Halo Wars 2 im Test: Starke Kampagne trifft schnellen Multiplayer - Jetzt mit finaler Wertung und Test-Video!
Test
Der Nachfolger hat's in sich: Halo Wars 2 verspricht ein rundes Paket aus zugänglicher Echtzeit-Strategie mit viel Action, Pathos, schnellem Multiplayer und tollen Zwischensequenzen. Im umfangreichen PC-Test klären wir, warum die Fortsetzung den ersten Teil klar abhängt. UPDATE: Der Test umfasst jetzt auch den Mehrspielermodus, ein Test-Video und die finale Wertung.
Quelle: PC Games
Halo Wars 2 punktet mit einer actionreichen Story-Kampagne. (PC)
Man muss es Microsoft hoch anrechnen: Mit einem Sequel zum acht Jahre alten Halo Wars hatten viele nicht mehr gerechnet, schon gar nicht mit einer PC-Umsetzung. Immerhin erschien der erste Teil exklusiv für Xbox 360! Schon allein deshalb ist Halo Wars 2 einen Blick wert, denn ordentlichte Echtzeit-Etrategie ist nicht nur auf Konsolen äußerst rar, sie wurde in den letzten Jahren auch auf dem PC zur Seltenheit.
UPDATE: Der Artikel wurde um ein Test-Video und eine zweite Seite erweitert, auf der wir die Mehrspielermodi vorstellen und eine finale Gesamtwertung für Single- und Multiplayer vergeben.
Im Test hinterlässt von Halo Wars 2 einen deutlich runderen Eindruck als sein Vorgänger. Das ist deshalb nicht selbstverständlich, weil spielerisch fast alles beim Alten bleibt: Obwohl Halo Wars 2 von neuen Entwicklern stammt (Creative Assembly und 343 Industries lösen die Ensemble Studios ab), bleibt Halo Wars 2 der Formel seines Vorgängers treu und verbessert das Gameplay nur in Details. Die haben es aber in sich!
In diesem Artikel
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Halo Wars 2 im Test mit Video-Review: Die Einzelspielerkampagne
- 1.1 Halo Wars 2 im Test: Kurze Kampagne, bombastisch präsentiert
- 1.2 Halo Wars 2 im Test: viel Action, wenig Anspruch
- 1.3 Halo Wars 2 im Test: Ordentliches Missionsdesign
- 1.4 Halo Wars 2 im Test: Die Steuerung - stark verbessert, nicht perfekt
- 1.5 Halo Wars 2 im Test: Dichte Atmosphäre und viel Fanservice
- Seite 2 Halo Wars 2 im Test mit Video-Review: Mehrspielermodus + Wertung
- Seite 3 Bildergalerie
Halo Wars 2 im Test: Kurze Kampagne, bombastisch präsentiert
Die Kampagne umfasst 12 Missionen, die man auf dem normalen Schwierigkeitsgrad problemlos in 6 bis 8 Stunden durchspielen kann. Zu kurz für den hohen Kaufpreis! Im Vergleich: Command & Conquer 3: Tiberium Wars lieferte 38 Einsätze, in Starcraft 2: Wings of Liberty waren es 29 Missionen. Immerhin bietet Halo Wars 2 aber neben höheren Schwierigkeitsstufen auch jede Menge Achievements und Bonusziele pro Mission. So lässt sich etwas mehr Spielzeit aus den Levels rauskitzeln.
Quelle: PC Games
Die langen, gerenderten Videos sehen fantastisch aus und punkten mit massig Halo-Atmosphäre. (PC)
Wo es der Kampagne an Umfang mangelt, entschädigt ihre starke Präsentation: Halo Wars 2 erstaunt immer wieder mit langen, fantastisch gerenderten Videos, an denen selbst Blizzard seine Freude hätte! Die Story kann da nicht ganz mithalten, sie bietet in ihren besten Momenten solides Action-Kino, in den schlechteren dagegen nur blanken Sci-Fi-Trash. Immerhin knüpft der Plot aber gelungen an den Vorgänger an, führt unsere Helden an einen interessanten Schauplatz und konfrontiert sie dort mit einem neuen Feind, der sich gut ins Halo-Universum einfügt: Anstelle der Allianz oder den Flood bekommen wir es diesmal mit den Verbannten zu tun, die unter dem Kommando des Abtrünnigen Brute Atriox stehen. Ausgerechnet der Oberschurke bleibt aber völlig blass und eindimensional, seine Motive werden zu keinem Zeitpunkt interessant. Hier hätte ein Seitenwechsel mehr Einblicke schaffen können, doch leider dürfen wir die Verbannten nicht selbst spielen - die Geschichte wird wieder nur aus Sicht der UNSC erzählt.
