Rise of the Tomb Raider 20-jähriges Jubiläum: Die PS4-Version im Test

Test Christian Dörre
Der Titel bietet einige Schauwerte, bei denen es jedem Abenteurer den Atem verschlägt. Die Spielgrafik ist super detailliert und glänzt mit fantastischen Lichteffekten.
Quelle: PC Games

Ein knappes Jahr nach dem Release für die Xbox One und einige Monate nach dem Erscheinen für den PC kommt Rise of the Tomb Raider nun endlich auch auf die PS4. In unserem Test erfahrt ihr, ob Laras Abenteuer auch auf der Sony-Konsole einen starken Eindruck macht.

20 Jahre hat Lara Croft nun auf dem wohlgeformten Buckel. Damit hat sie genau das richtige Alter, um mit ihr dreckige Sachen anzustellen. Zum Beispiel, sie nach Sibirien zu schicken, wo sie es mit Bären, Hexen und schwer bewaffneten Söldnern einer seltsamen Sekte aufnehmen muss! Habt ihr jetzt etwa was anderes erwartet? Chauvi-Schweine!

Die Party der abenteuerlustigen Archäologin findet nun aber auch endlich auf der PS4 statt. Knapp ein Jahr war Rise of the Tomb Raider nur für Microsofts Xbox One und auf dem PC verfügbar, mit der 20-jähriges Jubiläum-Edition dürfen jetzt dann auch Playstation-Spieler das Action-Adventure erleben. Und zwar mit sämtlichen erschienenen DLCs und weiteren Leckerlis.

Geschmeidiges Gameplay

Das Hauptspiel bleibt natürlich unangetastet. Lara Croft möchte die Forschung ihres verstorbenen Vaters fortsetzen und macht sich auf die Suche nach der göttlichen Quelle. Dabei kommt ihr allerdings die Sekte Trinity in die Quere. Folglich erwarten euch wie im Reboot-Vorgänger stark inszenierte Flucht-Szenen, jede Menge Kletter- und Erkundungsabschnitte sowie krachende Schusswechsel. Letztere sind im Vergleich zu anderen Third-Person-Shootern ein wenig schwachbrüstig, aber das gleicht Lara ja aus.

Der Spielablauf bietet alles, was man von einem modernen Action-Adventure erwartet: Rätsel, Kletter-Abschnitte, Schießereien und Flucht-Szenen geben sich die Klinke in die Hand. Quelle: PC Games Der Spielablauf bietet alles, was man von einem modernen Action-Adventure erwartet: Rätsel, Kletter-Abschnitte, Schießereien und Flucht-Szenen geben sich die Klinke in die Hand. Zudem gibt es wie im letzten Teil wieder über die Spielwelt verstreute Herausforderungsgräber, deren Rätsel zwar nicht sonderlich schwierig, aber super inszeniert sind. Auch im normalen Kampagnenverlauf warten nun mehr kleine Kopfnüsse auf unsere Lieblingsarchäologin. Überhaupt ist den Entwicklern von Crystal Dynamics eine bessere Aufteilung der Spielelemente gelungen als noch im Vorgänger. Das Gameplay ist nun abwechslungsreicher und die Schießereien bei Weitem nicht mehr so ausufernd.

Während spielerisch alles rund, wenn auch recht innovationslos läuft, hakt es ein wenig bei der Story. Rise of the Tomb Raider erzählt leider nur eine ziemliche 08/15-Abenteuergeschichte, bei der die Figuren trotz pseudo-emotionaler Momente die ganze Zeit recht blass bleiben. Erinnerungswürdige Charaktere oder Dialoge wie in Uncharted 4 sollte man also nicht erwarten. Technisch liegt die PS4-Version übrigens vor der Xbox-Fassung. Hatte die Microsoft-Konsole noch Probleme mit Kantenflimmern, wurde dies für die PS4 behoben. Nur die PC-Version ist noch ein bisschen hübscher.

Ein netter Bonus

Im Expeditionskapitel Laras Albtraum verteidigt ihr euch im Croft-Anwesen gegen anrückende Zombies und beschwört einen Boss herauf. Quelle: PC Games Im Expeditionskapitel Laras Albtraum verteidigt ihr euch im Croft-Anwesen gegen anrückende Zombies und beschwört einen Boss herauf. Neben etlichen neuen und sofort freigeschalteten Klamotten für Laras Garderobe und einigen sofort nutzbaren Waffen erhalten Käufer der Jubiläums-Edition zudem die zwei Story-DLCs Blutsbande und Baba Yaga: Der Tempel der Hexe sowie die im Expeditionsmodus freigeschaltete Herausforderung Laras Albtraum. Das Blutsbande-Kapitel setzt zeitlich nach dem Prolog des Hauptspiels ein. Hier muss Lara das verfallene Croft-Anwesen erkunden, um eine Besitz­urkunde für das Haus zu finden, da ihr fieser Onkel sie rausschmeißen möchte.

Dabei findet unsere Heldin nicht nur viele Anspielungen auf sämtliche Vorgängerspiele, sondern erfährt auch Hintergründe zur Ehe ihrer Eltern. Blutsbande ist ein atmosphärischer Fan-Service, spielerisch aber ein wenig lahm. Besitzer von PSVR dürfen den Abschnitt aber sogar in der Virtual Reality erleben. Schön. Auch in Laras Albtraum streift ihr durch das Croft-Haus. Hier hetzt euch der Onkel jedoch untote Krieger auf den Hals, die ihr beseitigen müsst.

Der Baba-Yaga-DLC hingegen ist direkt in das Hauptspiel eingegliedert. Das Kapitel ist mit einer Stunde Spielzeit zwar recht kurz, bietet aber eine gelungene Atmosphäre und einen toll inszenierten Bosskampf. Ein netter Bonus für den späten Release.

Meinung

Wertung zu Rise of the Tomb Raider (PS4)

Wertung:

8.6 /10
Pro & Contra
Super HerausforderungsgräberSehr guter SpielflussWunderschöne GrafikGeniale LichteffekteGewohnt spaßiges Gameplay
Aufgesetzte NebenmissionenWenig Neues, viel RecyclingLahme Story, blasse Charaktere
Fazit

Sehr gutes Action-Adventure mit Story-Schwächen.

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