Die Serie darf (muss?) also weiterleben - ohne Schöpfer Hideo Kojima, aber auf Basis von The Phantom Pain und der Fox Engine kommt Metal Gear Survive.
Auf die Überraschung, dass Konami ein neues Metal Gear auf der Gamescom ankündigte, folgte wenige Stunden später der Termin für die erste Präsentation. Die Bezeichnung Präsentation allerdings wird nicht ganz dem gerecht, was es hinter verschlossenen Türen zu sehen gab. Dort wurde nämlich nur zweimal der Trailer abgespielt, nebenher teilte man den anwesenden Journalisten die groben Eckpunkte zum Spiel mit. Wir wollen euch die Informationen - wenn auch karg - nicht vorenthalten.
Ein neuer Chef
Entwickelt wird Metal Gear Survive in Tokio bei Konami. Zwar ist Mastermind Kojima nach dem Streit mit seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht mehr an Bord, von den Früchten seiner Arbeit zehrt man aber nicht nur in Form von Story und Setting, sondern auch was das technische Grundgerüst betrifft. Die Fox-Engine sorgt dafür, dass der erste Blick auf Survive gar nicht so übel aussieht, auch wenn man bei einem Render-Trailer immer Vorsicht walten lassen sollte.
Quelle: Konami
Vorsicht, heiß:
Während des Überfalls auf die Mother Base verlieren die vier Kämpfer einander aus den Augen. (PS4)
Quelle: Konami
Dimensionsloch:
Anscheinend wurden auch Teile der Basis in die andere Dimension transportiert. (PS4)
Es handelt sich beim Spin-off nicht um eine Fortsetzung von The Phantom Pain, vielmehr schlüpft man in die Rollen von vier Söldnern, die beim Überfall auf Snakes Mother Base von einer Art Dimensionsloch verschluckt werden. Klingt albern, gliedert sich aber zwischen Nanomaschinen und allerlei anderen Verrücktheiten, die innerhalb der MGS-Saga etabliert wurden, problemlos ein.
In der anderen Welt wimmelt es nur so vor Zombies, die teilweise statt Köpfen seltsame Kristallgebilde auf den Schultern tragen. Was genau passiert ist? Rätselhaft, aber vielleicht auch nicht so wichtig. Es scheint nämlich, als würde es in Survive deutlich actionreicher zugehen als in den Vorgängern, bei denen man bekanntermaßen viel schleicht und mitunter halbstündige Story-Cutscenes konsumiert.
Statt mit bloßen Händen wie Snake setzen sich die noch namenlosen vier Helden mit allerlei exotischen Waffen zur Wehr, etwa mit langen Speeren oder Bögen, die mit explosiver Munition versehen sind. Man soll Metal Gear Survive auch solo durchspielen können, eine Pflicht zum Multiplayer-Zocken wird es nicht geben. Ob das besagte Team-Play auch auf dem Sofa im Splitscreen möglich sein wird, wollte man noch nicht verraten. Online wird man sich auf jeden Fall zusammentun können.
Skepsis angebracht?
Ein Spin-off, und dann auch noch ohne Kojima im Team? Zugegeben, die Sterne, unter denen dieses Projekt geboren wurde, stehen nicht unbedingt günstig. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch ein Kojima alles andere als unfehlbar ist und ein bisschen frischer Wind der Franchise eventuell ganz gut tut. Zudem soll es sich bei Survive nicht um ein Vollpreisspiel handeln.
Quelle: Konami
Ausgeglichen:
Männer und Frauen - alles da, um eine neue Zivilisation zu gründen. (PS4)
Quelle: Konami
Zaungäste:
Zum Glück hat da jemand einen Zaun hingebaut! Die Zombies scheinen nicht sonderlich klug zu sein. (PS4)
Die Tatsache, dass der Resident Evil-Sprössling Umbrella Corps vom Konzept her Survive durchaus ähnelt und bei uns im Test eher mies abgeschnitten hat (55% Spielspaß), sollte man nicht als böses Omen deuten. Dass Konamis in letzter Zeit erworbener Ruf als raffgieriges, beinahe bösartig agierendes Unternehmen die Käufer verprellt, könnte schon eher ein Problem für den Titel darstellen. Dabei geht der Publisher mit der Einbettung des Spin-offs in die Handlung von Ground Zeroes und The Phantom Pain recht klug vor. Damit bleiben diejenigen nicht auf der Strecke, die den Rest der Reihe nicht kennen.
Bei einem Spiel soll es übrigens nicht bleiben, Survive soll der Auftakt einer ganzen neuen Reihe sein, die eventuell die MGS-Serie ablöst. Damit hat Konami die Freiheit über neue Charaktere abseits der verwirrenden Handlung der letzten Spiele.
Ungewisse Zukunft
In Sachen Namensgebung haben die Marketing-Genies bei Konami ihre Hausaufgaben vorbildlich erledigt. Nicht umsonst heißt Metal Gear Survive abgekürzt MGS - also genau die gleiche Abkürzung wie von Metal Gear Solid. Ob Survive irgendwann statt dem "echten" MGS die Ergebnisse in Suchmaschinen und das Bewusstsein von Zockern dominieren wird? Eher unwahrscheinlich. Zu groß ist das Erbe von Solid Snake, zu viel Staub wurde aufgewirbelt beim Abschied von Kojima.
Quelle: Konami
Wer sind Sie?
Außer der Dimensionsloch-Sache gibt es wenige Hinweise zur Handlung von Survive. (PS4)
Eine Chance geben sollte man dem Koop-Action-Spiel aber dennoch. Alles andere wäre vollkommen übereilt, schließlich gibt es bislang weder einen konkreten Release-Termin noch Informationen zum Umfang oder eine Einladung zu einer Veranstaltung, um sich den Titel einmal genauer anzusehen. Dass es dazu noch in diesem Jahr eine Gelegenheit geben wird, bezweifeln wir. Wenn es aber so weit ist, hoffen wir inständig, dass die zweite Präsentation von Survive etwas aufschlussreicher und länger ausfällt als die auf der Gamescom.
Entwickler: Konami | Hersteller: Konami
