Gran Turismo: Sport: Kazunori Yamauchis Visionen zum kommenden Racer

Special Max Falkenstern
Ein Auto fährt durch die Wüste, im Hintergrund Heißluftballons.
Quelle: Sony

Gran Turismo: Sport erstmals auf der PS4 Pro und in VR gespielt: Die Rennspiel-Hoffnung glänzt mit 4K-Edeloptik und bietet ein tolles Fahrgefühl!

Gran Turismo Sport ist für die Zukunft geschaffen. Daran lässt der Vortrag von Game Director und Serienvater Kazunori Yamauchi auf dem jüngsten PS4-Pro-Event keine Zweifel. Im Fokus stand die technische Vision hinter der Rennsimulation. Wir konnten im Anschluss selbst einige Runden in Gran Turismo Sport drehen und sogar die Umsetzung für Playstation VR ausprobieren (siehe Kasten), die auf PS4-Pro-Hardware lief!

Visionär

Doch zunächst die nackten Zahlen: Gran Turismo Sport erreicht auf der PS4 Pro hochskalierte 1800p, was nicht ganz der nativen 4K-Auflösung entspricht. Dafür laufen die Rennen in butterweichen 60 Bildern pro Sekunde. Eine Entscheidung, die wir mit offenen Armen begrüßen! Denn, dass eine niedrigere Bildrate das Fahrerlebnis schmälert, konnten wir seinerzeit schmerzvoll bei Driveclub beobachten.

Authentisch: 
Die Cockpits der Sportwagen strotzen nur so vor Details. Hier wird Yamauchis Handschrift deutlich. (PS4) Quelle: Polyphony Digital Authentisch: Die Cockpits der Sportwagen strotzen nur so vor Details. Hier wird Yamauchis Handschrift deutlich. (PS4) Gewaltig: 
Der Fuhrpark wird serientypisch riesig ausfallen. Noch ist die genaue Anzahl der Wagen nicht bekannt. (PS4) Quelle: Polyphony Digital Gewaltig: Der Fuhrpark wird serientypisch riesig ausfallen. Noch ist die genaue Anzahl der Wagen nicht bekannt. (PS4)
Mehr Aufmerksamkeit als der Auflösung und Bildrate widmete Yamauchi aber dem Thema HDR. Wie eingangs bereits skizziert, ist Gran Turismo Sport für die Zukunft konzipiert und soll zum Release TV-Geräte mit einem Helligkeitswert von sagenhaften 10.000 Nits unterstützen. Zum Vergleich: Aktuelle Fernseher leisten im Durchschnitt 100 bis 300 Nits, Sonys derzeitiges Referenzgerät schafft eine Leuchtdichte von gerade mal 2.000 Nits.

Augenöffner

Yamauchi beließ es jedoch nicht nur bei Fakten, sondern demonstrierte die Unterschiede zwischen SDR und HDR anhand von Gameplay-Material. Zu unserem Erstaunen fällt die Differenz dramatisch hoch aus: Mit dem verwendeten BT2020-Farbspektrum erreichen die Macher von Gran Turismo Sport eine bisher nie dagewesene Farbwiedergabe. Der klassische rote Lack auf dem Ferrari 458 Italia GT3 wirkt ohne HDR entsättigt und unecht. Obendrein ist mit zugeschaltetem HDR beim Blick auf besonders grelle Hintergründe, wie etwa die Sonne am Horizont, kein Detailverlust zu erkennen. Statt weißem Blitzlicht sehen wir eine natürliche Reflexion - ein wahrer Augenöffner während der Präsentation, der vielen anwesenden Journalisten auf dem Event ein "Wow" entlockte.

Natürlich: 
Die Farbwiedergabe auf einem HDR-fähigen 4K-TV ist realitätsnah. Außerdem lassen sich selbst bei grellem Licht noch viele Details ausmachen. (PS4) Quelle: Sony Natürlich: Die Farbwiedergabe auf einem HDR-fähigen 4K-TV ist realitätsnah. Außerdem lassen sich selbst bei grellem Licht noch viele Details ausmachen. (PS4) Einstieg leicht gemacht: 
Während Rennanfängern Fahrassistenten unter die Arme greifen, können echte Profis am Lenkrad einfach auf selbige verzichten. (PS4) Quelle: Games Aktuell Einstieg leicht gemacht: Während Rennanfängern Fahrassistenten unter die Arme greifen, können echte Profis am Lenkrad einfach auf selbige verzichten. (PS4)