Quelle: PC Games
Da knallt's gewaltig: Gegen Ende der Kampagne dürfen wir auch richtig mächtiges Kriegsgerät steuern. (PC)
Kleine Warnung an alle Neueinsteiger: Zumindest rudimentär sollte man sich im reichhaltigen Halo-Universum auskennen, um in der Handlung durchzublicken. Wer bei Begriffen wie Spartans, Blutsvätern, Archen oder Kartographen mit den Schultern zuckt, versteht in Halo Wars 2 nur Bahnhof. Immerhin: Das war im Grunde auch schon im ersten Teil so. Zwar kann man auch ohne Vorkenntnisse seinen Spaß haben, allerdings muss man dann auf viele Hintergrundinfos und Zusammenhänge verzichten, die einen Reiz der Atmosphäre und Spielwelt ausmachen.
Das gilt auch für den Schluss, der etwas unvermittelt kommt und viele Fragen offen lässt, aber zumindest eine interessante Ausgangslage für eine Fortsetzung schafft. Und die dürfte als nahezu sicher gelten, daran lässt der Abspann wenig Zweifel. Ob die Geschichte allerdings wirklich in Halo Wars 3 oder doch eher als Comic, Roman oder Film fertig erzählt wird? Das weiß derzeit wohl nur Microsoft.
Halo Wars 2 im Test: viel Action, wenig Anspruch
Wer befürchtet, mit dem Entwicklerwechsel würde das Spiel komplexer werden, darf beruhigt sein. Auch Halo Wars 2 bietet wieder actionbetonte, im Genrevergleich simple Echtzeit-Strategie, die mit sehr wenigen Kommandos auskommt - immerhin muss die Steuerung auch mit einem Gamepad gut funktionieren. Genre-Profis mag das zu wenig sein, doch wer keine Lust auf Mikromanagement hat und es lieber zügig krachen lassen will, bekommt genau die richtige Mischung aus schneller Taktik und effektreichem Geballer.
Der Basisbau präsentiert sich im Test ebenfalls nahezu unverändert: Genau wie im Vorgänger errichten wir Stützpunkte nur an festgelegten Bauplätzen, dann erhalten wir ein Hauptgebäude, um das sich mehrere Gebäudeslots anordnen. Wir verteilen unsere wenigen Bauten also nicht frei, sondern basteln jede Basis nach dem gleichen Schema - und das wird schnell langweilig. Immerhin gibt es aber ein paar coole neue Einheiten und Upgrades für unsere Truppen, die den dürren Fuhrpark des ersten Teils deutlich aufpeppen. Zu den sinnvollen Neuzugängen zählt etwa die Nightingale-Flugeinheit, die Fahrzeuge in der Nähe repariert - sehr nützlich!
Quelle: PC Games
Der simple Basisbau ändert sich nur ein Details. Neu sind die nützlichen Mouseover-Anzeigen und Texteinblendungen. (PC)
Auch das Sammeln von Ressourcen bleibt nahezu unangetastet: Wir schicken keine Erntefahrzeuge los, sondern bauen einfach nur Depots, die dann automatisch Währung erzeugen. Neu ist dagegen die zweite Ressource Energie: Im Vorgänger dienten Generatoren nur dazu, höhere Techstufen für Gebäude und Einheiten freizuschalten. In Halo Wars 2 dagegen produzieren sie Energiepunkte, die wir in wichtige Upgrades stecken. Für hochstufige Verbesserungen brauchen wir allerdings Unmengen an Energie, was uns dazu zwingt, frühzeitig Außenposten zu gründen, um mehr Generatoren bauen zu können. Sonst gerät das Aufleveln der Einheiten schlichweg zu zäh.
