System Shock Remastered ​Vorschau: Das Cyberpunk-Urgestein kehrt zurück!

Special Andreas Szedlak
Blaupause: 
Die Antagonisten-KI Shodan dürfte eine der Hauptinspirationsquellen für GladOS aus Portal gewesen sein.
Quelle: Night Dive Studios

Das Remake eines Kult-Klassikers wurde jüngst über Kickstarter finanziert. Wir haben die Neuauflage von System Shock bereits gespielt.

Die System Shock-Serie gilt als geistiger Vorfahre der allseits bekannten Bioshock-Reihe. Ein Teil des Entwicklerteams von Irrational Games war auch an System Shock 1 und 2 beteiligt.

Blechbüchse: 
Ihr bekommt es nicht nur mit mutierten Menschen zu tun, sondern auch mit aggressiven Robotern. (PC) Quelle: Night Dive Studios Blechbüchse: Ihr bekommt es nicht nur mit mutierten Menschen zu tun, sondern auch mit aggressiven Robotern. (PC) Augenmerk: 
Was ist nur mit den Mitarbeitern der Raumstation geschehen? Dies gilt es herauszufinden. (PC) Quelle: Night Dive Studios Augenmerk: Was ist nur mit den Mitarbeitern der Raumstation geschehen? Dies gilt es herauszufinden. (PC) Als das erste System Shock im Jahre 1994 erschien, war Game Designer Stephen Kick noch ein kleiner Junge. Gespielt hat er den nur für Erwachsene freigegebenen Ego-Shooter mit RPG-Elementen damals trotzdem. Mehr noch, Kick hat System Shock geliebt.
So sehr, dass er irgendwann die Idee entwickelte, ein Remake zu erschaffen. Aus dieser Idee wurde nun ein Kickstarter-Projekt, das innerhalb weniger Wochen über 1 Million US-Dollar einbrachte. Der Neuauflage des spannenden Cyberpunk-Titels steht also nichts mehr im Wege.

Inzwischen veröffentlichte das Team um Stephen Kick über Steam eine Pre-Alpha-Demo von System Shock. Und wir haben uns das Remake angeschaut.

Zeitgemäße Optik

Das Kartendesign der großen Citadel-Raumstation wurde vom neuen Entwicklerstudio Night Dive größtenteils beibehalten, teilweise tauchen Gegner an exakt der gleichen Stelle auf wie beim Original. Alles andere als originalgetreu ist die Grafik - zum Glück! Die aus der Unity-Engine generierte Optik verstärkt die Atmosphäre durch zahlreiche Raucheffekte, modern texturierte Oberflächen und schicke Licht-Schatten-Spielereien.

Elektropistole: 
Waffen lassen sich craften und mit verschiedenen Powermodi ausstatten. (PC) Quelle: Night Dive Studios Elektropistole: Waffen lassen sich craften und mit verschiedenen Powermodi ausstatten. (PC) Sicherheitscode: 
Anstatt die Ziffern an der Tastatur einzugeben, müssen wir mit dem Mauspfeil zielen - nervig. (PC) Quelle: Night Dive Studios Sicherheitscode: Anstatt die Ziffern an der Tastatur einzugeben, müssen wir mit dem Mauspfeil zielen - nervig. (PC) Gruselstimmung erzeugt aber nicht nur die unwirtliche Umgebung, in der wir uns in der Rolle eines überführten Hackers wiederfinden, der nach einem Datendiebstahl zur Citadel gebracht wurde. Auch die Mutanten, die plötzlich auf der Raumstation umherlaufen, nachdem wir ein Gehirnimplantat eingepflanzt bekamen und aus dem Koma erwacht sind, lassen uns erschaudern. Aus den groben Pixelsubjekten der 90er sind furchteinflößende Geschöpfe geworden, die mit großen Augen und riesigen Händen nach unserem Leben trachten.

Natürlich nimmt sich das Team um Stephen Kick die Freiheit, System Shock auch spielerisch in die Moderne zu verfrachten. So wird der RPG-Aspekt ausgebaut. Eine feste Klassenauswahl möchte Kick allerdings nicht, jeder Spieler soll Skills entsprechend seiner Vorlieben leveln können. Das Anschleichen an Gegner fällt nun leichter als im Original. Gut so, schließlich ist der Protagonist ein Hacker und daher nicht in offener Konfrontation geschult. Mit einem abgerissenen Rohr lassen sich Widersacher von hinten niederschlagen. Auch eine Elektropistole gehört zum Waffenarsenal. Zudem kann der Spieler Kameras kurzschließen, Computer hacken und Medikits herstellen.

Noch Feintuning nötig

Handschlag: 
Die Mutanten sind nicht die Schnellsten, verfügen aber über eine enorme Reichweite. Leider funktioniert das Ausweichen noch nicht reibungslos. (PC) Quelle: Night Dive Studios Handschlag: Die Mutanten sind nicht die Schnellsten, verfügen aber über eine enorme Reichweite. Leider funktioniert das Ausweichen noch nicht reibungslos. (PC) Keine Frage, System Shock fesselt auch 22 Jahre nach dem Original noch enorm. Die Demo bot allerdings einige Schwächen. Nahkampfsystem und Ausweichmechanik fühlen sich noch hakelig an - Stephen Kick und sein Team feilen aber bereits daran. Das Remake erhält übrigens einen neuen Soundtrack. Unter anderem erklingen die Elektro-Beats von Celldweller und das Rock-Geschrammel von Blue Stahli - das passt!

Entwickler: Night Dive Studios | Hersteller: Night Dive Studios


System Shock: Das Original als Wegweiser

Cyberpunk-Setting anno 1994: 
Für die damaligen Verhältnisse war das Level-Design von System Shock ausgesprochen fortschrittlich. (PC) Quelle: Night Dive Studios Cyberpunk-Setting anno 1994: Für die damaligen Verhältnisse war das Level-Design von System Shock ausgesprochen fortschrittlich. (PC) System Shock vom zukunftsweisenden Studio Looking Glass begeisterte im Jahre 1994 die Massen und diente seither vielen Entwicklern als Inspiration.

Während das ein Jahr zuvor erschienene Doom die Ego-Perspektive salonfähig machte, ging System Shock im Jahre 1994 einige Schritte weiter. Das Spiel bot jede Menge Interaktionsmöglichkeiten, etwa das Zerstören von Überwachungskameras oder Hacken von Terminals. Bemerkenswert waren auch das neuartige Cyberpunk-Setting und das zur damaligen Zeit ungewöhnliche Level-Design. Die von Looking Glas verwendete und verbesserte Ultima Underworld-Engine bot Schrägen sowie Brücken. Serien wie Deus Ex, Thief und später auch Bioshock wurden von System Shock inspiriert. Ebenso fand man die weibliche künstliche Intelligenz namens Shodan in ähnlicher Form in der Portal-Serie wieder, wo die psychopathische KI GlaDOS den Spieler in Atem hält.


Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk