Wir werfen einen Blick auf das neue Zelda: Breath of the Wild. Erobert uns der Hauch der Wildnis per Sturm oder ist es doch nur eine schale Brise?
Die Natur hat Hyrule zurückerobert. Nach einem schrecklichen Unglück, ausgelöst von - wer hätte das gedacht - Fiesling Ganon, liegt das einst prächtige Königreich in Schutt und Asche. 100 Jahre sind seitdem vergangen, mehr als genug Zeit, um die Spuren der Zivilisation unter dicken Laubschichten, wogenden Gräsermeeren und dicken Wurzeln zu verbergen. Link erwacht aus einem tiefen Schlummer und hat eine Aufgabe: Den fiesen Ganon, den die Bewohner Hyrules damals mit letzter Kraft im Palast versiegelten, endgültig außer Gefecht zu setzen, bevor dieser die ganze Welt zerstört.
Quelle: Nintendo
Intaktes Ökosystem:
Noch vor hundert Jahren war Hyrule ein dicht besiedeltes Königreich. Nun hat die Natur die Welt erfolgreich zurückerobert. (Wii U)
Quelle: Nintendo
Komm doch mal Schrein:
Die Schreine sind Miniatur-Dungeons und belohnen den kleinen Link bei der Bewältigung mit unterschiedlichen Gegenständen. (Wii U)
Wohin du willst
Mit einer offenen Spielwelt hat Nintendo schon in The Legend of Zelda: Wind Waker Erfahrung gesammelt. Ein Kritikpunkt damals war, dass die Umgebung zu wenig Inhalte bot. Wird sich das mit Breath of the Wild ändern? Schwierig zu sagen, in den spielbaren Demobereichen musste man durchaus gewisse Strecken zurücklegen, bevor man auf interessante Orte stieß, etwa eine verlassene Hütte, an deren Feuerstelle man sich eine Mahlzeit zubereiten kann. Dazu kommt die schiere Größe von Hyrule. Bislang gab es lediglich einen kleinen Teil des Reichs zu sehen und zu erkunden.
Gespickt werden soll die ganze Umgebung mit Mini-Dungeons, den sogenannten Shrines, also Schreinen. In denen kommen wie gewohnt die unterschiedlichen Gegenstände zum Einsatz, die Link auf seiner Reise findet. Etwa die Magnethandschuhe: Mit den Fäustlingen kontrolliert man Metallplatten und Eisenstatuen. Im entsprechenden Schrein muss man sich den Weg erst mit dem Hilfmittel bahnen, um zum Innersten vorzudringen.
Auf flinkem Fuß
Ungewohnt modern mutet Links Tablet an. Tablet? Naja, nicht ganz, aber die sogenannte Sheikah-Platte verfügt über zahlreiche nützliche Fähigkeiten und zeigt etwa die Karte der Umgebung an. Mittels Runen lässt sich das Objekt sogar noch nützlicher machen. An die wertvollen Steine kommt Link, indem er Dungeons absolviert und Herausforderungen meistert. Wer die Platte zu welchem Zweck erschaffen hat, ist noch unklar, die Frage wird aber sicher innerhalb der Handlung von Breath of the Wild aufgegriffen.
Quelle: Nintendo
Amiibo:
Wolf-Link gehört eigentlich in den Vorgänger Twilight Princess. Besitzt ihr das Amiibo, wird der Wolf euch auch in Breath of the Wild begleiten. (Wii U)
Quelle: Nintendo
Feindselig:
Nicht nur Tiere, auch Monster streifen durch die Wildnis. Mit einer Gruppe solltet ihr euch nur anlegen, wenn ihr entsprechend vorbereitet seid. (Wii U)
Bei der weitläufigen Umgebung ist es natürlich wichtig, dass die Fortbewegung schnell und unkompliziert vonstatten geht. Zum einen ist Link zu Fuß recht flink, zum anderen kann er auf seinem Schild "surfen". Das funktioniert folgendermaßen: Wenn ihr euch in der Steppe auf einer Anhöhe befindet, genügt es, wenn ihr springt und dann den Schild zückt. Wie auf einem Surf- oder Skateboard gleitet der spitzohrige Held ins Tal, und auf dem Weg steht es ihm frei, etwaige Gegner in der Nähe mit Schwert oder Bogen zu attackieren. Angriffe sind auch vom Rücken des Pferdes aus möglich. Damit der Spieler durch die Steuerung nicht überfordert wird, wurde hierfür die Reitkontrolle vereinfacht. Es genügt, die Richtung zu bestimmen und Ross Epona erledigt den Rest wie Bremsen, Ausweichen und Beschleunigen von selbst.
Physik und Technik
Breath of the Wild blickt auf eine turbulente Vergangenheit zurück. Ursprünglich sollte das Action-Adventure 2015 erscheinen. Wieso die lange Verzögerung? Laut Nintendo kamen immer mehr Ideen dazu und die Maßstäbe wurden gewaltiger. Das erforderte nicht nur Änderungen am bereits bestehenden Spiel, sondern auch jede Menge zusätzliche Arbeit. Klar ist, dass der Titel durch die immense Größe und die Physikeffekte (Dinge sind entflammbar, Geröll fällt der Schwerkraft entsprechend, magnetische Objekte können angezogen und abgestoßen werden und so weiter) gehörige Ansprüche an die Rechenpower von Wii U und Nintendo Switch stellt. Deshalb sieht Breath of the Wild auch nicht so brillant aus, wie es sich einige Fans erhofft haben.
Die spielbaren Bereiche jedenfalls zeichneten sich durch auffallende Treppcheneffekte, Kantenflimmern, simple Texturarbeit und hereinploppende Gegenstände aus. Dass das neue Zelda dennoch erstaunlich hübsch wirkt, ist dem einladenden Grafikstil mit Cel-Shading-Einschlag zu verdanken. Wie Zelda auf der Nintendo Switch aussieht, kann man - trotz erster Gameplayszenen - nicht abschließend festlegen. Wenn es jedoch einen Hersteller gibt, der versessen darauf ist, Produkte möglichst fehlerfrei und sauber auf den Markt zu bringen, dann ist das Nintendo.
Entwickler: Nintendo | Hersteller: Nintendo
