische Qualität, die sogar die Wii U etwas übersteigt. Und das eben unterwegs! Betrachtet man die Switch als Heimkonsole, sieht die Sache aber wieder anders aus. Stärker als die Wii U ist Nintendos neue Konsole auch hier, jedoch ist hier kein so deutlicher Sprung zu spüren wie etwa von der Wii zur Wii U.
Allerdings muss man auch sagen, dass Nintendo-Spiele seit jeher weniger von reiner Grafikpower leben und mehr von ihrem guten Design und den atmosphärischen Grafikstilen. Wie Zelda: Breath of the Wild beweist, hat sich daran auch auf der Switch nichts geändert. Abhängig von euren Vorlieben gibt es dennoch Gründe, noch mit dem Kauf einer Switch zu warten. Damit ihr eine möglichst gute Entscheidung treffen könnt, gehen wir nachfolgend genauer ins Detail und verraten euch, was wir während unseres Tests der Nintendo Switch so alles in Erfahrung bringen konnten.

Lesetipp: Zelda: Breath of the Wild im Test - Ein Meisterwerk

Die wichtigsten Aspekte der Konsole im Überblick

Die Nintendo Switch zeichnet sich durch ein kompaktes Design aus. In den nachfolgenden Abschnitten des Tests gehen wir auf die wichtigsten Aspekte ein, die ihr über die neue Hybrid-Konsole von Nintendo wissen solltet.
Nintendo Switch Quelle: Nintendo So funktioniert die Nintendo Switch

Modernes Design, starke Qualität

Schon beim ersten Anfassen merkt man gleich den krassen Unterschied bei der Verarbeitung und dem Design der Nintendo Switch im Vergleich zu Nintendos letzten Heimkonsolen. Während das Wii-U-Gamepad an ein Spielzeug erinnerte, präsentiert sich die Switch sehr erwachsen und hochwertig. Ein wirklich schönes Stück Ingenieurskunst.

Aufnahmeknopf

Das neue Screenshot-Feature mit dem Aufnahmeknopf gefällt uns richtig gut. Die Bilder werden in einem Sekundenbruchteil aufgenommen, das Spielgeschehen wird dabei nicht unterbrochen. Über die Galerie können die Screenshots dann auf Sozialmedien geteilt werden. Später werden auch Videoaufzeichnungen möglich sein.

Leistung

Betrachtet man die Switch als Heimkonsole, ist deren Leistung klar einer ihrer größten Schwachpunkte. Das edle Stück bietet zwar mehr Rechenpower als die Wii U, bleibt jedoch klar hinter den direkten Konkurrenten Xbox One und Playstation 4 zurück. Im Handheldbereich macht Nintendos Neuer allerdings kein Kontrahent auch nur ansatzweise etwas vor. Die Switch ist mehr als zehnmal so stark wie der 3DS und steckt die Playstation Vita ganz locker in die Tasche.

Tolles Display

Das 720p-Display liefert scharfe Bilder, satte Farben und eine einstellbare Bildschirmhelligkeit. So gut haben Nintendo-Spiele unterwegs noch nie ausgesehen, und selbst neben gängigen Tablets braucht sich die Switch mit ihrem Display nicht zu verstecken. Die Multi-Touch-Funktionen waren im Testbetrieb ebenfalls stets präzise.

Akku und Lademöglichkeiten

Wie lange der Akku hält, ist tatsächlich schwer davon abhängig, wie ihr die Konsole nutzt. Mit maximaler Bildschirmhelligkeit und voll aufgedrehtem Ton ist unserer Switch beim Spielen von Zelda: Breath of the Wild nach ungefähr zweieinhalb Stunden der Saft ausgegangen. Weniger aufwendige Titel wie Super Bomberman R zehren dagegen nicht so stark an der Batterie. Der Vorteil: Dank USB-C-Anschluss könnt ihr unterwegs eine Powerbank anschließen, ihr müsst nur darauf achten, dass sie die richtige Stromstärke und Spannung aufweist. Auch das Laden über einen Dash-Charger ist möglich. Wenn die Konsole in der Station steckt, lädt sie sich ganz automatisch auf. Droht der Saft doch mal auszugehen, schaltet sich die Switch rechtzeitig ab und schützt so euren aktuellen Spielfortschritt.