Halo Wars 2 im Test: Ordentliches Missionsdesign
Quelle: PC Games
Dank stark verbesserter Wegfindung befehligen wir nun auch größere Einheitenverbände problemlos. (PC)
In diesem Artikel
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Halo Wars 2 im Test mit Video-Review: Die Einzelspielerkampagne
- 1.1 Halo Wars 2 im Test: Kurze Kampagne, bombastisch präsentiert
- 1.2 Halo Wars 2 im Test: viel Action, wenig Anspruch
- 1.3 Halo Wars 2 im Test: Ordentliches Missionsdesign
- 1.4 Halo Wars 2 im Test: Die Steuerung - stark verbessert, nicht perfekt
- 1.5 Halo Wars 2 im Test: Dichte Atmosphäre und viel Fanservice
- Seite 2 Halo Wars 2 im Test mit Video-Review: Mehrspielermodus + Wertung
- Seite 3 Bildergalerie
Wie im Vorgänger sind die Missionen schön abwechslungsreich. Zwar verbringen wir viel Zeit damit, einfach nur die Maps zu erkunden, feindliche Stellungen wegzuholzen oder kleine Stützpunkte zu bauen. Doch dazwischen setzt das Spiel immer wieder positive Akzente, etwa mit einem Bosskampf gegen einen mächtigen Brute, der regelmäßig Druckwellen erzeugt, vor denen wir unsere Truppen in Sicherheit bringen müssen. Später müssen wir eine unteridische Installation erobern, in der wir feindliche Drohnenschwärme mit EMP-Schlägen deaktivieren. Oder wir verteidigen einen Stützpunkt eine Weile gegen Angriffswellen, bis uns schließlich ein riesiger Bossgegner überrascht.
Es gibt sogar eine Mission, die von Tower-Defense-Spielen inspiriert ist und uns zwingt, unsere Truppen in mehrere Verbände aufzuteilen. Ein anderer Level ist dagegen an Mehrspielerpartien angelehnt, in dem wir und der KI-Gegner versuchen, Türme einzunehmen, um Siegespunkte zu sammeln, während uns eine riesige Kampfdrohne regelmäßig dazwischenfunkt. Etwas nervig ist aber die übertriebene Art, mit der uns das Spiel an die Hand nimmt - etwas weniger Hilfen und Einblendungen hätten es auch getan. Positiv dagegen, dass wir in jeder Mission eine neue Einheit oder neue Upgrades erhalten. Und spätestens gegen Ende freuen wir uns, wenn uns das Spiel kurzzeitig nochmal richtig dickes Kriegsgerät in die Hand drückt, mit dem wir ordentlich Verwüstung unter den Gegnern anrichten.
Ein Upgrade-System wie in den Starcraft 2-Kampagnen, mit dem wir unsere Truppen zwischen Missionen dauerhaft verbessern , gibt es allerdings nicht. Dafür hat Halo Wars 2 aber ein anderes ein dickes Plus, das schon den Vorgänger auszeichnete: Wir können die gesamte Kampagne auch im Koop-Modus spielen, dazu müssen wir nur einen Spieler aus unserer Freundesliste einladen. Leider gibt es keine Suchfunktion für fremde Spieler, mit denen wir die Koop-Levels spielen könnten - wer also keine Freunde hat, muss solo spielen.
Halo Wars 2 im Test: Die Steuerung - stark verbessert, nicht perfekt
In die Gamepad-Steuerung ist viel Mühe geflossen, und das zahlt sich aus: Wer auf Xbox One spielt oder auch am PC einen Controller nutzen mag, hat nach etwas Eingewöhnung alles im Griff. Schönes Detail: Auch mit dem Gamepad können wir nun bis zu vier Kontrollgruppen festlegen und per Digipad aufrufen. Gut gelöst!
Mit Maus und Tastatur fällt das Selektieren und Kommandieren aber trotzdem deutlich leichter. Und das, obwohl das Interface nur dürftig für die PC-Version angepasst wurde: Genau wie im ersten Teil vermissen wir ein globales Baumenü à la C&C, in dem wir Einheiten jederzeit nachordern können. Stattdessen müssen wir ständig zurück in die Basis und dort das betreffende Gebäude anklicken, damit sich ein riesiges Ringmenü öffnet, in dem wir Bauaufträge erteilen und Truppennachschub bestellen. Auch Spezialfähigkeiten aktivieren wir nicht bequem über eine eigene Aktionsleiste, sondern per Radialmenü. Beim ersten Halo Wars waren solche Bedienungsmängel noch der Konsolenherkunft geschuldet - warum man sie bei Teil 2, das parallel für PC entwickelt wurde, nicht von Anfang an beseitigt hat, bleibt ein Rätsel.
