Batman: Return to Arkham: Dieses schlimme Remaster hat der Dunkle Ritter nicht verdient

Test Christian Dörre
In manchen Momenten glänzt die Unreal Engine 4 dann doch. Beleuchtung und Farbgebung sind oftmals stimmig.
Quelle: PC Games

Wie so ziemlich jedes große Spiel aus der letzten Konsolengeneration bekommt auch Batman ein Remaster spendiert. Arkham Asylum und Arkham City werden in einer Box neu aufgelegt und erstrahlen im Glanz der Unreal Engine 4. Warum die Neuauflage trotzdem niemand braucht, erfahrt ihr in unserem Test.

Man kann die Remaster-Welle bei der aktuellen Konsolengeneration verdammen, vielen jüngeren oder neu hinzugekommenen Spielern ist sie aber ein Segen, da sie so die großen und bislang verpassten Titel nachholen können. Und das dann sogar meist in aufgehübschter Grafik und mit einem flüssigeren Spielerlebnis. Zumindest in den allermeisten Fällen. Bei Batman: Return to Arkham ist es nämlich tatsächlich so, dass wir selbst allen, die Arkham Asylum und Arkham City bislang verschmäht haben, zu den Originalversionen auf PS3 und Xbox 360 oder dem PC raten.

Schönes Bundle

Auf den ersten Blick ist Return to Arkham ein schönes Angebot. Für gerade mal 40 Euro erhaltet ihr die beiden Action-Adventure-Meisterwerke Arkham Asylum und Arkham City als separate Discs im Bundle. Doch sorgte die Verschiebung der eigentlich für Juni angekündigten Neuauflage bereits für Skepsis, weil das chinesische Entwicklerstudio Virtuos scheinbar Probleme mit der Umsetzung der Rocksteady-Spiele hatte, so wächst diese sogar noch weiter an, wenn man den ersten Patch zieht. Arkham Asylum braucht einen 6,5 und Arkham City gar einen 8,3 GB großen Day-One-Patch. Die Befürchtungen bezüglich der Umsetzung sollen sich später dann auch alle bestätigen.

Beide Spiele glänzen immer noch mit epischen Szenen. Quelle: PC Games Beide Spiele glänzen immer noch mit epischen Szenen. Die Spiele selbst bleiben natürlich unangetastet. Gotham Citys berühmte Fledermaus legt sich mit allerlei Superschurken an, durchkreuzt die Pläne des Jokers und schaltet entweder still aus dem Verborgenen oder im direkten Kampf mit dem eingängigen Free-Flow-Combat-System zahlreiche Handlanger der bekanntesten Bösewichter aus. Zudem trifft Batman auf etliche Bosse, die in toll inszenierten Kämpfen bezwungen werden. Ob nun im Metroidvania-ähnlichen Asylum oder im offener angelegten City - die Spiele schaffen es auch mit einigen Jahren auf dem Buckel noch, dass man sich bei Kämpfen, Rätseln und Erkundungen selbst vorkommt, als sei man der Dunkle Ritter. Erzählerisch, inszenatorisch und auch spielerisch gehören Arkham Asylum und Arkham City nach wie vor zu den besten Action-Abenteuern der letzten zehn Jahre. Zudem enthält das Bundle sämtliche DLCs der beiden Titel inklusive des Story-Kapitels Harley Quinn's Revenge.

Lausiges Remaster

Zahlreiche technische Macken und Portierungsfehler sorgen jedoch dafür, dass man beide Spiele nicht richtig genießen kann. Statt wie bei Arkham Knight auf eine stark modifizierte Version der Unreal Engine 3 zu setzen, nutzt Return to Arkham die Unreal Engine 4. Dadurch sind die Farben nun knalliger und die Gebiete glänzen oftmals mit schönen neuen Lichteffekten. Letztgenannte sind allerdings etwas unausgegoren. Die Umgebung wird zwar meist stimmungsvoll ausgeleuchtet, doch in Asylum kommt es zu zahlreichen Fehlern. Je nachdem von welcher Lichtquelle Batman gerade angestrahlt wird, sieht unser Held aus, als würde er unter schwerer Akne leiden.

Zudem werden die Zähne der Charaktere mit der neuen Beleuchtung auffälliger in Szene gesetzt, wenn sie sprechen. Dann fällt eben auch auf, dass sie seltsame Stumpen in der Kauleiste hängen haben. Die Originale vermochten es solch kleine störende Ungereimtheiten subtil zu verschleiern, das Remaster hingegen stößt einen mit der Nase drauf. Ganz grausam: In Arkham Asylum wurde das Gesicht von Batman verändert. Und zwar nicht zum Besseren. Der große Detektiv sieht teilweise aus wie ein Ochsenfrosch dem man Botox gespritzt hat.
Heißt das bei Bruce Wayne nun Botox oder Bat-ox? Egal, aber was ist mit seinem Gesicht in Asylum los? Quelle: PC Games Heißt das bei Bruce Wayne nun Botox oder Bat-ox? Egal, aber was ist mit seinem Gesicht in Asylum los? Ermahgerd! Bertmern! Quelle: PC Games Ermahgerd! Bertmern!

Arkham City hingegen sieht mehr nach dem Original aus. Nur dass nun eben die Auflösung und die Weitsicht höher sind. Auch das Gesicht von Bruce Waynes Alter Ego schaut normal aus. Probleme hat aber auch Batmans zweites Abenteuer. Beide Spiele laufen trotz Neuauflage immer noch nur mit 30fps und diese werden nicht mal konstant gehalten. Bei Asylum kommt es in den Kämpfen oft zu kleinen Rucklern und auch beim Übergang in neue Gebiete hakt es es wenig. City toppt dies aber nochmal. Hier ruckelt es in Kämpfen, beim Rennen, sogar während Zwischensequenzen. Besonders schlimm ist es, wenn man über die Stadt gleitet. Bei der gleichzeitigen Berechnung von Bewegungen und sich nähernden Objekten mit ihren jeweiligen Lichtquellen gerät das Spiel auffällig ins Stottern.

Beim Gleiten über die Stadt gerät Arkham City regelmäßig ins Stottern. Quelle: PC Games Beim Gleiten über die Stadt gerät Arkham City regelmäßig ins Stottern. Die Ruckler machen beide Titel nicht unspielbar, sie sind aber auffällig und nerven einfach. Mal ganz davon abgesehen, dass eine instabile Performance bei einem Remaster ein absolutes No-Go ist. Hinzu gesellen sich zudem zahlreiche Clipping-Fehler und teilweise sogar Kantenflimmern. Obwohl bei City mit der Hervorhebung der Farben nicht so übertrieben wird wie bei Asylum, fällt hier auch oft auf, dass die Umrisse der Figuren bei Action ungewöhnlich hell sind, sodass es etwas comic-artig anmutet.

Meinung

Wertung zu Batman: Return to Arkham (PS4)

Wertung:

6.7 /10

Wertung zu Batman: Return to Arkham (XBO)

Wertung:

6.7 /10
Pro & Contra
zwei super Abenteuer zum Sparpreisgeniale Batman-Atmosphäreabwechslungsreiches Gameplayhöhere Auflösunghübsche Lichteffekte, ...
... die teilweise fehlerhaft sindnur 30 Bilder pro SekundeClipping-FehlerKantenflimmernRuckler en masseWas ist nur mit Batmans Gesicht los?! (Asylum)
Fazit

So gut die beiden Spiele auch sind, die Umsetzung ist stümperhaft.

Bildergalerie

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