Schlichtes Benutzerinterface, schnelle Ladezeiten

Passend zur Konsole selbst ist auch das Benutzerinterface sehr modern und schlicht gehalten. Spiele werden mit großen Kacheln auf einer zentralen Leiste angezeigt, während wichtige Funktionen wie der Nintendo eShop oder die Systemoptionen leicht über eine zweite, kleinere Leiste zu erreichen sind. Doch das Beste ist, wie rasant alles vonstatten geht. Die Konsole bootet fix, alles reagiert zügig und auch die Spiele laden dank Modulen nicht lange.

Module und Speicherplatz

Da die Switch auf Module setzt, ist eine Installation von Spielen (zumindest bisher) nicht nötig, weshalb mehr Platz für digitale Spiele und Speicherstände da ist. Von Haus aus habt ihr etwa 25,9 GB des internen Speichers eurer Switch zur freien Verfügung, könnt den Speicherplatz aber mit dem Kauf einer microSD-, microSDHC- oder microSDXC-Karte erweitern. Spielstände sind nicht an Module geknüpft, sondern an Nutzer-Accounts. Negativ aufgefallen ist uns beim Test, dass Module nach dem Einstecken immer wieder mal nicht vom System erkannt wurden. Nicht fatal, aber unnötig lästig.

Sleep-Modus: Ein echter Segen

Mit einem Druck auf den Powerknopf (oder im TV-Modus über das Schnellmenü) könnt ihr das System jederzeit in den Sleep-Modus schalten, um dann zum Beispiel die Konsole mitzunehmen und später weiterzuspielen. Schaltet ihr die Switch dann wieder an, kann es nach einer kurzen Entsperrung des Bildschirms sofort ohne jegliche Ladezeiten weitergehen - denn das Spiel läuft im Hintergrund jederzeit einfach pausiert weiter. Trotzdem verbraucht die Konsole im SleepModus praktisch keine Leistung.

Lüfter & Wärmeentwicklung

Bei grafisch aufwendigen Spielen wie Zelda springt der Lüfter regelmäßig an - insbesondere im TV-Modus. Laut wird die Konsole dabei aber nie. Im Mobilbetrieb wird die Rückseite der Konsole mit der Zeit etwas warm, aber auch nicht mehr. Beim Spielen fällt das aber nicht auf, da man die Hände an den Joy-Cons hat.

Schnelle Transformation

Das Abnehmen und Anstecken der Joy-Cons ist simpel und geht nach wenigen Versuchen in Fleisch und Blut über. Der Wechsel vom TV-Modus in den Handheld-Modus dauert gerade mal eine Sekunde, umgekehrt müsst ihr ebenfalls nur wenige Sekunden warten. Wie in den ersten Trailern angepriesen ist ein nahtloser Übergang von Heimkonsolenbetrieb zu Handheldbetrieb und umgekehrt mit der Switch also tatsächlich möglich.

Standfuß

Ein kleiner Wermutstropfen ist der Standfuß der Switch. Da der Standfuß sehr weit links positioniert ist, entsteht beim Aufstellen der Switch ein Ungleichgewicht. Der Standfuß an sich ist zudem ziemlich dünn, was der Statik ebenfalls nicht unbedingt zuträglich ist. Dadurch steht die Konsole nicht sehr stabil. Schön hingegen: Der Standfuß kann nicht abgebrochen werden, da er lediglich reingeklipst ist.
Ein kleiner Wermutstropfen ist der Standfuß der Switch. Quelle: N-ZONE Ein kleiner Wermutstropfen ist der Standfuß der Switch.

