Drei Jahre nach Alien lieferte der Kult-Regisseur das nächste Meisterwerk ab: Ridley Scott erfand mit dem Film Blade Runner das Cyberpunk-Genre.
Obwohl der Science-Fiction.Film von Regisseur Ridley Scott bereits 1982 in die Kinos kam, nahm ich ihn erst 15 Jahre später bewusst wahr. Auslöser war das damals erschienene gleichnamige Point&Click-Adventure. Blade Runner war für mich nicht nur irgendein Spiel.
Dem PC-Titel gelang es, mir derart viele Atmosphäre-Fesseln anzulegen, dass es keinerlei Entrinnen gab: Das düstere Dystopie-Setting, die spannende Replikanten-Thematik (künstliche, menschengleiche Geschöpfe, die nur anhand eines speziellen Tests als Nichtmenschen entlarvt werden können) und dazu der brillante Soundtrack von Vangelis.
All dies erzeugte eine bedrückende Stimmung, in die ich mich bis heute regelmäßig versetzen lasse. Allerdings nicht mehr vom Blade Runner-Spiel, sondern vom Film, der eine nicht minder starke Wirkung auf mich hat.
Keine Ahnung, ob Blade Runner auch ohne Harrison Ford in der Hauptrolle als Replikanten-Jäger Rick Deckard so gut funktioniert hätte. Da der Indiana Jones-Star aber in der damaligen Zeit zu meinen Lieblingsschauspielern gehörte, freute ich mich noch mehr auf die Blade Runner-Premiere auf meinem heimischen Fernseher.
Audiovisuelles Kunstwerk
Und da waren sie wieder, die langgezogenen Synthesizer-Klänge von Vangelis. Ich hab in der Games Aktuell schon mehrmals erzählt, welch enormen Stimmungs-Boost eine perfekt passende Musik bei mir erzeugen kann - Blade Runner ist ein weiteres Beispiel dafür. Das Los Angeles des Jahres 2019 wirkt durch die schwermütigen Klänge noch schmutziger, noch ausladender, als es die beeindruckenden Kamerafahrten ohnehin schon deutlich machen.
Quelle: Games Aktuell
Futuristisch: So stellte sich Ridley Scott damals Flugautos des Jahres 2019 vor.
Die Menschen träumen von einer besseren Welt auf fernen Planeten, die durch Replikanten erschlossen werden. Diese von der Tyrell-Corporation entwickelten künstlichen Wesen besitzen größere physische und geistige Kräfte als Menschen. Um sie nicht zu einer Bedrohung werden zu lassen, stattet Tyrell die Replikanten mit einem Verfallsdatum aus.
Außerdem ist es ihnen unter Androhung der Todesstrafe verboten, die Erde zu betreten. Als es Replikanten gelingt, ein Raumschiff zu kapern und auf der Erde zu landen, wird der ehemalige Polizeibeamte Rick Deckard beauftragt, die Geschöpfe ausfindig zu machen. Der sogenannte Voight-Kampff-Test dient dazu, sich zu vergewissern, dass man es tatsächlich mit einem Replikanten zu tun hat.
Quelle: Games Aktuell
Replikant: Rutger Hauer driftet in dem Film so manches Mal ins Overacting ab.
Die über Emotionen verfügenden Wesen lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres dingfest machen, wodurch es in Blade Runner auch zu Schusswechseln und Actionszenen kommt. Außergewöhnlich machen den Sci-Fi-Streifen neben der Bildgewalt auch die tollen Dialoge und Charaktere. Die Tyrell-Angestellte Rachel (Sean Young) weckt mit ihrer geheimnisvollen Art intensive Gefühle in Deckard - mit der Zeit kommt der Blade Runner jedoch einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur...
Nicht für die breite Masse
Vielleicht war der neuartige Cyberpunkfilm für das Kinopublikum zu schwermütig, Blade Runner floppte in den Lichtspielhäusern. In der International Data Movie Base (IMDB) ist der Streifen mit 8,2 aber sehr respektabel bewertet. Es entstand innerhalb kurzer Zeit eine Fanschar, deren Feedback Ridley Scott dazu veranlasste, einen Director's Cut sowie einen Final Cut nachzureichen - beide boten ein Ende, das Raum für Interpretation ließ.
Quelle: Games Aktuell
Starbesetzt: Indiana-Jones-Darsteller Harrison Ford passt perfekt zu Blade Runner.
Außerdem entstanden mehrere restaurierte Fassungen. Im November 2012 erschienen diese fünf Versionen in Deutschland unter dem Titel 30th Anniversary Collector's Edition in einer Box mit 3 Blu-rays sowie einem 72-seitigen Art Book mit Archivbildern, Produktionszeichnungen und Storyboards - eine Edition, die dem Kultfilm würdig ist.