Fotografieren wie die Profis

Gran Turismo-Schöpfer Yamauchi gilt gemeinhin als detailversessener Auto-Fan. Das spiegelt sich in den authentischen Fahrzeugmodellen von Gran Turismo Sport wider, aber auch im Foto-Modus. Hier, das lässt der Vortrag vermuten, können sich leidenschaftliche Spieler für Stunden verlieren. In mehr als 1.000 wählbare Kulissen, die in 8K-Auflösung aufgenommen wurden, können Hobby-Fotografen ihre Wunschwagen hineinpappen.

Um seinen digitalen Sportwagen in Szene zu setzen, stehen etliche Einstellungen zur Verfügung. Angefangen vom in mehreren Stufen skalierbaren Fahrzeugscheinwerfer über den Lichteinfall in der Kulisse bis hin zur Blende, die Tiefenunschärfe ermöglicht. Im Zusammenspiel mit HDR und der realitätsnahen Farbwiedergabe entstehen in wenigen Minuten Schnappschüsse in Profi-Qualität, die wir auf Wunsch in 4K-Auflösung rausrechnen können. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie viel Zeit Yamauchi mit diesem doch eigentlich nicht spielrelevanten Werkzeug verbracht hat.

Platz da, hier kommt ein Mazda! 
Über 1.000 Kulissen stehen für den Fotomodus zur Verfügung. (PS4) Quelle: Games Aktuell Platz da, hier kommt ein Mazda! Über 1.000 Kulissen stehen für den Fotomodus zur Verfügung. (PS4)
Fahrgefühl gewohnt präzise
Für einen fundierten Eindruck zu den spielerischen Qualitäten von Gran Turismo Sport reichte unsere Zeit auf dem Event nicht aus. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, einige Runden auf dem Nürburgring zu drehen. Das Fahrgefühl mit einem Gaming-Lenkrad ist fantastisch. Auf Lenkbewegungen reagiert die Rennsimulation präzise, wofür auch die hohe Bildrate sorgt. Optional zuschaltbare Fahrhilfen wie ein Bremsassistent und Schwierigkeitsgrade unterstützen Rennsportneulinge bei ihren ersten Fahrversuchen.

Grafisch ist Gran Turismo Sport auf der PS4 Pro aber über jeden Zweifel erhaben. Auf einem 4KTV bleibt das Bild auch im hohen Tempo scharf. An aufploppenden Baumkronen und Schatten ändert die Hardware der neuen Konsole jedoch wenig. Allerdings ist Gran Turismo Sport ja auch noch lange nicht fertig. Ein Rennspiel für die Zukunft braucht eben seine Zeit. Und so wie wir den Perfektionisten Kazunori Yamauchi und sein Team kennen, dürften noch Monate wenn nicht sogar ein Jährchen bis zum Release ins Land ziehen.


Gran Turismo Sport mit Playstation VR

Wir konnten Sonys Rennsimulation mit Playstation VR zocken und waren alles andere als begeistert.

Als wir Gran Turismo Sport zunächst auf einem 4K-TV spielten und dann das Playstation-VR-Headset aufzogen, mussten wir erst einmal schlucken. Denn die Unterschiede bei der Bildschärfe sind drastisch. Obwohl unsere VR-Probefahrt auf einer PS4 Pro stattfand, sah Gran Turismo Sport nur unerheblich besser aus als etwa das bereits erschienene Driveclub VR. Neben Kantenflimmern prägen auch unscharfe Texturen das Bild, was beim Blick auf die Tacho-Anzeigen deutlich wird. Die kleinen Schriften an der Tempoanzeige sind nahezu unlesbar. Immerhin läuft die VR-Umsetzung sehr flüssig! Die Stärke von Gran Turismo Sport VR liegt ohnehin im Mittendringefühl, das durch die Cockpit-Ansicht transportiert wird. Nur der Avatar-Fahrer, der sich mitunter mit unserer Sicht überlagert, wirkt etwas befremdlich und sollte optional durch einen unsichtbaren Geist ersetzt werden können.


Entwickler: Polyphony Digital | Hersteller: Sony

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