Die Switch-Station

Wie die Konsole ist auch die Station schlicht gestaltet, gut verarbeitet und modern. Das Einrasten der Switch in die Station geht sehr einfach und dient einzig dem Zweck, das Bild auf den TV-Bildschirm auszugeben und die Konsole dauerhaft mit Strom zu versorgen. Dadurch kann der Prozessor höher getaktet arbeiten, um so die Leistung der Konsole etwas zu erhöhen. Die Station selbst hat aber keine Technik im Inneren, die zur Leistung der Switch beiträgt. Außerdem bietet die Station drei USB-Anschlüsse für etwaiges Zubehör. Übrigens wird es auch Spiele geben, die den TV-Modus nicht unterstützen. Bisher gilt das nur für das Rhythmus-Indie-Spiel VOEZ.

Joy-Con der Nintendo Switch im Praxis-Test

Klein, vielseitig einsetzbar und mit Technik vollgestopft. Allen Befürchtungen zum Trotz leisten die Joy-Con-Controller gute Dienste, sind aber auch nicht ohne Tadel.

Grundlegendes zur Benutzung

Die Joy-Cons in Kombination mit dem Griff. Quelle: Nintendo Die Joy-Cons in Kombination mit dem Griff. Als man die Joy-Con im Oktober 2016 zum ersten Mal sah, waren vor allem zwei Sorgen groß: Sind diese Controller nicht viel zu klein und ist der Umbau in die verschiedenen Modi nicht lästig und umständlich? Wir können nun Entwarnung geben, zumindest größtenteils! Auch wenn die Joy-Cons tatsächlich ziemlich klein sind (vor allem für große Männerhände) und die Positionierung des rechten Analogsticks untypisch ist, gewöhnt man sich beim Spielen doch recht schnell an beides. In Kombination mit dem Griff fungieren die Joy-Cons durchaus als adäquater Controller-Ersatz, der zwar nicht an den grandiosen Pro Controller heranreicht, für ein bequemes Spielen aber genügt.

Super ist zudem die Möglichkeit, die Joy-Cons separat in jeder Hand ganz frei nutzen zu können. In senkrechter Haltung funktioniert das auch ohne Schlaufenaufsatz gut. Ein bisschen erinnern die Joy-Cons so an eine Wii-Fernbedienung in klein mit anderen Buttons, allerdings sind alle Knöpfe mit einer Hand problemlos erreichbar. Nimmt man die Joy-Cons waagrecht für Mehrspieler-Modi, sieht die Sache schon anders aus. Ohne angesteckte Handgelenkschlaufe gilt: Geht schon mal für ein paar Partien, angenehm ist es auf lange Sicht aber nicht. Mit dem Schlaufenaufsatz ist es schon deutlich angenehmer, für lange Sessions aber trotzdem nur eine Notlösung. Der Akku in den Joy-Cons hält richtig lange und ist bei uns im Testbetrieb nie auch nur an die 50%-Marke gestoßen, da die Mini-Controller immer geladen werden, sobald sie an dem Tablet hängen und das in der Station ist oder anderweitig am Strom hängt.

Super ist die Möglichkeit, die Joy-Cons separat in jeder Hand ganz frei nutzen zu können. Quelle: Nintendo Super ist die Möglichkeit, die Joy-Cons separat in jeder Hand ganz frei nutzen zu können. Einige Tagen vor Launch häuften sich jedoch Berichte über Probleme mit der Signalstärke der Joy-Cons im TV-Modus. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben folgendes in Erfahrung gebracht: Wenn Hindernisse zwischen den Joy-Cons und der Konsole sind, kann es zu Input-Lags kommen. Dafür ist besonders der linke Joy-Con anfällig. Allerdings war von unseren zwei Joy-Con Paaren seltsamerweise nur eines von diesem Problem betroffen. Solange sich keine Hindernisse in der Luftlinie befinden (was ja der Normalfall ist), funktionieren die Joy-Con sogar auf mehreren Metern Entfernung noch tadellos.

Die Technik-Features

Auftrumpfen können die Joy-Cons vor allem in Sachen Bewegungssteuerung. Es ist schon erstaunlich, wie problemlos und genau die kleinen Controller jede Bewegung erfassen, ohne dabei auf eine Sensorleiste, Kamera oder Ähnliches angewiesen zu sein. Das sorgt für nahezu grenzenlose Freiheit bei der Steuerung von Spielen wie 1-2-Switch. Auch HD Rumble, die Vibrationsfunktion der nächsten Generation, hat uns im Test sehr gut gefallen. Im Gegensatz zur bisher bekannten Technik vermittelt das neue Feature ein sehr realistisches Gefühl und lässt uns beispielsweise kleine Metallkugeln in einem Kästchen oder eine sprudelnde Wasserflasche fühlen. Nicht zuletzt wartet der rechte Joy-Con auch noch mit einem Infrarot-Sensor auf, der Abstände und Bewegungen ziemlich genau erkennen kann. Lediglich der Bewegungsspielraum ist bei diesem Feature stark eingeschränkt. Haltet ihr beispielsweise eure Hand ein Stück zu weit rechts oder links, erkennt der Sensor eure Bewegungen schon nicht mehr.

Fazit

Die Technik in den Joy-Cons beeindruckt, als klassischer Controller-Ersatz und für Bewegungssteuerung taugen sie gut. In waagerechter Nutzung sind sie auf Dauer aber suboptimal.

Nintendo Switch: Die große Umfrage

Ihr habt eine Meinung zu Nintendos neuer Konsole? Dann macht mit bei unserer großen Nintendo-Switch-Umfrage und verratet uns, was ihr von der Switch haltet, ob ihr zum Launch zugeschlagen habt und mehr.

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Das Account-System

Frei nach dem Motto 'besser spät als nie', hat Nintendo seiner neuen Konsole endlich ein richtiges Account-System verpasst. Quelle: N-ZONE Frei nach dem Motto "besser spät als nie", hat Nintendo seiner neuen Konsole endlich ein richtiges Account-System verpasst. Beim ersten Starten der Konsole führt euch das System in ein paar simplen Schritten durch die Initialisierung, bei der ihr unter anderem auch einen Account erstellen sollt. Pro Konsole können bis zu acht Accounts genutzt werden. Diesen zunächst noch lokalen Account stattet ihr mit einem Icon aus einer Auswahl von bekannten Nintendo-Figuren und -Symbolen aus (rechts im Bild) oder ihr erstellt ein eigenes Mii bzw. importiert ein bereits vorhandenes. Danach könnt ihr euren lokalen Nutzeraccount in den Systemeinstellungen mit eurem Nintendo Account verknüpfen, der unter anderem auch bei Nintendos Smartphonespielen und dem My-Nintendo-Belohnungsservice genutzt wird. Sofern ihr eine NNID besitzt, könnt ihr diese mit eurem Nintendo Account verknüpfen, um so euer bereits von der Wii U oder dem 3DS vorhandenes eShop-Guthaben auch auf der Switch nutzen zu können.

Habt ihr einen Nintendo Account verknüpft, könnt ihr zudem per Aufnahmeknopf gemachte Screenshots (und später Videos) editieren und diese dann auf sozialen Medien teilen. Außerdem braucht ihr den Account, um im eShop einzukaufen. Denn anders als bei bisherigen Konsolen sind digitale Spiele endlich nicht mehr an die Konsole gebunden, sondern an euren Nintendo-Account. Freunde könnt ihr mit der Switch über verschiedene Wege hinzufügen, unter anderem (mal wieder) mit Freundescodes, über eine lokale Suche anderer Switch-Konsolen in der Nähe, das Hinzufügen von Leuten, mit denen ihr kürzlich online zusammengespielt habt oder Freunde, die ihr in Nintendos Smartphone-App wie Super Mario Run bereits in der Liste habt. Eine Direktsuche mit Nutzer-Namen ist derzeit nicht möglich. Der Nintendo eShop wurde für die Switch ebenfalls grundüberholt und ist nun passend zu den restlichen Switch-Menüs sehr schlicht und aufgeräumt. Um all die Online-Features nutzen zu können, muss übrigens zunächst ein System-Update runtergeladen und installiert werden.