Quelle: PC Games
Auch im Nachfolger erledigen wir den Basisbau umständlich über ein solches Ringmenü. (PC)
Das Gleiche gilt für die Einheitenauswahl: Selektierte Truppen werden zwar mit Icons am unteren Bildschirmrand eingeblendet, doch direkt auswählen dürfen wir sie dort nicht - die Icons lassen sich nämlich nicht anklicken. Stattdessen müssen wir die Untergruppen mit dem Mausrad durchschalten - mit dem Gamepad ist das durchaus sinnvoll, mit Maus und Tastatur dafür sehr ungewohnt. Zwar kann man sich damit durchaus arrangieren, doch uns wären klickbare Icons schlichtweg lieber gewesen.
Quelle: PC Games
Dank stark verbesserter Wegfindung befehligen wir nun auch größere Einheitenverbände problemlos. (PC)
Aber es gibt auch positive Entwicklungen! Zum Beispiel lassen sich Gebäude nun optisch viel besser unterscheiden als im Vorgänger. Noch besser: Bewegen wir den Cursor über ein Gebäude, wird seine Bezeichnung darüber eingeblendet. Und sobald wir einen Bau- oder Forschungsauftrag erteilen, erscheinen kleine Symbole über den Gebäuden, die den Fortschritt anzeigen. Das alles heißt für den Spieler: Man muss die Gebäude viel seltener anklicken als im ersten Halo Wars. Ebenfalls prima: Die problematische Wegfindung des Vorgängers, die oft dafür sorgte, dass sich unsere Einheiten unschön verkeilten, wurde komplett überarbeitet. Nun können wir auch Einheitengruppen problemlos durch die Gegend scheuchen, ohne dass sie sich gegenseitig im Weg stehen.
Und falls sich jemand wundert, warum das Menü nicht per Esc-Taste geöffnet wird: Das liegt auf der F10-Taste. Gern geschehen.
Halo Wars 2 im Test: Dichte Atmosphäre und viel Fanservice
Quelle: PC Games
Cool: Transportschiffe fliegen unsere Gebäude ein und setzen die Rohbauten auf den Slots ab. (PC)
Optisch zeigt sich Halo Wars 2 im Test ein bisschen bunter und comichafter als sein Vorgänger, ohne aber jemals den Stil und die Atmosphäre einzubüßen, die Halo auszeichnen. Wer nahe ranzoomt, erkennt schicke Waffen- und Partikeleffekte, die Einheiten sind detailliert gestaltet und die Levels stimmungsvoll texturiert. Selbst der dröge Basisbau ist optisch schick geraten: Rohbauten werden diesmal von Transportschiffen herangeflogen und auf dem Gebäudeslot abgesetzt. Das macht unseren Stützpunkt etwas lebendiger.
Quelle: PC Games
Schöne Details: Unser Spartan-Elitesoldat kapert einen feindlichen Panzer. (PC)
Besonders hübsch sind die Spezialanimationen unserer Spartan-Soldaten, etwa wenn sie ihre Gegner im Nahkampf durch die Luft schleudern und sie dann mit einem vernichtenden Hieb zu Boden schmettern. Oder wenn wir dem Spartan befehlen, ein feindliches Fahrzeug zu kapern: Wie im Vorgängerspiel sehen wir dann, wie unser Soldat auf den Alien-Panzer oder Mech springt, die Luke aufprügelt und sich schließlich selbst hinters Steuer klemmt.
Die Präsentation wird durch eine gute Musikuntermalung abgerundet, die in den richtigen Momenten für Tempo und Stimmung sorgt, allerdings nie an die Wucht eines Halo 5-Soundtracks heranreicht. Da wäre noch mehr gegangen! Dafür sind die deutschen Sprecher diesmal deutlich besser besetzt als im Vorgänger. Sie klingen zwar immer noch oft zu abgelesen und müssen zum Teil Sätze vortragen, die vor Pathos nur so triefen, doch zumindest legen sich mehr ins Zeug als in Teil 1 - und davon profitiert die Atmosphäre.
Quelle: PC Games
Halo Wars 2 bietet angenehm unkomplizierte Echtzeit-Strategie. Statt Mikromanagement gibt's vor allem Action. (PC)