Fazit

Das Account-System bietet die gängigen Vorteile, die man auch von anderen Konsolen gewohnt ist. Endlich sind digital gekaufte Spiele nicht mehr an die Konsole gebunden, sondern an den eigenen Account, den man auf Wunsch an mehreren Konsolen nutzen kann!

Wie gut ist der Pro-Controller für Nintendo Switch?

Die Antwort: Mehr als gut - er ist ausgezeichnet! Nach zahlreichen Stunden, die wir mit dem komfortablen Ding in den Händen verbracht haben, wollen wir das Pad nicht mehr missen.

Nach zahlreichen Stunden, die wir mit dem komfortablen Pro-Controller verbracht haben, wollen wir das Pad nicht mehr missen. Quelle: Nintendo Nach zahlreichen Stunden, die wir mit dem komfortablen Pro-Controller verbracht haben, wollen wir das Pad nicht mehr missen. Stolze 70 Euro muss man in die Hand nehmen, wenn man den Pro Controller der Switch sein Eigen nennen will. Die Anschaffung lohnt sich aber! Denn während die Joy-Cons in dem Schalengriff durchaus funktional, schlussendlich aber dennoch ein Kompromiss sind, bekommt man hier einen Controller an die Hand, der vielleicht das beste Nintendo-Pad in einer jahrzehntelangen Geschichte von sehr guten Nintendo-Pads ist. Er liegt wahnsinnig ergonomisch in der Hand, hat besonders große - und perfekt erreichbare - Front-Buttons, ein hervorragendes Steuerkreuz, sehr gute Analog Sticks und angenehm platzierte Schulter-Knöpfe. Allerdings: Wie bei den Joy-Cons sind die hinteren Trigger digital und nicht analog, was direkte Gamecube-Umsetzungen mancher Spiele wie Luigi's Mansion oder Super Mario Sunshine leider unmöglich macht - der einzige richtige Kritikpunkt, vor allem, da die Controller von PS4 und Xbox One diese Funktion bieten. Abgesehen vom Infrarot-Sensor verfügt der Pro Controller dafür über alle Features, welche auch in den Joy-Cons stecken. Ein wirklich tolles Gerät!

Nur ein Soft-Launch?

Nicht nur ist das Aufgebot an großen Spielen zum Launch ziemlich dünn, es fehlen zum Start auch noch diverse Multimedia-Funktionen und andere Features. Was ist da los?

Nicht nur ist das Aufgebot an großen Spielen zum Launch ziemlich dünn, es fehlen zum Start auch noch diverse Multimedia-Funktionen und andere Features, etwa die Virtual Console. Quelle: Nintendo Nicht nur ist das Aufgebot an großen Spielen zum Launch ziemlich dünn, es fehlen zum Start auch noch diverse Multimedia-Funktionen und andere Features, etwa die Virtual Console. Es gibt keinen Webbrowser zum Start, die Virtual Console wird nachgeliefert, die Online-Funktionen sollen in vollem Umfang erst später verfügbar sein, Medien-Apps wie Netflix oder Amazon Prime Video sollen ebenfalls später folgen und auch das Spiele-Angebot ist noch dürftig. Wenn man diese Punkte so betrachtet, kommt die Frage auf: Setzt Nintendo diesmal auf eine Art Soft-Launch und baut erst im Lauf des Jahres so richtig Fahrt mit der Switch auf? Was die Spiele angeht, möchte Nintendo offensichtlich eine vergleichbare Dürre Periode wie zur Wii U vermeiden, bei deren Launch das Angebot zwar groß war, danach aber über Monate nichts mehr nachkam. Daher folgen mit Mario Kart 8 Deluxe, ARMS und Splatoon 2 weitere große Spiele erst stückweise. Das Fehlen derart vieler Zusatzfeatures ist jedoch sehr auffällig und wirkt so, als wäre man nicht rechtzeitig zum Launch fertig geworden.

Fazit

So klasse die Switch als Gerät auch ist, es ist nicht zu bestreiten, dass das Spiele-Angebot aktuell noch sehr überschaubar ist. Wer auf Zelda warten kann (oder es auf Wii U spielt) oder Multimedia-Features braucht, sollte noch ein paar Monate mit dem Kauf warten.

Lesetipp: Release-Liste der Nintendo Switch-Spiele

Dritthersteller-Aussichten

Ein schwächelnder oder gar fast komplett fehlender Dritthersteller-Support ist schon seit N64Zeiten eines von Nintendos größten Problemen. Wird sich das mit der Switch nun bessern?

Fangen wir mit der schlechten Nachricht an: Zwar haben die meisten großen westlichen Hersteller wie Ubisoft, EA oder Bethesda ihre Unterstützung für die Switch zugesichert, doch ihre bisherigen Spiele-Ankündigungen sprechen eine ganz andere Sprache. Abseits von Portierungen wie Just Dance 2017, Skylanders Imaginators, The Elder Scrolls 5: Skyrim oder Lego City Undercover halten sich die westlichen Größen bisher gepflegt zurück. Natürlich sind wir noch ganz am Anfang im Lebenszyklus der Switch und je nach Verkaufserfolg könnte sich das noch ändern, doch ein gutes Zeichen ist das auf keinen Fall.

Besser sieht es da schon bei den japanischen Drittherstellern aus, die mit Super Bomberman R, dem neuen No More Heroes-Titel oder Project Octopath Traveller zumindest Switch-exklusive Titel in der Mache haben. Indie-Entwickler sind Nintendos neuer Konsole hingegen schon jetzt komplett verfallen. Alleine in den letzten zwei Wochen vor Release wurden mehr als 60 Indie-Spiele für die Switch angekündigt - darunter auch vielversprechende zukünftige Spiele wie Rive, Steamworld Dig 2 und Wargroove sowie sogar komplett exklusive Titel wie Runner 3. Indie-Fans haben also viel Grund zur Freude, während die Auswahl an AAA-Multiplattform-Spielen aller Voraussicht nach überschaubar sein wird.

Unsere Meinungen

Meinung

Direkt beim Launch dabei? Und ob! Ich möchte Zelda einfach in der bestmöglichen Fassung erleben.

Meine Most Wanted 2017: Splatoon 2, Super Mario Odyssey und Xenoblade Chronicles 2.

Diese Features vermisse ich noch: Virtual Console und die derzeit noch fehlenden Online-Funktionen.

Meinung

Direkt beim Launch dabei? Ich habe gewankt, hab mir schlussendlich aber eine Launch-Switch gegönnt.

Meine Most Wanted 2017: Yooka-Laylee! Und ein kleines Stückchen danach Super Mario Odyssey.

Diese Features vermisse ich noch: Die Virtual Console sollte bald kommen, zudem Unterstützung für ältere Controller.

Meinung

Direkt beim Launch dabei? Nein, weil ich Zelda gegenüber so skeptisch war. Jetzt bereue ich das aber.

Meine Most Wanted 2017: Ganz klar Super Mario Odyssey. Danach ein neues Pikmin!

Diese Features vermisse ich noch: Ich vermisse eher die zahlreichen, neuen Games.

Meinung

Direkt beim Launch dabei? Aus Geldmangel leider nicht. Spätestens dann aber zu meinem Geburtstag!

Meine Most Wanted 2017: Mario Kart 8 Deluxe, Super Mario Odyssey, Yooka-Laylee und Fast RMX.

Diese Features vermisse ich noch: Die Virtual Console und Streaming-Apps wie Netflix oder Amazon Video.

Gesamtfazit

In Nintendos langer Konsolen-Historie fällt die Nintendo Switch mit ihrem modernen Design klar aus dem Schema. Im Vergleich dazu wirken bisherige Nintendo-Konsolen wie Spielzeuge, während die Switch als hochwertiges Technik-Gadget brilliert. Egal, ob man die Switch nun als HD-Handheld oder als Heimkonsole zum Mitnehmen betrachtet - das Konzept geht voll auf. Jetzt zum Launch fehlen jedoch noch Spiele sowie diverse Features, weshalb wir Besitzern einer Wii U dazu raten, noch etwas mit dem Kauf zu warten. Auf lange Sicht hat die Switch aber gigantisches Potenzial!

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